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Mittwoch,

23.07.1980

Innerhalb des Interkosmos Programms der sozialistischen Staaten startete am 23.07.1980 eine sowjetisch-​vietnamesische Gastbesatzung zur Raumstation Saljut 6. Obwohl die beiden vietnamesischen Kosmonauten-​Anwärter erst im April 1979 ihr Training aufgenommen hatten, fand diese Mission noch vor den Flügen der kubanischen und mongolischen Interkosmonauten statt, die im März 1978 gemeinsam mit den Kandidaten aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien ins Training eingestiegen waren. An Bord des Sojus 37 Raumschiffs, das mit einer Sojus-​U 11A511U Rakete um 18:33 UTC von Baikonur abhob, befanden sich Kommandant Viktor Gorbatko und Forschungskosmonaut Phạm Tuân. Am 24.07.1980 um 20:02 UTC koppelte Sojus 37 am Heck der Raumstation an. In den nächsten Tagen beteiligten sich die Gäste am Forschungsprogramm der Stammbesatzung, Leonid Popow und Waleri Rjumin. Insbesondere Experimente zur Kristallzüchtung wurden forgeführt. Mangels einer geeigneten Infrastruktur in Vietnam, war der Beitrag des Landes zu dem weitgehend politisch motivierten Flug eher bescheiden. Immerhin wurde die Möglichkeit genutzt, ausgiebig Erdfernerkundung über Vietnam zu betreiben. Dokumentiert wurden die Schäden des Vietnamkrieges, die Erosion in durch Herbizide entwaldeten Gebieten und andere Umweltprobleme. Dazu konnte auf die Multispektralkamera MKF-​6M und das Spektrometer Spektr-​15 zurückgegriffen werden. Nach einer Woche an Bord kehrte die Gastbesatzung an Bord von Sojus 36 zur Erde zurück. Am 31.07.1980 um 11:55 UTC koppelte das Raumschiff ab und landete um 15:15 UTC nach einem Flug von 188:42 h etwa 180 km südöstlich von Dscheskasgan in der kasachischen Steppe.