Chronik
Olafs Raumfahrtkalender

Olafs Raumfahrtkalender

Geschichte und Geschichten aus mehr als 5½ Jahrzehnten Raumfahrt

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Statistik erstellt: 2017-06-23T22:23:13+02:00

Februar 2017.

5Februar

„Kounotori“ 6 kurz vor dem Unberthing am 27.01.2017

Nach dem Freisetzen von „Kounotori“ 6 am 27.01.2017 waren mit dem HTV Frachtraumschiff noch einige abschließende Experimente geplant. Besonders interessant war dabei das KITE (Kounotori Integrated Tether Experiment), bei dem eine 20 kg Endmasse an einer elektrisch leitenden Trosse bis auf 700 m Entfernung zum Raumschiff abgespult werden sollte. Das besondere Interesse galt dabei dem erwarteten Stromfluß. Denn derartige „Tether“ Experimente wurden als eine Möglichkeit angesehen, Nutzlasten gezielt aus einem Orbit zu entfernen, um u.a. dem Problem der Vermüllung des erdnahen Weltraums entgegenzuwirken. Leider scheiterte auch dieses Experiment, wie schon viele zuvor, an Problemen bei der Handhabung der Trosse. Auch wenn keine Details bekanntgegeben wurden, gelang es offenbar nicht, die Endmasse freizugeben und die Trosse abzurollen. Die Versuche wurden noch einige Tage fortgesetzt, schließlich aber ergebnislos eingestellt. Eine Serie von Bahnmanövern senkte den Orbit des HTV-​6 schließlich soweit ab, daß eine finale Triebwerkszündung das Raumschiff über dem Pazifik in die Atmosphäre steuern konnte. Am 05.02.2017 gegen 15:06 UTC verglühte „Kounotori“ 6 und mit ihm diverse zur Entsorgung mitgegebene Frachtstücke, so auch die ausgetauschten Batterien der ISS.
14Februar

Start der Ariane-5ECA VA235

Transfer von Intelsat 32e in Kourou

Telkom 3S vor der Montage auf dem Träger

Die erste Ariane Mission des Jahres 2017 startete am 14.02.2017 von Kourou in Französisch Guyana. An Bord der Ariane-​5ECA befanden sich zwei Kommunikationssatelliten, die auf eine geostationäre Transferbahn befördert werden sollten: Intelsat 32e alias SkyBrasil 1 und Telkom 3S, beide aus europäischer Produktion. Airbus Defence and Space, vormals EADS Astrium, hatte für Intelsat einen Eurostar-​3000X Bus ausgerüstet. Seine Kommunikationsnutzlast umfaßte einen Mix aus 60 (nach anderen Quellen 56) Ku– und 21 Ka-​Band Transponder. Die Nutzungsrechte an den Ku-​Band Transpondern teilten sich Intelsat und DirecTV Latin America jeweils etwa zur Hälfte. Dagegen wurden die Ka-​Band Kapazitäten exklusiv von Yahsat (Al Yah Satellite Communications Company) aus Abu Dhabi vermarktet. Stationiert über 43,1° West sollte IS-​32e einerseits Südamerika, insbesondere Brasilen, mit HD Fernsehprogrammen versorgen. Die EpicNG Nutzlast hingegen zielte auf die Karibik und die Nordatlantikregion, wo Passagieren auf interkontinentalen Flügen eine leistungsfähige Breitbandanbindung gestellt werden sollte. Yahsat nutzte dagegen die Kapazitäten seiner „gehosteten“ Nutzlast, um seine Angebote auch außerhalb der angestammten Region (Golfstaaten, Mittelmeerraum, Asien) zu verbreiten.
Deutlich kleiner als Intelsat 32e war der von Thales Alenia Space gebaute Telkom 3S. Der Spacebus-​4000B2 Satellit besetzte beim Start die untere Position der Doppelstartvorrichtung. Er war von der PT Telekomunikasi Indonesia Tbk. als Ersatz für den Telkom 3 Satelliten bestellt worden, den eine russische Proton-​M im Sommer 2012 auf einer unbrauchbaren Bahn abgesetzt hatte. Die Kommunikationsnutzlast beider Satelliten war nahezu identisch. Telkom3S hatte 32 C-​Band Transponder (davon 8 für das erweiterte C-​Band) und 10 Ku-​Band Transponder an Bord. Dies erlaubte von der 118° Ost Orbitalposition vielfältige Dienstleistungen anzubieten. Darunter die Abstrahlung von HDTV-​Programmen und die Versorgung entlegener Regionen mit Mobilfunk (GSM) oder Internet. Gesendet wurde nach Indonesien, Malaysia allgemein Südostasien.
15Februar

