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Donnerstag,

27.04.1961

Einen ersten Gammastrahlungs-​Meßsatelliten startete die Juno II Rakete AM-​19E am 27.04.1961 von Cape Canaveral. Explorer XI bzw. S-​15 überschlug sich nach der Stufentrennung (die letzte Stufe wurde nicht abgetrennt, sie diente als zusätzliche Antenne) planmäßig mit einer Periode von 6 s. Er lieferte erstaunliche Meßwerte, die letztlich zur Entwicklung der Urknall-​Theorie zur Entstehung des Universums beitrugen. Allerdings litt die Mission darunter, daß der Datenrekorder an Bord gleich nach dem Start ausfiel und die Meßwerte so in Echtzeit übertragen werden mußten. Auch war die Bahn etwas zu hoch ausgefallen, so daß sie ungeplant durch Teile der Van-​Allen-​Strahlungsgürtel führte. Sobald diese durchquert wurden, konnten keine Strahlungsmessungen unternommen werden. Immerhin registrierte Explorer XI in seiner viermonatigen Lebensdauer 22 Gammastrahlen­ereignisse. Dazu verfügte er über ein Detektorgitter aus NaI– bzw. CsI-​Kristallen. Beim Auftreffen eines Gammaquants wurden ein Elektron und ein Positron freigesetzt, die unter Abgabe eines Lichtblitzes mit den Kristallen reagierten. Die Blitze wurden schließlich von einem Szintillationszähler registriert. Ein Verfahren, das in verbesserter Form bis heute Bestand hat. Am 06.12.1961 wurden die Sender des Satelliten per Funkkommando deaktiviert.