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Donnerstag,

18.08.1960

Der Flug von Discoverer XIV wurde die erste vollständig erfolgreiche Mission des CORONA Programms. Nach einem fehlerlosen Start der Thor-​DM18 Agena-​A Rakete am 18.08.1960 von der Vandenberg AFB war die Mission zunächst gefährdet, als die Agena-​Stufe im Orbit wild taumelte. Schließlich gelang die Stabilisierung aber und die KH-​1 Kamera konnte in Betrieb genommen werden. Das erstmals erfolgreiche Abfangen der Landekapsel bei der Rückkehr nach 17 Orbits durch die Besatzung einer USAF C-​119 im Luftraum von Hawaii wurde am nächsten Tag zum Höhepunkt der Mission. Insgesamt sechs C-​119 und eine C-​130 patrouillierten in dem etwa 95×320 km messenden Gebiet, in dem die Landung der Kapsel erwartet wurde. Die Maschine von Captain Harold E. Mitchell, der das Abfangen beim dritten Anflug schließlich gelang, befand sich in einer Außenzone, rund 640 km entfernt! Wie die Auswertung zeigte, hatte die an Bord von Discoverer XIV befindliche KH-​1 Kamera eine Reihe von brauchbaren Bildern geliefert. Deren Qualität reichte zwar nicht an die der Aufnahmen von U-​2 Spionageflugzeugen heran, dafür wurden jedoch auch Gebiete fotografiert, die bis dahin nicht mit Flugzeugen erreichbar waren. Insgesamt waren die Bildauswerter begeistert. Aufnahmen von mehr als 5.660.000 km² sowjetischen Territoriums waren gewonnen worden und die Auflösung lag teilweise bei immerhin 10 m. Auf den Fotos konnten 64 sowjetische Flugfelder und 26 bis dahin unbekannte Stellungen mit Flugabwehrraketen identifiziert werden. Bereits diese Aufnahmen zeigten allerdings auch, daß die propagierte Raketenlücke wohl gar nicht existierte. US Präsident Dwight D. Eisenhower und CIA Direktor Allen W. Dulles konnten sich am 25.08.1960 selbst ein Bild von der Qualität der Discoverer XIV Aufnahmen machen und erhielten ein Briefing zu den Erkenntnissen. Im Präsidentschafts-​Wahljahr 1960 wurden allerdings die Fakten zur tatsächlichen Bedrohungslage durch sowjetische Interkontinentalraketen mehr oder weniger geheimgehalten. Die Agena-​Stufe trug bei dieser Mission wieder eine Transit-​On-​Discoverer (TOD 4) Nutzlast, mit der ergänzende Experimente zu den dedizierten Transit Navigationssatelliten unternommen werden sollten. Nach drei Fehlstarts war es die erste, die es in den Orbit schaffte.