die PSLV-C37 auf dem FLP

Cartosat 2D Test

eine der ersten Cartosat 2D Aufnahmen mit dem HRMX Instrument

PSLV-C37 on-Board Video

Helle Begeisterung löste die Ankündigung der ISRO zum Start der PSLV-​C37 in Indien aus. Doch auch im Ausland erfuhr diese Mission ungewohnte Aufmerksamkeit. Denn die PSLV-​XL sollte die Rekordzahl von 104 Satelliten auf polare Bahnen im 500 km Höhenbereich befördern. Damit stellte man alle bisherigen Rekorde hinsichtlich der schieren Zahl an Nutzlasten klar in den Schatten. Am 15.02.2017 hob die Rakete vom älteren PSLV Startkomplex in Sriharikota ab. Nach siebzehneinhalb Minuten wurde die Hauptnutzlast, der Erderkundungssatellit Cartosat 2D, ausgesetzt. Dieser entsprach konstruktiv seinem im Vorjahr gestarteten Zwilling Cartosat 2C. Beide waren (wie auch die drei ersten Exemplare) mit einer panchromatischen Kamera ausgerüstet, verfügten aber auch über eine Multispektralkamera. Die vier-​kanalige HRMX (High-​Resolution Multi-​Spectral) konnte bei einer Schwadbreite von 10 km Bilder mit etwa 2 m Auflösung liefern. Das PAN Instrument (VNIR 0,500,85 µm) erreichte dagegen 0,65 m Auflösung. Die Erderkundungsdaten sollten für unterschiedliche Anwendungen im Bereich Land Information Systems (LIS) und Geographical Information Systems (GIS) genutzt werden. Zehn Sekunden nach Cartosat 2D wurden zwei experimentelle indische Nanosatelliten ausgestoßen. Beide basierten auf dem ISRO Nano Satellite Bus, mit dem die ISRO einen Standard für wissenschaftliche und technologische Missionen etablieren wollte. Vor allem sollten indische Universitäten und Forschungsinstitute so die Gelegenheit erhalten, ihre Experimente auf einer erprobten Satellitenplattform zu fliegen, ohne sich selbst mit Bau und Entwicklung eines kompletten Satelliten zu belasten. INS 1A trug zwei Instrumente des Space Applications Centre (SAC) der ISRO. Mit dem Surface Bidirectional Reflectance Distribution Function Radiometer (SBR) sollte die Bidirektionale Reflektanzverteilungsfunktion der Erdoberfläche bestimmt werden, während der Single Event Upset Monitor (SEUM) Bitfehler durch hochenergetische ionisierende Teilchen, sogenannte Single Event Upsets, in COTS (Commercial Off-​The-​Shelf) Bauteilen registrieren sollte. Auf INS 1B flogen hingegen der Earth Exosphere Lyman Alpha Analyser (EELA) vom Laboratory for Electro-​Optics Systems (LEOS) in Bengaluru und die Origami Camera des SAC. Mit dem EELA wurden Untersuchungen zur Lyman-​Alpha Strahlung sowohl im irdischen Umfeld als auch im Tiefraum unternommen. Die Origami Camera hingegen zeichnete sich durch eine innovative Optik aus, die eine sehr kompakte Bauweise zuließ. Diesmal wurde sie als farbfähige Erderkundungskamera eingesetzt. Die ISRO hoffte jedoch, sie für andere Missionen skalieren und anpassen zu können. Überraschend für die ISRO Techniker gab es mit beiden INS Satelliten nach dem Aussetzen Probleme. Sie konnten zunächst nicht stabilisierte werden und auch die Kontaktaufnahme gestaltete sich schwierig. Innerhalb von drei Wochen gelang es aber, sie unter Kontrolle zu bringen und die geplanten Experimente aufzunehmen. Weniger als eine Minute nach dem Aussetzen