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Sonntag,

16.12.1979

Der unbemannte Prototyp einer neuen Version des Sojus Zubringerraumschiffs zur Raumstation Saljut startete am 16.12.1979 um 12:30 UTC mit einer Sojus-​U 11A511U Rakete vom Kosmodrom Baikonur. Ziel war die Erprobung der neuen und verbesserten Bordsysteme des Sojus 7K-​ST (Sojus-​T) Raumschiffs im Freiflug und im Verbund mit der Raumstation Saljut 6 (zwei — von technischen Problemen geplagte — frühere Testflüge waren innerhalb des Kosmos Programms erfolgt). Das Annäherungsmanöver am nächsten Tag verlief allerdings nicht planmäßig und Sojus T-​1 passierte beim ersten Anflug die Raumstation in geringem Abstand und mußte zunächst für einen weiteren Anflug wieder hinter diese manövriert werden. Im zweiten Anlauf gelang das Manöver und am 19.12.1979 um 14:05 UTC koppelte das Raumschiff doch noch sicher an die Station an. Mehr als drei Monate blieb die Sojus T-​1 an der Station angekoppelt und ihr Triebwerk wurde währenddessen genutzt, die Bahnhöhe des Orbitalkomplexes anzuheben. Schließlich machte die Sojus am 23.03.1980 um 21:04 UTC den Kopplungsstutzen wieder frei. Es folgten noch zwei Tage, in denen die Funktionen die Bordsysteme nach dem langen Weltraumaufenthalt nochmals überprüft und eine Reihe von Bahnmanövern durchgeführt wurden. Dann wurde am 25.03.1980 die Landung eingeleitet. Anders als bei älteren Sojus Raumschiffversionen trennte Sojus-​T dabei noch vor dem Retromanöver die Orbitalsektion ab. Die Landesektion ging am 25.03.1980 um 21:47 UTC sicher im Zielgebiet nieder. Das neue Sojus Modell hatte seine Bewährungsprobe bestanden und löste bald seinen Vorgänger als bemannten Zubringer zur Saljut ab. Durch das außerplanmäßige zweite Anflugmanöver auf Saljut war vor allem auch der Vorteil des neuen Antriebssystems mit seinen größeren Treibstoffreserven deutlich geworden. Alle Bordtriebwerke arbeiteten nun nämlich mit einheitlichem Treibstoff aus gemeinsamen Tanks.