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Freitag,

11.07.1975

Mit erheblicher Verzögerung gegenüber den Planvorgaben startete am 11.07.1975 von Plesetsk eine Wostok 8A92M Rakete mit dem ersten sowjetischen meteorologischen Satelliten der zweiten Generation. Die Arbeiten am Meteor-​2 System (Erzeugnis 11F632) hatte bereits 1967 begonnen. Doch die Entwicklung der Spektrometernutzlast warf erhebliche Probleme auf, die erst in den frühen 1970er Jahren gelöst werden konnten. So stand das erste flugfähige Exemplar dieses zentralen Instruments erst Anfang 1975 zum Einbau bereit. Die Meteor-​2 Satelliten verfügten über drei opto-​mechanische abtastende TV-​Systeme, die wiederum aus zwei Telefotometern mit 2 bzw. 1 km Bodenauflösung bei 2.100 bzw. 2.600 km Schwadbreite und einem IR-​Radiometer (8 km Auflösung bei 2.800 km Schwadbreite) bestanden. Dazu kamen ein Radiometer zur Messung von elektromagnetischen Feldern im Weltraum und ein 8-​Kanal IR-​Radiometer zur Erstellung von Temperaturprofilen der Atmosphäre. Ferner zählte ein Komplex zur Aufnahme und Weiterleitung meteorologischer Daten von autonomen Meßstationen zur Ausrüstung. Die Meteor-​2 Satelliten konnten Temperatur– und Feuchtigkeitsprofile der Atmosphäre erstellen, die Oberflächentemperatur von Gewässern ermitteln, die Schneegrenze kenntlich machen, die Eisbedeckung kartieren, die Höhe der Wolkenobergrenze bestimmen und TV-​Bilder der Erdoberfläche bzw. der Wolkenbedeckung übertragen. Diese Informationen wurden sowohl zivil als auch militärisch genutzt. Dennoch übertrug man die TV-​Bilder nach dem offenen APT Standard, was einen Empfang auch im westlichen Ausland ermöglichte. Obwohl die angestrebte Konstellation von drei Meteor-​2 Satelliten praktisch nie erreicht wurde, bildete dieses Modell doch für zwei Jahrzehnte das Rückgrat des sowjetischen meteorologischen Dienstes. Den Grundstein des bis Mitte der 1990er Jahre existierenden Systems legte der am 11.07.1975 gestartete erste Seriensatellit Meteor-​2 1, der etwa zwei Jahre Daten lieferte.