der beiden INS Satelliten begann der jeweils paarweise im Abstand weniger Sekunden vollzogene Ausstoß der restlichen gut 100 Satelliten aus 25 sogenannten „QuadPacks“. Den größten Umfang hatte dabei die Flock 3p Konstellation mit insgesamt 88 Satelliten. Wie ihre Vorgänger lieferten auch Flock 3p-​1 bis Flock 3p-​88 dem Eigentümer Planet Labs hochauflösende Erdaufnahmen in Form von Stand– und Videobildern. Zusammen mit den bereits seit Juni 2016 auf einer ähnlichen Bahn operierenden zwölf Flock 2p bildeten die insgesamt 100 Satelliten einen „line scanner“, der praktisch kontinuierlich Daten lieferte. Dank der im Vergleich zum sonst meist praktizierten Aussetzen von Bord der ISS höher liegenden Bahn erwartete man auch eine längere Betriebsdauer der Konstellation bei immer noch vergleichbarer Bildqualität. Acht weitere Satelliten zählten zur Lemur 2 Serie des US Unternehmens Spire, das mit ihnen Dienstleistungen für die Positionsbestimmung von Schiffen mittels AIS (Automatic Identification System) und GPS Radio Okkultationsdaten der Atmosphäre anbot. Die Satelliten wurden wieder von und nach Mitarbeitern des Unternehmens benannt („Jobanputra“, „Spire-​Minions“, „Satchmo“, „Rdeaton“, „Smita-​Sharad“, „Mia-​Grace“, „NoguesCorreig“ und „Tachikoma“). Der Start von fast 100 US Satelliten auf einer indischen Rakete konnte nur dank einer Ausnahmegenehmigung des COMSTAC (Commercial Space Transportation Advisory Committee under the U.S. FAA) erfolgen. Normalerweise sollten amerikanische Nutzlasten bevorzugt auf heimischen Raketen fliegen. Und Indien unterlag zudem noch weiteren Restriktionen beim Export von Hochtechnologie. Neben den 96 Satelliten der großen Konstellationen flogen fünf individuelle CubeSats auf dieser PSLV Mission. BGUSat von der Ben-​Gurion-​Universität des Negev wurde als 3U CubeSat mit entfaltbaren Solarzellenflächen realisiert. Neben der Erprobung verschiedener technischer Lösungen wollten die Studenten mit innovativen Kameras Aufnahmen zur Wolkenbedeckung gewinnen und Daten zur atmosphärischen Hintergrundstrahlung sammeln. Zur technologischen Ausrüstung zählten ein 3-​Achsen-​Inertial-​Sensor, ein GPS-​Empfänger und ein Magnetometer. Dazu kam eine experimentelle Nutzlast zur optischen Kommunikation. Ebenfalls um einen 3U CubeSat handelte es sich bei PEASSS, der Piezo Electric Assisted Smart Satellite Structure. Die Entwicklung des Satelliten wurde mit Geldern der Europäischen Kommission gefördert und von den Unternehmen Active Space Technologies GmbH (Deutschland), TNO und ISIS (Niederlande), SONACA (Belgien) sowie Technion und NSL (Israel) umgesetzt. Ziel des Projekts waren Entwicklung und praktische Erprobung zahlreicher innovativer technischer Lösungen. So wurde der Satellit aus sogenannten „smart structures“ aufgebaut. Highlight war ein sekundäres piezo-​elektrisches Energieerzeugungssystem. Aber auch zur Positionierung von Sensoren sollten Piezo-​Elemente eingesetzt werden. Ungewöhnlich war die Mission von DIDO 2. Der 3U CubeSat des israelisch-​schweizerischen Unternehmens SpacePharma SA sollte als fliegendes Labor für die Pharmaforschung unter kosmischen Bedingungen fungieren. Ausgestattet mit von der Erde aus steuerbaren miniaturisierten Mikroskopen und Spektrometern waren vielfältige Experimente konzipiert worden, die auf einer langfristig angelegten Serie von ähnlichen Satelliten fliegen konnten. 