Chronik
Olafs Raumfahrtkalender

Olafs Raumfahrtkalender

Geschichte und Geschichten aus mehr als 5½ Jahrzehnten Raumfahrt

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Statistik erstellt: 2017-06-23T22:23:13+02:00

August 2016.

5August

„Einhausen“ von Tiantong 1-01 in die Nutzlastverkleidung

Ungewöhnlich wenige Informationen veröffentlichte China anläßlich des Start eines Tiantong 101 genannten Satelliten. Das nährte unter außenstehenden Beobachtern den Verdacht, es handle sich bei dem Satelliten um eine weitere nur vorgeblich zivile Nutzlast, die tatsächlich jedoch militärischen Zwecken dienen sollte. Als Betreiber des Satelliten wurde die China Satellite Communications Co. Ltd. (China Satcom) genannt, der quasi Monopolist für die Satellitenkommunikation in China. Erst nachdem Tiantong 101, am 05.08.2016 mit einer CZ-​3B/​G2 von Xichang gestartet, auf einem geostationären Transferorbit ausgesetzt und mit eigenem Antrieb auf eine (leicht inklinierte) Synchronbahn manövriert worden war, wurden einige wenige weitere Details zu der Nutzlast bekannt. Demnach handelte es sich tatsächlich um den ersten dedizierten chinesischen Satelliten zur Kommunikation nach dem CMMB (Converged Mobile Multimedia Broadcast) bzw. sTiMi (Satellite-​Terrestrial Interactive Mobile Infrastructure) Mobilfunkstandard. Auch wenn sich weltweit generell Projekte zur satellitengestützten Mobilfunkkommunikation nach ersten Anfangserfolgen kommerziell als wenig erfolgreich erwiesen hatten, bewährten sich die Systeme doch immer wieder in Katastrophensituationen. Diese Erfahrung machten auch die Helfer nach dem „Großen Erdbeben von Wenchuan“. Als am 12.05.2008 diese Naturkatastrophe in der Provinz Sichuan nach offiziellen Angaben 70.000 Todesopfer forderte und 5,8 Millionen Menschen obdachlos machte, brachen auch die Verkehrs– und Kommunikationsinfrastruktur in der Region zusammen. Das erschwerte ungemein die Koordination der Hilfsmaßnahmen. Inmarsat und Thuraya trugen in dieser Situation einen erheblichen Teil der Last. Das war offenbar der Anstoß zur Entwicklung eines eigenen Systems in China. Wobei es große technische Herausforderungen zu meistern galt. So betrat die chinesische Industrie mit der Entwicklung des gewaltigen, beim Start jedoch kompakt faltbaren, S-​Band Gitterreflektors für den Satelliten Neuland. Weltweit waren bisher nur wenige derartige Antennen im Einsatz. Die meisten stammten vom US Unternehmen Harris. Ein Kauf dort schied jedoch aus. Auch die Entwicklung eines eigenen Mobilfunkstandards für Sprach-​, Daten– und SMS-​Dienste war natürlich alles andere als trivial. Vor diesem Hintergrund waren die acht Jahre von der Idee bis zum Start des Satelliten eine beachtliche Leistung.
9August

