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Dienstag,

15.07.1975

Letztmalig startete am 15.07.1975 um 19:50 UTC von Cape Canaveral eine Saturn IB Rakete mit einem Apollo Raumschiff. Sowohl die Rakete mit der Seriennummer AS-​210 als auch das Apollo CSM 111 stammten aus der Produktion für das Mondlandeprogramm. Entsprechend gründlich waren die Inspektionen, denen die Baugruppen unterzogen werden mußten, nachdem sie im Januar 1975 aus der Langzeitlagerung geholt wurden. So wurden dann auch Risse an zunächst einer der acht Stabilisierungsflächen am Heck der Rakete entdeckt, ein Problem, das bereits im Skylab Programm aufgetreten war und daher nicht völlig unerwartet kam. Weitere Untersuchungen nach der Anlieferung zum Kennedy Space Center führten im Februar zur Entdeckung von 25 cm Rissen an zwei der Finnen, die daraufhin ausgetauscht wurden. Im Laufe der Arbeiten fanden sich auch noch Schäden an des restlichen Stabilisierungsflächen, so daß auch sie schließlich zwischen dem 11. und 15.03.1975 getauscht und die Struktur verstärkt wurde. Die Saturn IB beendete mit einem gewohnt präzisen Start die Ära dieser Schwerlastraketenfamilie. Unter den Gästen vor Ort war in Begleitung von NASA Administrator James C. Fletcher auch der sowjetische Botschafter, Anatoli F. Dobrynin. Beide hatten zuvor im Weißen Haus in Washington gemeinsam mit US Präsident Gerald R. Ford den Start von Sojus 19 verfolgt. Das Apollo Raumschiff und der anstelle des Mondlanders installierte Dockingadapter erreichten problemlos die Bahn für das folgende Annäherungsmanöver. Zunächst mußte aber das Luftschleusenmodul aus der S-​IVB Stufe herausgezogen werden. Nach dem Schema der Apollo Mondflüge, bei denen nach einer 180° Kehre das Apollo Raumschiff am Mondlander andockte, erfolgte jetzt das Docking am DM (Docking Module). Thomas Stafford demonstrierte dabei das sanfteste weil exakteste Docking des Apollo Programms. Dieses und weitere Manöver der Mission wurden auf Videoband aufgezeichnet und später über den ATS 6 Satelliten zur Erde übertragen. Nachdem Apollo das Manöver abgeschlossen hatte, begaben sich Kommandant Stafford, Pilot Vance Brand und Dockingmodul-​Pilot Donald Slayton zur Nachruhe. Doch dabei traten erste Schwierigkeiten auf. Während es am nächsten Tag den sowjetischen Kosmonauten nicht gelang, eine defekte s/​w Fernsehkamera zu reparieren, hatten die Amerikaner mehr Glück mit der am Tag zuvor noch blockierten Luke der Luftschleuse. Diese konnte nun ordnungsgemäß ver– und entriegelt werden.