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1990 

Willkommen in der Raumfahrtchronik, dem Herzstück von Olafs Raumfahrtkalender. Für den gewählten Zeitraum finden sich sich hier aktuell 136 Einträge (von 8554), chronologisch sortiert.

07.05.1990

07.05.1990

Einen Fotoaufklärer des Typs Jantar-​4K2  (Erzeugnis 11F695 „Kobalt“) startete die Sowjetunion am 07.05.1990 mit einer Sojus-​U 11A511U Rakete vom Kosmodrom Plesetsk. Während der Mission von 58 Tagen wurden mindestens zwei kleine Kapseln ausgestoßen, die einen Teil des belichteten Filmmaterials zur Erde zurückführten. Der größte Teil des Filmmaterial landete aber zusammen mit der Kameraausrüstung in der zentralen Rückkehrsektion von Kosmos 2077.

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09.05.1990

09.05.1990

Zwei kleine experimentelle Kommunikationssatelliten der DARPA wurden am 09.05.1990 mit einer Scout-​G1 von der Vandenberg AFB gestartet. Die MACSAT 1 und MACSAT 2 (Multiple Access Communications Satellite: M-​1 und M-​2) genannten Satelliten arbeiteten nach dem store-​and-​forward Prinzip. Sie wurden für die Sprach-​, Daten-​, Fax– und Videoübermittlung im UHF-​Bereich eingesetzt. Der Datenspeicher hatte eine Kapazität von 16 MB. Jeweils zwei 10 W Sender strahlten die Signale ab. Beide MACSATs verfügten über einen etwa 6 m langen Ausleger mit ei weiterlesen..


15.05.1990

15.05.1990

Unter der Bezeichnung Kosmos 2078 startete die Sowjetunion mit einer Sojus-​U 11A511U Rakete am 15.05.1990 von Baikonur einen Jantar-​1KFT Satelliten. Erzeugnis 11F660 (Codename „Kometa“) lieferte topografische Aufnahmen für die Verwendung im Generalstab der Roten Armee. Die Mission von Kosmos 2078 dauerte 44 Tage und schloß mit der Rückführung der großen Landesektion ab.

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19.05.1990

19.05.1990

Drei „Uragan“ Navigationssatelliten (Erzeugnis 11F654) für das sowjetische GLONASS System starteten am 19.05.1990 mit einer Proton-​K 8K82 K mit Block-​DM-​2 11S861 Bugsierstufe von Baikonur. Sie erreichten problemlos ihre vorgesehenen Umlaufbahnen im 19.000 km Höhenbereich. Nachdem das GLONASS System in den 1980er Jahren stark vom immer wieder auftretenden vorzeitigen Ausfall einzelner „Uragan“ Satelliten beeinträchtigt gewesen war (mehrfach erreichten die Satelliten nicht einmal funktionsfähig ihren Orbit), begann mit den am 19.05.1990 gestarteten Kosmos 2079, Kosmos 2080 und Kosmos 2081 der weiterlesen..


22.05.1990

22.05.1990

Unter der Bezeichnung Kosmos 2082 erreichte am 22.05.1990 der neunte Satellit vom Typ Zelina-​2  seine Umlaufbahn. Eine Zenit-​2 11K77 brachte den Funkaufklärungssatelliten (ELINT) von Baikonur auf eine Umlaufbahn in rund 850 km Höhe. Erstmals wurde dabei die endlich fertiggestellte zweite Zenit-​Startrampe in Baikonur genutzt. Mit dem Start endete eine 18-​monatige Pause der Zenit-​Starts. Überraschend für ein militärisch so bedeutsames Programm wie das der Zelina ELINT-​Satelliten. Noch erstaunlicher die offene Aussage des Zenit Chefdesigners zu den Hintergründen: unzu weiterlesen..