Start von Gaofen 3

GF-3 Radaraufnahme der Kashgar Region

Für sein ziviles Erderkundungssatelliten-​Programm startete China am 09.08.2016 vom Raumfahrtgelände Taiyuan eine CZ-​4C Rakete. An Bord hatte diese den mit einem sogenannten „Polarimetrischen Radar“ ausgestatteten Satelliten Gaofen 3. Die Gao Fen (dt. svw. hoch auflösend) Satellitenserie umfaßte Modelle ganz unterschiedlicher Technologien, die auf einer Vielzahl von Bahnen operierten. Gemeinsam war allen, daß sie Erderkundungsinformationen auf Weltklasseniveau lieferten. Das C-​Band SAR von GF-​3 war nach chinesischen Angaben in der Lage, wetterunabhängig Bildinformationen zu liefern, die, je nach dem gewählten Betriebsmodus (von zwölf verfügbaren), eine Auflösung zwischen einem und fünfhundert Metern boten. Die Schwadbreite variierte dabei zwischen 10 und 650 km. Effektive Mechanismen zur Wärmeableitung und Energieversorgung sollten einen ununterbrochenen Betrieb des Radars von bis zu einer Stunde erlauben. Ein besonders herausgestellter Schwerpunkt war dabei die Überwachung der chinesischen Hoheitsgewässer. Vor dem Hintergrund der Spannungen in der Region, ausgelöst durch die von China offensiv vertretenen aber zweifelhaften Ansprüche auf diverse Inselgruppen im Südchinesischen Meer, hatten diese Aussagen natürlich eine besondere Brisanz. Denn der Satellit eignete sich damit auch hervorragend zur Allwetteraufklärung in diesem Seegebiet. Daran ließ auch die Formulierung „Absicherung der maritimen Interessen“ wenig Zweifel. Immerhin veröffentlichte China zwei Wochen nach dem Start die ersten Radarbilder des Satelliten.
14August

die Falcon 9 mit JCSat 16 am Abend vor dem Start

Ablassen technischer Gase nach der Landung

Nach JCSat 14 im Mai 2016 startete SpaceX mit JCSat 16 im August 2016 auch den nächsten Satelliten für den Kunden SKY Perfect JSAT Corporation. Die beiden sehr ähnlich ausgerüsteten Satelliten, wie auch ein drittes Exemplar, das für einen Start auf einer Ariane-​5ECA gebucht war, basierten auf dem SSL-​1300 Modell von Space Systems/​Loral. JCSat 16 war zunächst als in-​Orbit-​Reserve für die Satellitenflotte des japanischen Betreibers konzipiert und sollte daher eine Position zwischen 124° und 162° Ost einnehmen. Ausgerüstet war er mit einem Mix aus Ku– und Ka-​Band Transpondern. Bei guten meteorologischen Bedingungen hob die Falcon 9 v1.2 Rakete mit dem Satelliten am 14.08.2016 nach einem ereignislosen Countdown von Cape Canaveral ab. Während die zweite Stufe mit ihrer Fracht einen geostationären Transferorbit ansteuerte, demonstrierte die Erststufe erneut, daß SpaceX mittlerweile die Landungen auch auf hoher See gut beherrschte. Präzise im Zentrum der Landefläche des auf den Namen „Of Course I Still Love You“ getauften Autonomous Spaceport Drone Ship (ASDS) setzte die Stufe auf. Drei Tage später war die Marmac 304 Barge zurück im Hafen von Port Canaveral. Unterdessen manövrierte JCSat 16 auf einen vorläufigen geostationären Orbit.
15August

