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Montag,

19.04.1982

Den Abschluß einer langen Reihe sowjetischer Saljut Raumstationen bildete Saljut 7 (DOS 6), die mit einer Proton-​K 8K82K am 19.04.1982 von Baikonur gestartet wurde. Nach dem Ende des militärischen Raumstationsprogramms und aufbauend auf den Erfahrungen mit Saljut 6 wurde Saljut 7 so ausgelegt, daß sie die Aufgaben beider Raumstationsprogramme vereinen konnte. Die Ausrüstung der Station entstammte daher auch beiden Entwicklungsprogrammen. Wie bereits Saljut 6 war auch diese Station für einen mehrjährigen Betrieb ausgelegt und konnte von bemannten wie unbemannten Versorgungsraumschiffen angeflogen werden, für die an Bug und Heck Dockingstutzen bereitstanden. Im Mai 1982 wurde Saljut 7 erstmals bemannt und seither von zahlreichen Stamm– und Gastbesatzungen besucht. Im November 1985 mußte die Sojus T-​14 Besatzung dann aber die Raumstation wegen der Erkrankung eines der beiden Kosmonauten überstürzt verlassen. Wahrscheinlich blieb nicht einmal Zeit, alle Systeme für einen längeren unbemannten Betrieb umzustellen. Erst am 13.03.1986 startete mit Sojus T-​15 die nächste bemannte Mission, jedoch nicht zu Saljut 7 sondern zur neuen Raumstation Mir. Doch auch die altersschwache Raumstation Saljut 7 sollte noch einmal Besuch bekommen. Denn am 05.05.1986 flogen die Kosmonauten Leonid Kisim und Wladimir Solowjow mit ihrem Raumschiff zu Saljut 7 hinüber und nahmen die Station noch einmal für drei Wochen in Betrieb. Damit endete aber endgültig die Karriere von Saljut 7. Im Januar 1990 wurde klar, daß die Raumstation nicht mehr kontrolliert werden konnte und der Treibstoff für einen gesteuerten Absturz nicht mehr ausreichte. Ein Jahr später stand der Wiedereintritt unmittelbar bevor. Mit nur noch 70 kg Treibstoff an Bord versuchte die Flugleitung den Orbitalkomplex aus Saljut 7 und dem angekoppelten Modulsatelliten Kosmos 1686 so ins Trudeln zu bringen, daß der Wiedereintrittspunkt über dem Südatlantik liegen würde. Das gelang jedoch nicht ganz und die Trümmer der Raumstation gingen am 07.02.1991 über dem Süden Chiles und Argentiniens nieder. Obwohl zahlreiche Trümmer in den Straßen der kleinen Stadt Capitan Bermudez herabregneten, wurde glücklicherweise niemand verletzt.