29.05.1990

29.05.1990

Mit einer Sojus-​U 11A511U Rakete wurde am 29.05.1990 von Plesetsk ein weiterer Erderkundungssatellit des Typs Resurs-​F1  (Erzeugnis 14F43) gestartet. Resurs-​F 6  trug neben Kameras und Sensoren für seine primäre Mission auch eine weitere Nutzlast in Form des deutschen Mikrogravitationsexperiments COSIMA 3. Diese Einrichtung zur Züchtung von Proteinkristallen flog auf kommerzieller Basis im Auftrag der Firmen Intospace und OHB. Filme, Sensordaten und auch die COSIMA Box kehrten nach sechzehn Tagen in der Landesekti weiterlesen..


31.05.1990

31.05.1990

Der lange erwartete und mehrfach verschobene Start des nächsten Moduls für die Raumstation Mir erfolgte am 31.05.1990. Der Start war bereits konkret für den 30.03.1990 angesetzt gewesen, wurde aber hauptsächlich wegen Problemen mit dem neuen Bordcomputer des Moduls „Kristall“ (Vorstartbezeichnungen auch Modul-​T oder „Kvant“ 3) zunächst auf den 18.04.1990 und schließlich den 31.05.1990 verschoben. An diesem Tag hob die Proton-​K 8K82 K Rakete um 10:33 UTC vom Kosmodrom Baikonur ab und brachte „Kristall“ (Erzeugnis 77KST) auf eine Annäherung weiterlesen..


01.06.1990

01.06.1990

Mit dem Start einer Delta 6920 von Cape Canaveral begann am 01.06.1990 eine der wissenschaftlich erfolgreichsten unbemannten Raumfahrtmissionen der vergangenen Jahrzehnte. Die Rakete brachte den unter Führung Deutschlands entwickelten astronomischen Forschungssatelliten ROSAT (Roentgen Satellit) auf eine 580 km Kreisbahn. Ziel der Mission war eine Durchmusterung des gesamten Himmels nach kosmischen Röntgenstrahlungsquellen. Dazu verfügte ROSAT über ein Wolter Röntgenteleskop von 0,83 m Durchmesser und 2,4 m Brennweite. Dank einer Auflösung von 2″ und einem Arbeitsbereich zwischen 0,5 nm und weiterlesen..


08.06.1990

08.06.1990

Die damals für erdnahe Missionen leistungsfähigste Trägerrakete der USA, die Titan-​405 A, kam am 08.06.1990 zum Einsatz, um von Cape Canaveral eine klassifizierte Nutzlast auf eine zunächst 51° geneigte Umlaufbahn zu bringen. Später folgten mehrere Bahnmanöver, die die Bahn anhoben und die Bahnneigung auf schließlich 63,4° erhöhten. Erst nach dem letzten Manöver am 19.06.1990 wurde die Nutzlast abgetrennt. Offiziell handelte es sich um vier Satelliten, die die Bezeichnungen USA 59, USA 60, USA 61 und USA 62 trugen. Zu ihrer Aufgabenstellung oder Konfiguration verlautete nichts. Dennoch sicke weiterlesen..


12.06.1990

12.06.1990

Mit rund einjähriger Verspätung erreichte am 12.06.1990 endlich der Mehrzwecksatellit INSAT 1D seine Umlaufbahn. Der von Ford Aerospace in indischem Auftrag gebaute Satellit sollte INSAT 1 B ablösen, der 1983 gestartet worden war, von Anfang an aber unter technischen Problemen litt. Angesichts der Erfahrungen mit den anderen INSAT hatte man bei diesem letzten Exemplar stärkere Batterien und größere Treibstoffvorräte eingeplant. Zehn Tage vor dem geplanten Starttermin, am 29.06.1989, stürzte bei den Arbeiten ein 34 kg schwerer Kranhaken aus 10 m Höhe auf den Satelliten und beschädigte ihn erh weiterlesen..


13.06.1990

13.06.1990

Eine Molnija-​M 8K78M mit Block-​ML Bugsierstufe brachte am 13.06.1990 von Plesetsk den Kommunikationssatelliten Molnija-​3 38  auf eine hochelliptische 12-​h Bahn. Diese leistungsfähigsten Vertreter der Molnija Baureihe dienten der Übertragung des zentralen sowjetischen Fernsehprogramms in entfernte Landesteile sowie der Aufrechterhaltung des zivilen wie militärischen Fernsprechverkehrs.