Start des QSS Forschungssatelliten

Von Wissenschaftlern in der ganzen Welt mit großem Interesse wurde der Start einer stretched CZ-​2D Rakete am 15.08.2016 vom chinesischen Raumfahrtgelände Jiuquan verfolgt. Denn die primäre Nutzlast der Rakete war QSS, der Quantum Science Satellite (früher auch als QUESSQuantum Experiments at Space Scale bezeichnet). Unmittelbar vor dem Start erhielt der Satellit noch den Beinamen Mozi, nach Meister Mo (Mozi), einem chinesischen Philosophen des späten 5. Jahrhunderts v. Chr. Erstmals sollte zwischen dem Satelliten und einer Bodenstation eine quantenverschlüsselte Kommunikation über extrem große Distanzen aufgebaut werden. Bis dahin waren derartige Experimente lediglich im Labormaßstab über Glasfaserkabel möglich gewesen. Mozi sollte nun als Relais zwischen zwei über 1.000 km voneinander entfernten Bodenstationen fungieren. Terminals entstanden in Xinglong nahe Peking sowie in den Provinzen Xinjiang, Qinghai und Yunnan. Partner des Projekts war aber auch die Universität Wien, wo Professor Anton Zeilinger, einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Quantenphysik, lehrte. Einem Team unter seiner Leitung war es 2012 gelungen, eine Quantenkommunikation über 143 km zwischen zwei Teleskopen auf den Kanareninseln La Palma und Teneriffa aufzubauen. Trotz dieser Pionierleistung suchte Zeilinger die Zusammenarbeit mit chinesischen Forschern, weil ihm die diesbezüglichen Forschungen in Europa zu langsam vorankamen. Ein im Frühjahr 2016 vorgestelltes und mit rund 1 Mrd. € ausgestattetes Quantentechnologie-​Programm der EU sollte erst frühestens 2020 praktische Anwendungen bei der Satellitenkommunikation demonstrieren. Tatsächlich wurden die chinesischen Bestrebungen im Ausland aber auch kritisch betrachtet. Bildeten sie doch die Basis für eine zukünftige abhörsichere Kommunikation, die auch unter Einsatz gewaltiger Rechenkapazitäten nicht mehr „zu knacken“ wäre. Nicht nur, aber auch für das chinesische Militär, würde das einen enormen Vorteil bedeuten.
Zwei weitere Satelliten wurden bei dem Start der Trägerrakete auf ihre Bahnen befördert. Dabei handelte es sich um den chinesischen Lixing 1 und den spanischen 3Cat 2. Über Lixing 1 verlauteten nur wenige Details, obwohl der von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften entworfene Satellit eine wissenschaftliche Mission hatte. Ziel war die Erforschung der unteren Atmosphärenschichten. Kontruktive Details wurden zunächst nicht bekannt. Doch verfügte LX-​1 eindeutig über einen eigenen Antrieb. Jedenfalls manövrierte er auf einen 124×140 km Orbit, den bis dahin niedrigsten eines aktiven Satelliten. Entsprechend kurz war die Mission aber auch. Bereits am 19.08.2016 verglühte der Satellit. 3Cat 2 hingegen, ein 6U CubeSat, stammte von der Universidad Politécnica de Cataluña. Sein Hauptinstrument bestand aus einem neuartigen GNSS-​R Altimeter/​Scatterometer sowohl für das L1 als auch das L2 Navigationssignal. Ziel war es, das PYCARO Instrument zu einem hochpräzisen Altimeter für die Ozeanographie zu entwickeln. Weitere Instrumente an Bord waren ein experimenteller Sternensensor zur Orientierung und das eLISA Magnetometer, dessen Charakteristika vor dem Einsatz bei der LISA (Laser Interferometer Space Antenna) Mission der ESA verifiziert werden sollten.
19August

K. Rubins (in der Luftschleuse) und J. Williams zu Beginn der EVA am 19.08.2016

Kathleen Rubins beim Fotografieren (im Hintergrund das „Kibō“ Modul)

Die beiden US Astronauten Jeffrey Williams und Kathleen Rubins unternahmen am 19.08.2016 ein Außenbordmanöver zur Unterstützung der Montagearbeiten des International Docking Adapter IDA 2. Der Adapter war im Juli mit dem CRS 9 Versorgungsflug angeliefert und am 17.08.2016 mit dem Canadarm2 aus dem Trunk des „Dragon“ Frachtraumschiffs herausgehievt worden. Nun sollte der Dockingadapter, an dem einmal die nächste Generation bemannter Zubringerraumschiffe andocken würde, auf den PMA 2 (Pressurized Mating Adapter) des „Harmony“ Moduls aufgesetzt werden. Bis vor wenigen Jahren hatten hier die US Space Shuttles angelegt. Doch der bisherige APAS-​95 Adapter war nicht mehr kompatibel zum kommenden NASA Docking System gemäß International Docking System Standard. Daher mußte mittels IDA die Kompatibilität zum neuen Standard hergestellt werden. Williams und Rubins verließen die Station durch die Luftschleuse des „Quest“ Moduls und sicherten zunächst den IDA 2 am PMA 2, bevor der Special Purpose Dexterous Manipulator („Dextre“) den Adapter freigab. Dann verfolgten sie das Einschrauben der Verbindungsbolzen und führten einige begleitende Arbeiten aus. So mußten Kabel verbunden und Schutzabdeckungen entfernt werden. Anschließend hätten eigentlich noch einige sekundäre Arbeiten ausgeführt werden sollen. Doch wegen einer gestörten Kommunikation zu Williams wurden beide Astronauten zurück an Bord befohlen. Nach doch immerhin 5:58 h war die EVA beendet.
19August

