Raketen
Olafs Raumfahrtkalender

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Geschichte und Geschichten aus mehr als 5½ Jahrzehnten Raumfahrt

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Statistik erstellt: 2017-09-26T18:08:29+02:00
CZ-3A

Die chinesische Trägerrakete CZ-​3 entstand Anfang der 1980er Jahre auf der Basis des bewährten Modells CZ-​2, dem eine neue kryogene Oberstufe aufgesetzt wurde. In dieser dreistufigen Version war die Rakete nun in der Lage, die ersten Nachrichtensatelliten Chinas auf geostationäre Übergangsbahnen zu befördern. Ab 1986 wurde die CZ-​3 von der CGWIC auch international kommerziell angeboten. Die rasch wachsende Masse geostationärer Kommunikationssatelliten in den 1980er und 1990er Jahren zeigte jedoch bald die Grenzen der CZ-​3 auf. Daher wurden mehrere Aufträge zur Weiterentwicklung der Rakete vergeben. Zunächst entstand die CZ-​3A, bei der die Erststufe gestreckt wurde, um Platz für mehr Treibstoff zu schaffen. Die Entwicklung dieses Modells begann offiziell im März 1986. Als Antrieb kam weiterhin ein Flüssigkeitstriebwerk mit vier schwenkbaren Brennkammern zum Einsatz. Im Hinblick auf zukünftige Modifikationen wurde die Zelle soweit verstärkt, daß die Montage von Boostertriebwerken möglich wurde. Die Zweitstufe blieb weitgehend unverändert. Sie arbeitete mit einem Flüssigkeitstriebwerk mit fester Brennkammer, dafür jedoch vier schwenkbaren Vernier-​Triebwerken. Allerdings kam als Triebwerk mit dem DaFY20-​1 eine erheblich verbesserte Version des YF-​24 aus der CZ-​3 zum Einsatz. Die Düsen der Haupttriebwerke wuchsen für eine bessere Arbeit im Vakuum um 450 mm, die der Steuertriebwerke um 104 mm. Schub und spezifischer Impuls nahmen spürbar zu. Vollkommen überarbeitet wurde die Drittstufe. Sie erhielt zwei leistungsstärkere kryogene Triebwerke und verfügte nun gleichfalls über einen größeren Durchmesser, um mehr Treibstoff mitführen zu können. Die Triebwerke konnten in zwei Achsen um bis zu 4° ausgelenkt werden. Das Triebwerk konnte zweimal gezündet werden, wobei das begrenzende Element in der Anzahl der Pulverladungen bestand, die zum Start der Turbinen mitgeführt wurden. Grundlegend überarbeitet wurde das Flugkontrollsystem, daß wesentlich leichter gestaltet werden konnte und auch leistungsfähiger wurde. Damit stieg nicht nur die Nutzlastkapazität der Rakete erheblich an, sondern auch die Fähigkeit, größere Bahnmanöver zu unternehmen.
International gelang der CZ-​3A der kommerzielle Durchbruch nicht. Das lag insbesondere an der allgemein zurückgehenden Nachfrage gegen Ende der 1990er Jahre und an amerikanischen Exportbeschränkungen für Satelliten. Mehrere chinesische Satelliten konnten dagegen erfolgreich mit der CZ-​3A gestartet werden.



Gesamtsystem
Nation China
Bezeichnung(en) Chang Zheng 3A (CZ-​3A), Long March 3A (LM-​3A)
Entwicklungszeitraum 19861994
erster Start 08.02.1994
Einsatzzeitraum 1994
Stufenzahl 3
Gesamthöhe 52,52 m
Basisdurchmesser 3,35 m
Spannweite der Stabilisierungsflächen 6,35 m
max. Nutzmasse 2.650 kg (GTO)
Leermasse
Treibstoffmasse
Startmasse ca. 241.000 kg
Startschub 2.962 kN
1. Stufe
Hersteller
Bezeichnung(en)
Länge 26,97 m
Durchmesser 3,35 m
Leermasse 11.230 kg
Treibstoffmasse 172.050 kg
Gesamtmasse 183.280 kg
Antrieb 1 Flüssigkeitstriebwerk DaFY6-​2 bestehend aus 4 Einzeltriebwerken YF-​20
Treibstoff UDMH + Stickstofftetroxid
Startschub 2.962 kN
spezifischer Impuls (Seehöhe) 261 s
Brenndauer 146 s
2. Stufe
Hersteller
Bezeichnung(en)
Länge 11,28 m
Durchmesser 3,35 m
Leermasse 3.561 kg
Treibstoffmasse 30.555 kg
Gesamtmasse 34.116 kg
Antrieb 1 Flüssigkeitstriebwerk (Haupttriebwerk DaFY20-​1 + Vierkammer Vernier DaFY21-​1)
Treibstoff UDMH + Stickstofftetroxid
Vakuumschub 789 kN = 742 kN (Haupttriebwerk) + 4 × 12 kN (Vernier)
spezifischer Impuls (Vakuum) 298 s (Haupttriebwerk) + 289 s (Vernier)
Brenndauer 114 s (Haupttriebwerk) /​119 s (Vernier)
3. Stufe
Hersteller
Bezeichnung(en)
Länge 12,38 m
Durchmesser 3,00 m
Leermasse 2.742 kg
Treibstoffmasse 18.193 kg
Gesamtmasse 20.935 kg
Antrieb 1 Zweikammer Flüssigkeitstriebwerk YF-​75
Treibstoff Flüssigwasserstoff + Flüssigsauerstoff
Vakuumschub 157 kN
spezifischer Impuls (Vakuum) 440 s
Gesamt-​Brenndauer 469 s
Nutzlastverkleidung
Länge 8,89 m
max. Durchmesser 3,35 m
Konstruktionsmasse 500 kg