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19.06.1990

19.06.1990

Einen Erderkundungs– und Fotoaufklärungssatelliten u.a. für geodätische und kartografische Zwecke startete die Sowjetunion am 19.06.1990 mit einer Sojus-​U 11A511U vom Kosmodrom Plesetsk. Kosmos 2083, ein Satellit des Typs Zenit-​8  (Codename „Oblik“, Erzeugnis 17F116) war nach offiziellen Angaben ein Vorläufer (und eventuell Prototyp) der Resurs-​T Serie. Nach vierzehn Tagen war die Mission des Satelliten abgeschlossen und eine Landekapsel mit dem Bildaufnahmeequipment und den Fotos kehrte zur Erde zurück.

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20.06.1990

20.06.1990

Mit einer Proton-​K 8K82 K mit Block-​DM 11S86 Bugsierstufe startete am 20.06.1990 der Kommunikationssatellit Gorisont 20 von Baikonur. Die Block-​DM Oberstufe beförderte ihn direkt auf eine geosynchrone Bahn, wo er über 90° Ost stationiert wurde. Mit dem Satelliten wurden auch Vorversuche für einen möglichen Fernseh-​Direktempfang in den Ländern der sowjetisch dominierten INTERKOSMOS Kooperation unternommen. Beteiligt waren insbesondere die Sowjetunion, Weißrußland, die (noch) DDR, Ungarn und die Tschechoslowakei. Der politische Umbruch in den beteiligten Ländern verh weiterlesen..


21.06.1990

21.06.1990

Der Start eines IR-​Frühwarnsatelliten vom Typ „Oko“ endete am 21.06.1990 damit, daß der Satellit auf einer niedrigen Umlaufbahn strandete. Nach einem zunächst normalen Start von Plesetsk hatte die Molnija-​M 8K78M Rakete die Beschleunigungsstufe Block-​2BL mit der Nutzlast auf einer erdnahen Parkbahn ausgesetzt. Doch dann wurden wegen eines Kurzschlusses zeitweise die Lagereferenz-​Signale um die Nickachse unterbrochen. Statt auf einer hochelliptische Umlaufbahn endete Kosmos 2084 daher auf einem viel niedrigeren Orbit, der jede vernünftige Nutzung ausschloß.

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23.06.1990

23.06.1990

Beim dritten Start der Commercial Titan-​3 von Cape Canaveral gelangte am 23.06.1990 der Kommunikationssatellit Intelsat VI F-​4  bzw. Intelsat 604 auf eine Transferbahn. Ein Orbus-​21 S Triebwerk beförderte ihn schließlich auf eine Synchronbahn, wo er zunächst über 38° West stationiert wurde. Nach dem Stranden seines Vorgängers auf einem niedrigen Orbit war das sowohl für Martin Marietta als Hersteller der Trägerrakete als auch für die Intelsat als Satellitenbetreiber ein wichtiger Erfolg. Martin Marietta konnte davon jedoch nicht mehr profi weiterlesen..


27.06.1990

27.06.1990

Zum Start eines meteorologischen Satelliten des Typs Meteor-​2  kam am 27.06.1990 eine Zyklon-​3 11K68 Rakete zum Einsatz. Sie brachte den All-​Wetter-​Satelliten Meteor-​2 19  von Plesetsk aus auf eine 900 km Kreisbahn. Zur typischen Ausrüstung der Meteor-​2  Satelliten zählten u.a. der opto-​mechanische Scanner MSU-​M, der MSU-​S Scanner, das IR-​Radiometer Fragment und weiter Scanner und Radiometer. Bilddaten wurden nach dem APT (Automatic Picture Transmission) Standard übertragen und konnten somit weltweit empfangen werde weiterlesen..


