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Samstag,

26.07.1975

Nach einem Raumflug von knapp 63 Tagen kehrten die beiden sowjetischen Kosmonauten Pjotr Klimuk und Witali Sewastjanow am 26.07.1975 zur Erde zurück. Beide waren am 24.05.1975 an Bord von Sojus 18 zur Raumstation Saljut 4 gestartet. Vor ihnen lag da ein vierwöchiger Weltraumaufenthalt. Doch obwohl ihre Mission weitgehend frei von Problemen verlief, entschied sich die Flugleitung im Laufe ihres Aufenthalts an Bord der Raumstation zu einer signifikanten Verlängerung. Während die Raumstation über ausreichend Ressourcen verfügte, um nach Sojus 18 noch eine weitere Besatzung beherbergen zu können, stand dafür am Boden kein geeignetes Raumschiff mehr zu Verfügung. Eine Besatzung hatte ihren Start zu Saljut 4 nämlich im April noch während des Aufstiegs abbrechen müssen. Und so beschloß man jetzt, die laufende Mission um 35 Tage zu verlängern. Damit tat sich allerdings ein neues Problem auf. Der Flug würde jetzt zeitgleich zur Sojus-​Apollo Mission verlaufen. Doch sah man darin zugleich eine Gelegenheit, die gewachsenen Fähigkeiten zu demonstrieren. Die Herausforderung, während einer laufenden Mission, die Flugkeitung aus dem neuen Kontrollzentrum nahe Moskau in das ältere auf der Krim zu verlagern, wurde bewältigt. Und so konnten Klimuk und Sewastjanow die unerwartete Gelegenheit zu umfassenden Experimenten an Bord der Raumstation nutzen. Allerdings feierten beide nun auch außerplanmäßig ihren Geburtstag im All. Aus diesem Anlaß konnten sie sich an frischem Zwiebellauch erfreuen, den sie im OASIS Gewächshaus selbst herangezogen hatten und der nun ihre Bordnahrung etwas aufpeppte. Ab dem 20.07.1975 begannen die beiden Kosmonauten dann mit der Vorbereitung auf die Rückkehr zur Erde. Das Abkoppeln erfolgte am 26.07.1975 um 10:56 UTC, die Landung um 14:18 UTC 56 km nordöstlich von Arkalyk in der kasachischen Steppe. Trotz eines Fluges von 1.511:20 h, immerhin des bis dahin zweitlängsten (nach Skylab SL-​4), zeigten sich beide Kosmonauten nach der Bergung in guter körperlicher Verfassung und konnten ohne fremde Hilfe stehen und gehen. Neben den Daten, die bereits während des Fluges gesammelt und per Funk zur Erde übertragen worden waren, lagen den Wissenschaftlern nun etwa 50 kg wissenschaftlichen Materials vor, die an Bord des Sojus Landeapparats zur Erde zurückgekehrt waren.