Kartonmodellbau
Olafs Raumfahrtkalender

Olafs Raumfahrtkalender

Geschichte und Geschichten aus mehr als 5½ Jahrzehnten Raumfahrt

301407
Statistik erstellt: 2017-03-29T18:05:28+02:00

Kartonmodellbau


Beim Surfen im Internet auf der Suche nach Informationen für den Raumfahrtkalender stoße ich auch immer wieder auf Dinge, die nur entfernt mit Raumfahrt zu tun haben und doch faszinieren. In diese Kategorie fällt auch der Kartonmodellbau, mit dem ich mich vor vielen Jahren selbst einmal beschäftigt habe. Heute fehlt mir die Zeit dazu. Dennoch sollen hier einige Links zu Modellbau-Bögen ihre Heimat finden. Vielleicht teilt ja jemand meine Begeisterung für die Raumfahrt und den Modellbau? Gern nehme ich jedenfalls weitere Vorschläge für diese Rubrik entgegen und veröffentliche auch die Fotos fertig gebauter Modelle.



nitkowskiEine email von Herrn Reinhard Nitkowski, Besucher meiner Homepage, brachte unlängst Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit (des Kartonmodellbaus) zurück. In den 1970er und 1980er Jahren (vermutlich auch schon in den 1960ern) gab es es bereits sehr schöne Kartonmodellbaubögen. Die heutigen Angebote per PDF im Internet sind eher eine Renaissance des damals sehr populären Hobbys. Und da damals eine weitaus größere Begeisterung für die Raumfahrt bestand, gab es natürlich in Ost und West auch zahlreiche Modellbaubögen mit Raumfahrtmotiven. Eine Reihe von Verlagen hatte damit ihr Auskommen. Aber auch im „Vorcomputerzeitalter“, in einer Zeit ohne Photoshop und Acrobat, gab es Fans, die sich nicht mit dem bestehenden Angebot zufrieden geben wollten. Damals griff man zu Lineal und Bleistift oder Scribent (Tuschezeichner) und brachte seine eigenen Entwürfe zu Papier. Vorlage waren die wenigen - und gerade in der DDR oft qualitativ minderwertigen - Fotos der Original-Raketen und -Satelliten. Trotz der ungleich schwierigeren Ausgangslage im Vergleich zu heute entstanden so teils herausragende Modelle und Dioramen. In der DDR gab es, sobald solches Tun an die Öffentlichkeit drang, noch einige besondere Klippen zu umschiffen. Ich erinnere mich beispielsweise an ideologisch gefärbte Diskussionen zu dem „Problem“, daß bei maßstäblichen Modellen die Saturn V nunmal deutlich größer als eine Sojus-Rakete ausfiel. Ebenso ein Apollo- im Vergleich zum Sojus-Raumschiff. Da aber sowjetische Raumfahrttechnik der amerikanischen per Definition überlegen und überlegen mit groß gleichzusetzen war...
Wie mir Reinhard Nitkowski schrieb, wurde sein Ehrgeiz von einem Modellbaubogen der Wostok geweckt. Er machte sich daran, weitere Raketen im gleichen Maßstab zu bauen. Das gelang ihm offenbar so gut, daß seine Modelle Anfang der 1970er Jahre auf etlichen Ausstellungen in der damaligen DDR zu sehen waren. Einer der Höhepunkte war sicherlich eine Ausstellung 1974 im bekannten Dresdener Verkehrsmuseum. Einige Fotos von damals habe ich mit der Erlaubnis erhalten, sie hier zu veröffentlichen. Was ich natürlich gern tue.

nitkowski2 nitkowski4 nitkowski3
© aller vorstehenden Fotos: Reinhard Nitkowski

Eine Konstellation aus sechs Nanosatelliten entstand ab 2013 unter dem Namen BRIght-​star Target Explorer (BRITE). Das tri-​nationale Programm wurde von Österreich, Kanada und Polen getragen. Von den weitgehend baugleichen Satelliten entwarf Manuela Unterberger einen Kartonmodellbaubogen, den die jeweiligen Projektteams für ihre Satelliten modifizierten. Das Team der TU Graz veröffentlichte gleich zwei Varianten zum Download. Einmal als PDF-​Dokument zum Bau eines vereinfachten Modells. Beim Ausdruck auf A4 Karton läßt sich damit ein 1:3 Modell bauen, beim Druck auf A3 im Maßstab 1:2. Den Download gibt es unter der Rubrik Bastelecke. Noch interessanter ist das Originalmodell zum Ausdruck auf drei A3 Bögen. Damit läßt sich dann sogar ein 1:1 Modell von TUGSat 1 bauen.
Niels Jahn Knudsen bietet auf seiner Homepage Nielspapermodels knapp zwei Dutzend Raketen– und Satellitenmodelle zum Download an. Ein historisch besonders interessantes Modell ist beispielsweise der Modellbaubogen von TIROS I, dem ersten echten meteorologischen Satelliten der Welt. Der Modellbogen im PDF Format enthält nicht nur die Vorlage für den Satelliten, sondern auch für die Endstufe. Einige Hintergrundinformationen und Hinweise zum Bau sind ebenfalls eingeschlossen. Zum Download geht’s hier…
Unter dem Titel „make your own satellite“ bietet der bekannte britische Hersteller von Kleinsatelliten Surrey Satellite Technology Ltd. einen Modellbaubogen seines TechDemoSat 1 zum Download an. Leider im eher etwas unpraktischen JPG Format. Die beiden Dateien lassen sich hier und hier herunterladen. Ausgedruckt auf A3 Papier ergibt sich eine farbenfrohe Vorlage des Satelliten.
Das Team der Sonoma State University, das gemeinsam mit der Morehead State University einen der ersten Femtosatelliten (5×5×15 cm) gebaut hatte, veröffentlichte von diesem T-​LogoQube (alias Beakersat 1, Eagle 1 oder SWEsat)auch einen Karton-​Modellbaubogen. Zu finden ist dieser im öffentlichen Bereich der T-​LogoQube Webseite. Angeboten wird ein Modell zum Druck auf einem 11×17″ (etwa A3) Bogen. Instruktionen zum Bau finden sich in einem separaten Dokument.