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Samstag,

29.09.1962

Bei dem am 29.09.1962 mit einer Thor-​SLV2 Agena-​D von Vandenberg gestarteten geheimen CORONA FTV-​1154 Aufklärungssatelliten fand die bewährte KeyHole KH-​4 Kamera Verwendung. Allerdings wurde erstmals zusätzlich eine Kamera zur Beobachtung des Sternenhimmels mitgeführt, die Referenzbilder zur exakteren Zuordnung der gleichzeitig aufgenommenen Aufklärungsfotos liefern sollte. Der Satellit entwickelte jedoch ab dem 19. Orbit Probleme mit der Lagestabilisierung. Der Antrieb eines IR-​Horizontsensors versagte und blieb fortan blockiert. Daraus resultierte ein Verlust der Stabilität um die Gierachse. Unter Kontrolle des „Lifeboat“ Notsystems wurde während des 49. Orbits die Kapsel mit dem belichteten Filmmaterial ausgestoßen. Sie konnte am 03.10.1962 nahe Hawaii in der Luft abgefangen und geborgen werden. Bei der Auswertung der Fotos zeigte sich, daß die Aufnahmequalität durch unkontrolliert einfallendes Streulicht beeinträchtigt war.
Trotz der Probleme mit der Orientierung des Satelliten und Schwierigkeiten mit der Energieversorgung lieferte auch das RM-​4 (Radiometric Measurement) Experiment über alle Orbits hinweg verwertbare Daten. Mit einer Serie von Radiometern, die als sekundäre Nutzlasten auf CORONA Satelliten mitflogen, wurden wertvolle Daten zur Infrarot-​Hintergrundstrahlung der Erde gesammelt. Eine genaue Kenntnis der Besonderheiten dieser Strahlung war unbedingt erforderlich, um die Sensoren der MIDAS (Missile Defense Alarm System) Satelliten abzustimmen und ihre Daten korrekt zu interpretieren.