Trägerraketen
Olafs Raumfahrtkalender

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Geschichte und Geschichten aus sechs Jahrzehnten Raumfahrt

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Statistik erstellt: 2017-10-19T14:30:00+02:00
Sojus-U 11A511U

Die Sojus-​U (Erzeugnis 11A511U) wurde zu Beginn der 1970er Jahre als verbesserter und standardisierter Nachfolger einer Reihe von Raketenmodellem aus der R-​7 Familie entwickelt. Abgelöst wurden von ihr sowohl die ursprüngliche Sojus (Erzeugnis 11A511), als auch die nur in geringer Stückzahl eingesetzte Sojus-​M (Erzeugnis 11A511M) und vor allem die Woschod (Erzeugnis 11A57). Erfahrungen aus dem Betrieb dieser Raketen flossen in die Entwicklung der Sojus-​U ein. Modifikationen der verschiedenen Baureihen wurden nun standardisiert. Vor allem die Grundstufen wurden verbessert und erhielten überarbeitete Triebwerke. Das Brennregime wurde verändert und ein verbessertes Zeitschaltwerk eingeführt, das eine exaktere Einhaltung des Startzeitpunktes garantieren sollte. Eine höhere Sicherheit ergab sich aus der Möglichkeit, nun erstmals die bereits gezündeten Triebwerke auf der Rampe wieder abzustellen. Die Sojus-​U wurde von vornherein so ausgelegt, daß sie sowohl den Ansprüchen unbemannter als auch bemannter Missionen genügte. Nach ersten Einsätzen ab Mai 1973 zum Start von Zenit Fotoaufklärungssatelliten begannen im Jahr darauf auch die bemannten Missionen im Sojus Programm. Nach verschiedenen Modernisierungsprogrammen steht die Sojus-​U auch heute noch im Einsatz und zählt zu den zuverlässigsten Raketen überhaupt. Mit Sicherheit handelt es sich aber um das am häufigsten eingesetzte Raketenmodell. Ende der 1990er Jahre wurde die Sojus-​U von dem privaten Startanbieter Starsem nochmals überarbeitet und wurde mit den neuen manövrierfähigen Viertstufen vom Typ „Ikar“ bzw. „Fregat“ eingesetzt. Erst nach der Jahrtausendwende begann die Einführung der nochmals verbesserten Sojus-​2 Familie mit neuen Computern und stärkeren Triebwerken bei ansonsten gleichem Grundkonzept.



Gesamtsystem
Nation Sowjetunion/​Rußland
Bezeichnung(en) Sojus-​U 11A511U
Entwicklungszeitraum 19691973
erster Start 18.05.1973
Einsatzzeitraum 19732017
Stufenzahl 3
Gesamthöhe 44,43 m [40,67 m]
Spannweite über Stabilisierungsflächen 10,30 m
max. Nutzmasse 6.300 kg (LEO@82,5°)
Leermasse ca. 25.100 kg
Treibstoffmasse
Startmasse ca. 309.900 kg [ca. 309.700 kg]
Startschub 4.063 kN [4.053 kN]
1. Stufe (Außenblöcke)
Hersteller
Bezeichnung(en) Erzeugnis 11S59 Block B, W, G, D
Länge 19,82 m [19,61 m]
max. Durchmesser 2,68 m
max. Spannweite über Stabilisierungsfläche 3,82 m
Leermasse 4×3.915 kg
Treibstoffmasse 4×40.275 kg [4×40.285 kg]
Gesamtmasse 4×ca. 44.200 kg
Antrieb je 1 Vierkammer-​Flüssigkeitstriebwerk NPO Energomasch RD-​107 (Erzeugnis 11D512) [RD-​117] + 2 Vernier-​Triebwerke
Treibstoff Kerosin T-​1 + Flüssigsauerstoff
Startschub 4×821 kN [4×814 kN]
spezifischer Impuls (Seehöhe) 256 s
Brenndauer 118 s
2. Stufe (Zentralblock)
Hersteller
Bezeichnung(en) Erzeugnis 11S59 Block A
Länge 27,76 m [27,14 m]
max. Durchmesser 2,95 m
Leermasse ca. 6.700 kg [ca. 6.100 kg]
Treibstoffmasse ca. 94.200 kg [ca. 95.800 kg]
Gesamtmasse ca. 100.900 kg [ca. 101.900 kg]
Antrieb 1 Vierkammer-​Flüssigkeitstriebwerk NPO Energomasch RD-​108 (Erzeugnis 11D511) [RD-​118] + 4 Vernier-​Triebwerke
Treibstoff Kerosin T-​1 + Flüssigsauerstoff
Vakuumschub 978 kN [941 kN]
spezifischer Impuls (Vakuum) 316 s
Nominal-​Brenndauer 285..286 s
3. Stufe
Hersteller
Bezeichnung(en) Erzeugnis 11S510 Block I
Länge 6,74 m
max. Durchmesser 2,66 m
Leermasse 2.700 kg [2.710 kg]
Treibstoffmasse 22.600 kg [22.490 kg]
Gesamtmasse 25.300 kg [25.200 kg]
Antrieb 1 Vierkammer-​Flüssigkeitstriebwerk KB Chimawtomatiki RD-​0110 + 4 Vernier-​Triebwerke
Treibstoff Kerosin T-​1 + Flüssigsauerstoff
Vakuumschub 298 kN
spezifischer Impuls (Vakuum) 326 s
Maximal-​Brenndauer 250 s [240 s]
Nutzlastverkleidung
Länge 9,92 m [16,79 m]
max. Durchmesser 2,66 m