2,5 von drei Höheneinheiten des Satelliten standen dabei tatsächlich der wissenschaftlichen Nutzlast zur Verfügung. Auf der ersten Mission flog u.a. ein Mikrogravitationsexperiment, das das Institute of Process Engineering (IPE) und das Institute of Mechanics (IM) und dem Dach der Chinesischen Akademie der Wissenschaften entworfen hatten. Dabei ging es um den Mechanismus der Interaktion zweier Flüssigkeiten unter Mikrogravitationsbedingungen (Dispersion von Wassertropfen in Öl). Daher trug der Satellit zu Ehren einer der führenden chinesischen Kapazitäten auf dem Gebiet der Materialforschung, Akademiemitglied Dr. Chen Jiayong, den Beinamen Chen Jiayong 1. Die drei weiteren Experimente stammten von der israelischen Ben-​Gurion Universität (Mikrofluidforschungen), dem deutschen Fraunhofer-​Institut für Molekularbiologie (Enzymstudien) und von der britischen Cronin Laboratory School of Chemistry der University of Glasgow (Grundlagenforschung zum 3D-​Druck individuellen Medikamenten). Der Start von DIDO 2 hätte eigentlich erst nach dem für das Frühjahr 2016 geplanten Flug von DIDO 1 auf einer Falcon-​9 erfolgen sollen. Die anhaltenden Verzögerungen bei SpaceX und die Nichtverfügbarkeit der Dnepr-​1, auf der DIDO 2 starten sollte, führten zur kurzfristigen Umbuchung des zweiten Satelliten auf die indische PSLV. Von der nationalen kasachischen Al-​Farabi-​Universität stammte der 2U CubeSat Al-​Farabi 1. Er war als typisches studentisches Trainingsprojekt konzipiert worden und verfügte vor allem über eine 3 MP CMOS-​Kamera für Erdaufnahmen. Auch der Start dieses Satelliten war ursprünglich auf einer Dnepr-​1 gebucht gewesen. Kleinster der Satelliten bei der PSLV-​C37 Mission war Nayif 1 alias Emirates-​OSCAR 88 (EO-​88). Der 1U CubeSat stammte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und war dort von Studenten der American University of Sharjah (AUS) mit Unterstützung der Emirates Institution for Advanced Science and Technology (EIAST) gebaut worden. Abgesehen von seiner Trainingsfunktion für die Studenten war dem Satelliten eine Rolle als Amateurfunktransponder zugedacht. Die britische FUNcube 5 Nutzlast brachte ihm die entsprechende OSCAR Kennung der AMSAT ein.
Obwohl das heikle Aussetzmanöver der 104 Satelliten noch reibungslos funktioniert hatte, kam es wenig später zu einer Serie gefährlicher Annäherungen an einen anderen Satelliten. Gegner geplanter Mega-​Satellitenkonstellationen hatten auf das steigende Risiko von Kollisionen, auch und insbesondere mit Weltraumschrott und inaktiven Satelliten hingewiesen. Kettenreaktionen nicht ausgeschlossen. Nun sorgten mehrere nahe Vorbeiflüge an dem 1985 gestarteten und längst inaktiven Kosmos 1674, einem sowjetischen ELINT Satelliten des Zelina-​D Typs, für über 400 Warnungen an die Satellitenbetreiber. Allerdings kamen sich die Bahnen diesmal wohl in keinem Fall so nahe, daß eine akute Kollisionsgefahr bestanden hätte.
19Februar