03.07.1990

03.07.1990

Der Start eines sowjetischen Fotoaufklärungssatelliten der vierten Generation scheiterte am 03.07.1990 in Plesetsk. Die Sojus-​U 11A511U Rakete hatte einen Jantar-​4K2  (Erzeugnis 11F695 „Kobalt“) Satelliten an Bord, der eine mehrwöchige Aufklärungsmission hätte unternehmen sollen. Doch die Kommandofolge beim Brennschluß der Außenblöcke der Rakete löste eine Serie unkontrollierter elektrischer Impulse aus, die bei T+123 s im Havariekommando AWD (Аварийное Выключение Двигателя) mündeten. Die zuletzt signifikant gestiegene Zahl an Fehlstarts sowjetischer Raketen, erhöh weiterlesen..


03.07.1990

03.07.1990

Ausgerechnet mit dem Sojus TM-​9  Raumschiff, dessen beschädigte Thermoisolierung den Kosmonauten ebenso wie den Ingenieuren Sorgen bereitete, unternahmen Anatoli Solowjow und Alexander Balandin am 03.07.1990 erstmals in der Geschichte sowjetischen Raumfahrt ein drittes Umkopplungsmanöver im Verlauf einer Mission. Das einmalige Umsetzen vom Heck zum Bug war mittlerweile bereits Routine. Meist erfolgte es, um die Kopplungsposition am „Kvant“ Modul für das nächste Progress Transportraumschiff freizubekommen. Doch Sojus TM-​9  war bereits am 21  weiterlesen..


11.07.1990

11.07.1990

Das in internationaler Zusammenarbeit zwischen der Sowjetunion, Frankreich und Polen entstandene Gammastrahlungs-​Observatorium Gamma wurde am 11.07.1990 mit einer Sojus-​U2 11A511U2 Rakete von Baikonur gestartet und erreichte die geplante 380 km Kreisbahn. Bereits 1965 waren Pläne für eine solche Mission in der Sowjetunion entstanden. Elf Jahre später wurde das Projekt offiziell akzeptiert. Ziel war damals ein Start im Jahr 1984. Doch fortgesetzte technische Probleme verzögerten den Start bis 1990. Zudem hatte die realisierte Version des Satelliten nur noch wenig gemein mit dem ursprüngliche weiterlesen..


16.07.1990

16.07.1990

Beim Jungfernflug der neuen chinesischen CZ-​2 E Trägerrakete gelangten am 16.07.1990 vom Startgelände Xichang zwei Nutzlasten auf ihre Bahnen. Dabei handelte es sich um das Massemodell eines Satelliten vom Typ Hughes HS-​601  sowie einen kleinen pakistanischen Satelliten. Badr-​A (Badr = Urdu für Neumond) war der erste Satellit des Landes und sollte nach ursprünglichen Planungen an Bord eines US Space Shuttle gestartet werden. Die Explosion der Raumfähre „Challenger“ im Jahr 1986 ließ diese Vorstellungen jedoch hinfällig werden. Eine günstig weiterlesen..


17.07.1990

17.07.1990

Mit einer Sojus-​U 11A511U Trägerrakete startete am 17.07.1990 von Plesetsk der Erderkundungssatellit Resurs-​F 7  (Erzeugnis 17F42). Die Satelliten der Resurs-​F2  Baureihe verfügten über ein MK-​4  Kamerasystem, dessen SA-​M Kamera stereoskopische Aufnahmen in vier verschiedenen Spektralbereichen erlaubte, während eine SA-​3R Stellar-​Kamera die Referenzinformationen lieferte. Bei einer Brennweite von 300 mm erreichte die Auflösung dabei je nach Spektralband 5 bis 12 m. weiterlesen..


17.07.1990

17.07.1990

Zu einem riskanten Außenbordmanöver verließen am 17.07.1990 die Kosmonauten Anatoli Solowjow und Alexander Balandin die Raumstation Mir. Ziel war die Befestigung von drei Isolationspaneelen an der Außenhaut ihres Raumschiffs Sojus TM-​9. Diese Isolationsmatten hatten sich bereits beim Start am 11.02.1990 gelöst und sorgten nun je nach Sonneneinfall für unzulässig hohe oder niedrige Temperaturen im Inneren des Raumschiffs. Vor allem aber konnten die losen Bahnen während des Retromanövers lebenswichtige Sensoren irritieren. Das machte ein Eingreifen erforderlich. Nac weiterlesen..


