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Freitag,

29.03.1974

Die amerikanische Raumsonde Mariner X vollführte am 29.03.1974 ihren ersten nahen Vorbeiflug am Ziel der Mission, dem Planeten Merkur. In nur 756 km Abstand passierte Mariner X den Planeten und fertigte eine Serie von Aufnahmen in herausragender Qualität an. Dazu kamen vielfältige Meßdaten. Bereits die ersten Bilder beim Anflug auf Merkur überraschten die Wissenschaftler, zeigte sich der Planet doch wesentlich mondähnlicher, als erwartet. Die Ergebnisse der Mariner X Mission führten zu einem vollkommen neuen Bild der Wissenschaft von diesem Planeten. Nicht nur der Nachweis älterer und jüngerer Einschlagskrater gelang, auch jüngere Oberflächenerscheinungen ohne nennenswerte Krater konnten identifiziert werden. Interessanterweise wurde eine nur auf dem Merkur zu beobachtende geologische Struktur entdeckt. Die „gewundenen Böschungen“ sind bogenförmige Bergrücken, zwischen 20 und 500 km lang und im Mittel 1 km hoch. Bemerkenswert ist, daß sie sämtliche anderen Arten von Oberflächenformationen durchschneiden. Einen Durchmesser von 1.300 km hat dagegen das Caloris Becken (Caloris Planitia), das vermutlich beim Einschlag eines planetoidengroßen Körpers entstanden ist. Ferner gelang der Nachweis der lange umstrittenen Existenz einer extrem dünnen Atmosphäre aus Helium und Argon. Auch entdeckte Mariner X ein Magnetfeld der Stärke 300 nT, für dessen Existenz es mehrere Theorien gibt.
Bereits der erste Vorbeiflug an Merkur lieferte mehr als 2.300 verwertbare Aufnahmen des Planeten, darunter neben Aufnahmen mittlerer auch solche sehr hoher Auflösung. Zwei weitere Vorbeiflüge lieferten weiteres hochinteressantes Material. Dennoch konnten nur etwa 50% der Merkuroberfläche dokumentiert werden. Daher warteten Wissenschaftler in aller Welt Jahrzehnte auf eine neue Mission zum Merkur. Die wurde schließlich mit der NASA Sonde MESSENGER konzipiert. Nach drei Vorbeiflügen schwenkte diese im März 2011 in einen Orbit um den Merkur ein und wurde zu einem würdigen Nachfolger von Mariner X.