zwei GSSAP Satelliten in einer von der USAF freigegebenen Grafik

Gut zwei Jahre nach dem Start eines ersten Paares von Satelliten für das Geosynchronous Space Situational Awareness Program starteten am 19.08.2016 zwei weitere dieser geheimnisvollen Nutzlasten. 2014 hatte die USAF für Aufsehen gesorgt, als sie die Existenz des GSSAP Projekts offenlegte. Dessen Aufgabe bestand darin, Informationen zu geostationären Satelliten anderer Nationen und Betreiber zu sammeln. Dazu wurden die GSSAP Satelliten auf einer Bahn knapp über dem geostationären Orbit „stationiert“. Dort beließ man sie weitgehend in freier Drift, bis sie den Auftrag erhielten, Satelliten von militärischem oder​geheimdienstlichem Interesse anzusteuern. Über welche Ausrüstung die Satelliten verfügten, die relevanten Informationen zu sammeln, blieb ungeklärt. Offenbar lag der Schwerpunkt aber in der visuellen Charakterisierung der Satelliten und weniger in der Sammlung von ELINT Informationen. Eine Delta IV Medium+ (4,2) beförderte GSSAP 3 (USA 270) und GSSAP 5 (USA 271) von Cape Canaveral auf eine geostationäre Transferbahn. Der weitere Verlauf der von der USAF als AFSPC-​6 bezeichneten Mission unterlag der Geheimhaltung.
Der Start des Satellitenpaares erfolgte nur einen Tag nachdem die USAF verlauten lassen hatte, daß sie einen der 2014 gestarteten GSSAP Satelliten benutzt hatte, um Informationen zum Zustand von MUOS 5 zu sammeln. Dieser US Navy Kommunikationssatellit war nach seinem Start am 24.06.2016 auf einer Transferbahn gestrandet, nachdem es zu einem Ausfall seines Apogäumstriebwerks gekommen war. Ob, und wenn ja welche, neuen Information dabei gewonnen werden konnten, gab die USAF allerdings nicht bekannt.
24August

die Ariane-5ECA VA232 in der Startzone

Gleich zwei Nutzlasten für den langjährigen Kunden Intelsat beförderte am 24.08.2016 eine Ariane-​5ECA von Kourou in Französisch Guyana auf ihre Transferbahnen. Der größere der beiden, Intelsat 33e, gehörte zu einer zweiten Tranche von BSS-​702MP Satelliten, die die Intelsat S.A. bei Boeing bestellt hatte. Ausgerüstet mit speziell auf hohen Datendurchsatz optimierten C– und Ku-​Band Transpondern für das EpicNG System sollte der Satellit neuartige Internetangebote erlauben. Jeder der Satelliten konnte dabei einen Gesamtdatendurchsatz zwischen 25 und 60 Gbps erreichen, etwa dem Zehnfachen herkömmlicher Satelliten und immer noch einem Vielfachen geplanter Ka-​Band Modelle. Intelsat 33e war für eine Stationierung über 60° Ost vorgesehen, wo er den 2002 gestarteten Intelsat 904 ablösen sollte.
Beim Start innerhalb der SYLDA Doppelstartvorrichtung untergebracht war hingegen der von Space Systems/​Loral gebaute Intelsat 36. Mit seinen 30 Ku-​Band und 10 C-​Band Transpondern sollte sowohl direktempfangbare TV-​Programme ausstrahlen als auch Zuspielungen an Kabelnetze unternehmen. Seine Zielposition lag bei 68,5° Ost über dem Indischen Ozean. Somit konnte er ebenso weite Gebiete (des südlichen) Afrikas wie auch Südasiens erreichen.
Während Intelsat 36 problemlos eine vorläufige geostationäre Position erreichte, auf der seine Systeme vor dem Transfer auf die Arbeitsposition getestet werden konnten, mußte der Eigner Intelsat einige Wochen nach dem Start einräumen, daß Intelsat 33e auf dem Weg in den GEO gestrandet war. Ähnlich wie bei MUOS 5 im Juni hatte das Apogäumstriebwerk versagt. Nach einer Analyse der Situation war man bei Intelsat zwar überzeugt, daß der Satellit mit einer Serie von Zündungen der kleineren Steuertriebwerke doch noch auf einen geostationären Orbit gehoben werden konnte. Die Indienststellung würde sich aber um einige Monate verzögern. Und der Triebstoffverbrauch hätte eine verkürzte Lebensdauer von etwa anderthalb Jahren zur Folge. Tatsächlich nahm Intelsat 33e am 29.01.2017 den kommerziellen Sendebetrieb auf, knapp drei Monate später als ursprünglich geplant.
Nach dem unerwarteten Versagen von zwei Apogäumstriebwerken unterschiedlicher Hersteller (IHI im Fall von MUOS und LEROS/​Moog im Fall von Intelsat) setzte die USAF den nächsten Start eines SBIRS-​GEO Satelliten vorläufig aus. Selbst ohne konstruktive Gemeinsamkeiten (die SBIRS Satelliten verwendeten allerdings wie die BSS-​702MP auch ein LEROS-​1C Triebwerk) war doch die Gefahr zu groß, daß die Ausfälle auf die Komponente eines gemeinsamen Zulieferers zurückzuführen gewesen waren.
26August