18.07.1990

18.07.1990

Eine Proton-​K 8K82 K mit Block-​DM-​2 11S861 Bugsierstufe startete am 18.07.1990 vom Kosmodrom Baikonur. Ihre Nutzlast bestand aus dem Kommunikationssatelliten Kosmos 2085, der über 80° Ost stationiert wurde. Kosmos 2085 war vom Typ „Geizer“ und gehörte zum militärischen „Potok“ Netzwerk. Dieses entstand zur weltweiten digitalen Übertragung von militärischen Daten mit der Option, diese auch zwischen Satelliten auf verschiedenen Bahnen auszutauschen. Somit konnten beispielsweise die Aufklärungsdaten einiger Satelliten zur Auswertung übermittelt werden. Insgesamt drei geostationäre Positionen so weiterlesen..


20.07.1990

20.07.1990

Der am 20.07.1990 mit einer Sojus-​U 11A511U von Plesetsk gestartete Satellit Kosmos 2086 gehörte zur Baureihe Zenit-​8  (Erzeugnis 17F116). Diese Satelliten mit dem Codenamen „Oblik“ lieferten neben „klassischen“ Aufklärungsfotos auch geodätische und kartografische Aufnahmen für das Militär. Das TK-​350  Kamerasystem erreichte dabei eine Auflösung von etwa 10 m. Nach einem Flug von typischen vierzehn Tagen kehrte die Landesektion mit der Kameraausrüstung und dem Filmmaterial zur Erde zurück.

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24.07.1990

24.07.1990

Mit zwei europäischen Kommunikationssatelliten an Bord hob nach fünfmonatiger Zwangspause am 24.07.1990 wieder eine Ariane-​4  Rakete vom Startgelände Kourou in Französisch Guyana ab. Der letzte Fehlstart einer Ariane, der die Unterbrechung der Startaktivitäten ausgelöst hatte, war auf einen menschlichen Fehler bei der Startvorbereitung (der Verdacht der Sabotage konnte allerdings nie ganz ausgeräumt werden) zurückgeführt worden. Die Pause resultierte also vor allem aus der Implementierung neuer Prozeduren und einer verbesserten Dokumentation, die eine Wiederholung a weiterlesen..


25.07.1990

25.07.1990

Nur einen Monat nach dem Start des „Oko“ Frühwarnsatelliten Kosmos 2084, der wegen eines Oberstufendefekts auf einer unbrauchbaren Bahn gestrandet war, kam sein Nachfolger zum Start. Kosmos 2087 füllte kurzfristig die Lücke im sowjetischen Frühwarnsystem. Sein Start, der am 24.07.1990 mit einer Molnija-​M 8K78M mit Block-​2BL Bugsierstufe vom Kosmodrom Plesetsk erfolgte, verlief ohne Probleme. Bis Ende Januar 1992 hielt er seine Position auf Bahnebene 6 der Konstellation und erreichte damit eine eher (unter-)durchschnittliche Lebensdauer.

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25.07.1990

25.07.1990

Der erste kommerzielle Start einer Atlas-​Centaur Rakete erfolgte am 25.07.1990 von Cape Canaveral. General Dynamics nannte die Rakete nun Atlas-​I und versprach sich einen erheblichen Anteil am kommerziellen Satellitenstartgeschäft. Der Jungfernflug der Rakete war ursprünglich bereits für den 23.06.1990 geplant gewesen. Doch bei einem Test am 30.05.1990 versagte eine Hochdruck-​Heliumleitung in der Interstage Sektion, wobei die berstende Leitung auch kleinere Schäden an der Struktur verursachte. Die Nutzlast dieser historischen Mission bestand aus dem Forschungssate weiterlesen..


26.07.1990

26.07.1990

Nachdem bei ihrer EVA vom 17.07.1990 erhebliche Teile der Ausrüstung ungesichert zurückgeblieben waren, unternahmen Anatoli Solowjow und Alexander Balandin am 26.07.1990 einen weiteren Ausstieg, um die Arbeiten abzuschließen. Vor allem mußten die beiden Leitern am Kopplungsmodul entfernt werden. Nach dem Verlassen der Luftschleuse filmten sie jedoch zunächst die beschädigten Scharniere der Außenluke und übermittelten die Bilder zum Flugleitzentrum. Dann begaben sie sich ohne Probleme über das „Kvant“ 2  Modul zum Sojus TM-​9  Raumschiff. Si weiterlesen..


