Information
Mittwoch,

02.07.1969

Obwohl die Ursache für den Fehlstart der Europa I F7 vom November 1968 noch nicht geklärt war, entschloß sich die ELDO, im Sommer 1969 einen weiteren Testflug zu unternehmen. Immerhin verzichtete man darauf, den ursprünglich geplanten operativen Satelliten mitzuführen. Stattdessen wurde wieder eine technologische Nutzlast vom Typ STV installiert. Nach einem zunächst normalen Start am 02.07.1969 von LC-​6A in Woomera explodierte aber auch die Europa I F8 unmittelbar (1,3 s) nach Zündung der Drittstufe. Doch diesmal führte die eingeleitete Untersuchung auf die Spur des Fehlers. Wie sich zeigte, entstand bei Auslösung der Stufentrennung ein Kurzschluß, der den Selbstzerstörungsmechanismus im Oxidatortank der „Astris“ Stufe aktivierte. Eine international besetzte Kommission analysierte ab November 1969 nun auch noch den Stand des gesamten Entwicklungsprogramms der Europa Rakete. Obwohl dabei vielfältige Defizite aufgedeckt wurden, empfahlen die Experten doch noch eine Fortsetzung der Trägerraketenqualifikation. Unter Berücksichtigung technischer und organisatorischer Verbesserungen.