die geborgene Landekapsel der CRS 9 „Dragon“

Die CRS 9 Mission zur Versorgung der Internationalen Raumstation näherte sich Ende August 2016 ihrem Ende. Das mit etwa 1.550 kg Proben von Experimenten, verschlissenem Equipment u.a.m. beladene Raumschiff löste sich am 25.08.2016 um 21:00 UTC von der Raumstation. Der Canadarm2 der Raumstation schwenkte das „Dragon“ Raumschiff dann von der ISS weg und setzte es am 26.08.2016 um 10:11 UTC frei. Nach einigen Bahnmanövern leitete die „Dragon“ dann das Wiedereintrittsmanöver ein. Die Mission kam schließlich am 26.08.2016 um 15:47 UTC zu ihrem Ende, als die Landekapsel des Raumschiffs etwa 525 km südwestlich von Baja California im Pazifik wasserte und geborgen wurde.
31August

eine der schließlich doch noch veröffentlichen Aufnahmen des Gaofen 10 Starts

Selbst für chinesische Verhältnisse extrem dürftig war die Informationslage zum bevorstehenden Start einer CZ-​4C Rakete am 31.08.2016 vom Raumfahrtgelände Taiyuan. Zwar wurden die üblichen Flugverbotszonen eingerichtet und gemäß internationaler Abkommen veröffentlicht. Eine Pressemitteilung zum Ausgang des Starts wurde hingegen nicht herausgegeben. Ebensowenig ein Hinweis auf einen Startaufschub. Als am nächsten Tag im Internet Fotos von den Bergungsoperationen der ausgebrannten Raketenstufen und der Nutzlastverkleidung auftauchten, wurde klar, daß der Start tatsächlich erfolgt war. Die US Weltraumüberwachung hatte jedoch kein neues Objekt katalogisiert, daß diesem Start hätte zugeordnet werden können. Damit verdichteten sich die Hinweise auf einen Fehlstart. Im Gegensatz zum letzten derartigen Ereignis, bei dem immerhin nach einigen Stunden eine kurze Pressemitteilung veröffentlich worden war, gab es diesmal auch nach Tagen nichts dergleichen. Kontakte aus der chinesischen Raumfahrtindustrie bestätigten aber wohl, daß der Gaofen 10 Satellit (von dem vor dem Start keinerlei technische Parameter bekanntgeworden waren) wegen eines Problems bei der Wiederzündung der YF-​40 Drittstufentriebwerke keinen Orbit erreicht hatte.