30.07.1990

30.07.1990

Ein geodätischer Satellit des Typs „Musson“ wurde am 30.07.1990 mit einer Zyklon-​3 11K68 Rakete von Plesetsk gestartet. Die Satelliten wurden auch als GEO-​IK oder „Eridan“ bezeichnet und verfügten über funktechnische Einrichtungen für Messungen nach der Doppler-​Methode, Xenon-​Lichtquellen und mehrere Laser-​Reflektoren. Günstigstenfalls ließ sich damit eine Genauigkeit der Vermessungen von etwa 1,5 m erreichen. Der am 30.07.1990 gestartete Kosmos 2088 war der zwölfte und drittletzte Satellit der Serie.

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01.08.1990

01.08.1990

Eigentlich hätte die Ablösung der aktuellen Stammbesatzung der Raumstation Mir, Anatoli Solowjow und Alexander Balandin, bereits am 29.07.1990 vollzogen sein sollen. Doch die Kosmonauten wollten die Station nicht in ihrem gegenwärtigen Zustand an ihre Nachfolger übergeben. Nach dem dramatischen Außenbordmanöver vom 17.07.1990, bei dem sie durch ein Mißgeschick die Luke der Luftschleuse beschädigt und bei der dramatischen Rückkehr in die Station Teile der Ausrüstung zurückgelassen hatten, wollten sie die Situation bereinigen, die Borddokumentation auf den aktuellen Stand bringen und die Expe weiterlesen..


02.08.1990

02.08.1990

Unter der Bezeichnung USA 63 startete am 02.08.1990 von Cape Canaveral der GPS Block-​II Navigationssatellit mit der Seriennummer SVN 21. Die Delta 6925 Rakete brachte Navstar BII-​08  nach einem ereignislosen Countdown und problemlosen Start auf die vorgesehene 20.000 km Kreisbahn, wo er bald darauf seinen Dienst für die weltweite militärische, später auch vermehrt zivile, Navigation aufnahm. Die Außerdienststellung des Satelliten erfolgte im Januar 2003, die siebeneinhalb Jahre Auslegungsbetriebsdauer hatte er da schon längst überschritte weiterlesen..


03.08.1990

03.08.1990

Hochauflösende fotografische Aufnahmen konnte der am 03.08.1990 mit einer Sojus-​U 11A511U von Plesetsk gestartete Fotoaufklärungssatellit Kosmos 2089 gewinnen. Der Satellit war vom Typ Jantar-​4K2  „Kobalt“ (Erzeugnis 11F695). Ein Teil seiner Aufnahmen kehrte bereits im Laufe der Mission in zwei kleinen Landekapseln SpK zur Erde zurück, der Rest folgte nach 59 Tagen mit dem großen OSA Modul, in dem auch die gesamte Kameraausrüstung installiert war.

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08.08.1990

08.08.1990

Der Ausbau eines 1985 von der Sowjetunion begonnenen Netzwerkes militärischer store-​dump Kommunikationssatelliten wurde am 08.08.1990 fortgesetzt, als eine Zyklon-​3 11K68 Rakete von Plesetsk startete. An Bord hatte sie sechs Satelliten (Block 19 L) des Typs Strela-​3 : Kosmos 2090, Kosmos 2091, Kosmos 2092, Kosmos 2093, Kosmos 2094 und Kosmos 2095. Diese dienten vermutlich wie auch die früheren Strela Typen hauptsächlich der Verbindung mit sowjetischen Agenten im Ausland, eventuell auch dem Kontakt zu Botschaften in aller Welt.