Betankung der Falcon 9 für CRS-10

die Erststufe der CRS-10 Mission im Anflug auf die LZ-1 von Cape Canaveral

Dragon CRS-10 kurz vor dem Freisetzen

Rückkehr der CRS-10 Landekapsel

die geborgene Landekapsel der CRS-10 Mission

Nach der Wiederaufnahme der Falcon 9 Flüge im Januar 2017 mit einem Start von der Vandenberg AFB stand der erste Start von der US Ostküste noch aus. Die Schäden am Startkomplex SLC-​40 nach der Explosion einer Falcon 9 v1.2 im September 2016 verhinderten bis auf Weiteres Starts von dort. Und entgegen vollmundiger Bekundungen war der ehemalige Shuttle Startkomplex SLC-​39A noch nicht einsatzbereit. Schließlich wurde die Dragon CRS-​10 Versorgungsmission zur ISS als diejenige ausgewählt, die den umgebaute SLC-​39A einweihen sollte. Ein erster Versuch für einen „Hotfire Test“ am 11.02.2017 mußte während des Countdowns abgebrochen werden. Doch am nächsten Tag gelang der Probelauf. Am 17.02.2017 war das Raumschiff dann beladen und Rakete in der Vertikalen. Doch wegen eines Problems mit der Schubvektorkontrolle der zweiten Stufe mußte am 18.02.2017 der Countdown bei T-​13 s abgebrochen werden. SpaceX Chef Elon Musk hatte die Entscheidung dazu getroffen, obwohl die Parameter des Systems noch eben in den zulässigen Grenzen gelegen hatten. Nach Reparaturen über Nacht wurde am 19.02.2017 der Countdown wieder aufgenommen. Und diesmal gelang ein fehlerfreier Start. Die Nutzlast erlaubte es diesmal sogar, einen Landeversuch der Erststufe auf der Landing Zone 1 von Cape Canaveral, also an Land, zu unternehmen. Während die Dragon CRS-​10 noch den Orbit ansteuerte, war die Stufe schon wieder sicher zurück in Florida. Doch auch das raumschiff erreichte präzise die geplante Bahn. Aus dieser steuerte die Falcon nun eine Bahn unmittelbar unterhalb der ISS an und bereitete sich auf das Docking vor. Doch in der Endphase des Anflugs auf die Raumstation wurde fehlerhafte GPS Daten im Computerprogramm der Dragon festgestellt und das Manöver automatisch abgebrochen. Es entpuppte sich später als Fehler beim Upload der Daten, war also leicht zu korrigieren. Somit war der Weg frei für das Berthing am nächsten Tag. Am 23.02.2017 um 10:44 UTC wurde das Schiff mit dem Canardarm2 der Station gegriffen und um 13:12 UTC war das Berthing am „Harmony“ Modul vollzogen. Ein Mix an unterschiedlichsten Nachschubgütern war damit auf der ISS eingetroffen, darunter auch 40 Mäuse für biologische Experimente. Zudem im „Trunk“ des Raumschiffs das SAGE III (Stratospheric Aerosol and Gas Experiment) Erdbeobachtungsinstrument und das STP-​H5 Experimentenpaket des DoD.
Die Dragon CRS-​10 blieb bis zum 18.03.2017 am „Harmony“ Modul verankert. Um 21:30 UTC wurden die Sicherungsbolzen gelöst und das Raumschiff mit dem Canadarm2 nach unten weggeschwenkt. Das Freigeben erfolgte erst am 19.03.2017 um 09:11 UTC. Drei Triebwerkszündungen brachte den Frachter dann auf Abstand zur ISS, bevor das Retromanöver eingeleitet wurde. Die Kapsel wasserte am 19.03.2017 um 14:46 UTC etwa 320 km südwestlich von Long Beach im Pazifik. Dort wurde sie von einem kleinen Arbeitsschiff an Bord genommen und an Land gebracht. Während auf diesem Weg 1.652 kg an Material von der ISS zur Erde zurückkehrten, waren andere ausgediente Experimente planmäßig mit dem Trunk in der Atmosphäre verglüht. Darunter Ausrüstung der Robotic Refueling Mission, das OPALS (Optical Payload for Lasercomm Science) Laserkommunikations-​Experiment und ein ausgedienter MISSE (Materials International Space Station Experiment) Probencontainer.
22Februar

Start von Progress MS-05 auf der letzten Sojus-U Rakete

die Nutzlastverkleidung der Progress MS-05 mit dem Jubiläums-Aufkleber

Nach dem Verlust von Progress MS-​04 Anfang Dezember 2016 wurde der Start der nächsten russischen Versorgungsmission zur ISS mit Spannung erwartet. Zumal trotz wirklich intensiver Bemühungen keine eindeutige Ursache für den Fehlstart der Sojus-​U 11A511U gefunden werden konnte. Somit blieb nur, das nächste (und zugleich letzte) Exemplar dieses eigentlich so zuverlässigen Raketenmodells noch rigoroseren Kontrollen zu unterziehen als ohnehin schon üblich. Denn die Indizien deuteten auf Mängel in der Fertigung und bei der Qualitätskontrolle. Ende Januar 2017, wenige Tage nach Bekanntgabe der Untersuchungsergebnisse zum Progress MS-​04 Fehlstart, wurde der neue Starttermin für Progress MS-​05 bekanntgegeben, der 01.03.2017. Schon eine Woche später zog man den Termin aber auf den 22.02.2017 vor. Dabei blieb es dann auch. Die Sojus hob am 22.02.2017 um 05:59 UTC von der „Gagarin-​Rampe“ in Baikonur ab. Auf der Nutzlastverkleidung prangte dabei ein großes Portrait von Sergej P. Koroljow, dessen 110. Geburtstag im Januar begangen worden war. Nach einem ohne Probleme verlaufenen Anflug auf die Internationale Raumstation erfolgte das Docking am erdzugewandten Port des „Pirs“ Moduls am 24.02.2017 um 08:30 UTC, und damit bereits einige Minuten vor der berechneten Zeit. Zu den eher ungewöhnlichen Positionen auf der Frachtliste dieser Progress gehörte ein zweites Exemplar des neuen Orlan-​MKS Raumanzugs, dessen erstes Einsatzexemplar leider mit Progress MS-​05 verglüht war.