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Samstag,

17.10.1964

Einen Tag nach dem ersten chinesischen Atombomben-​Test startete die USAF mit einer Thor-​SLV2A Agena-​D von Vandenberg einen CORONA Standard Fotoaufklärer mit KeyHole KH-​4A Kamera. Nach dem Ausstoß der ersten Kapsel mit Filmmaterial nach 49 Erdumläufen versagte die Lageregelung der Agena-​Stufe. Daraus resultierten Probleme mit der Kommandoübertragung an den Satelliten. Weitere Probleme betrafen die S-​Band Bake der Agena und einen Spannungwandler. Daher mußte die Mission abgebrochen und die zweite Kapsel nach 81 Orbits vorzeitig abgetrennt werden. Dabei bewährte sich der „Lifeboat“ Modus des Satelliten. Auch die zweite Kapsel wurde geborgen (aus dem Pazifik), beinhaltete aber keine nennenswerte Menge an belichtetem Film. Auf dem Filmmaterial aus der anderen Kapsel fanden sich hingegen interessante Aufnahmen vom chinesischen Atomtestgelände Lop Nur nach der Explosion des Testsprengsatzes, die im Vergleich mit zuvor gewonnenen Aufnahmen eine erste Abschätzung des chinesischen Atomwaffenpotentials ermöglichten.
China hatte bis 1964 als erstes „Entwicklungsland“ eine eigene Atombombe entwickelt. Allerdings handelte es sich bei dem Test vom 16.10.1964 noch um einen Sprengsatz, der weit von einer einsatzbereiten Waffe entfernt war. Der Sprengsatz wog 1.550 kg und basierte auf U-​235, da Plutonium in China noch nicht verfügbar war. Gezündet wurde die Bombe mit einer Sprengkraft von 22 kt auf einem 102 m hohen Turm. Trotz dieses technologisch noch recht konservativen Einstiegs in das atomare Wettrüsten konnte China weniger als drei Jahre später bereits seine erste Wasserstoffbombe zünden!