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09.08.1990

09.08.1990

Die Kosmonauten Anatoli Solowjow und Alexander Balandin verließen am 09.08.1990 um 04:09 UTC die Raumstation Mir, auf der sie rund sechs Monate verbracht hatten. Sie benutzten für die Rückkehr zur Erde das Raumschiff Sojus TM-​9, mit dem sie im Februar 1990 auch gestartet waren, hinsichtlich dessen Zustands es jedoch Zweifel gab. Eine Inspektion der beschädigten Thermoisolierung hatte zwar keine weiteren Defekte offenbart. Doch Restzweifel blieben. Zur allgemeinen Erleichterung traten beim Retromanöver keinerlei Probleme auf. Vor allem funktionierten die Pyroladung weiterlesen..


09.08.1990

09.08.1990

Eine Proton-​K 8K82 K mit Block-​DM-​2 11S861 Bugsierstufe sollte am 09.08.1990 von Baikonur einen Kommunikationssatelliten des Typs Ekran-​M auf einen geostationären Orbit befördern. Doch nach 573 s Flug schaltete sich das Marschtriebwerk der dritten Stufe wegen Oxidatormangels vorzeitig ab. Bei der Untersuchung der Trümmer des Fehlstarts fanden sich Reste eines Putzlappens, der die Oxidatorzuleitung zum Triebwerk verstopft und somit den Triebwerksausfall verursacht hatte. Ein so grober Qualitätsmangel konnte nur durch eklatante Mängel ein der Produktionsdisziplin erk weiterlesen..


10.08.1990

10.08.1990

Nach einem 15-​monatigen interplanetaren Flug zündete die Venus-​Sonde Magellan am 10.08.1990 um 17:00 UTC ihr Star-​48  Feststofftriebwerk und bremste in einen annähernd polaren Orbit um den Planeten ein. 84 Sekunden später hatte das Triebwerk Brennschluß. Doch die Wissenschaftler auf der Erde mußten warten, bis die Sonde wieder aus dem Funkschatten der Venus trat. Trotz einer leicht unterdurchschnittlichen Leistung des Triebwerks hatte Magellan zu ihrer Erleichterung eine Bahn, die mit guter Näherung der projektierten entsprach, erreicht. Damit konnten die Vorbereit weiterlesen..


10.08.1990

10.08.1990

Den routinemäßigen Austausch von Satelliten des „Orbita“ bzw. „Korund“ Netzwerks betrieb die Sowjetunion am 10.08.1990, als eine Molnija-​M 8K78M mit Block-​ML Bugsierstufe von Plesetsk den Kommunikationssatelliten Molnija-​1 78  auf seine Bahn brachte. Der Satellit war vom Typ Molnija-​1 T und konnte sowohl Fernseh– und Rundfunkprogramme als auch Telefonie– und Telegrafiesendungen übertragen. Das Molnija-​1 T Modell war allerdings speziell für die Belange des Militärs mit besonders leistungsfähigen und langlebigen Tran weiterlesen..


15.08.1990

15.08.1990

Zur Versorgung der Raumstation Mir startete am 15.08.1990 um 04:01 UTC mit einer Sojus-​U2 11A511U2 Rakete von Baikonur das Transportraumschiff Progress M-​4 . Neben den üblichen Versorgungsgütern befanden sich auch Kabel und Kameraequipment an Bord für den japanischen Gastkosmonauten, dessen Start für den 02.12.1990 vorgesehen war. Dieser Flug auf kommerzieller Basis sollte nämlich einem Reporter der japanischen Fernsehstation TBS Gelegenheit geben, direkt von der Raumstation zu berichten. Eine Mission, die von sowjetischen Journalisten ungewöhnlich offen und heftig weiterlesen..


16.08.1990

16.08.1990

Der Suche nach Rohstofflagerstätten und der Untersuchung ökologischer Problemregionen diente der Erderkundungssatellit Resurs-​F 8 , der am 16.08.1990 mit einer Sojus-​U 11A511U Rakete von Plesetsk gestartet wurde. Die Satelliten des Typs Resurs-​F1  (Erzeugnis 14F43) waren eine Ableitung der frühen sowjetischen Zenit Fotoaufklärer. Dementsprechend war ihr Orbitalaufenthalt sehr auch begrenzt. Nach sechzehn Tagen kehrte die Landesektion von Resurs-​F 8  zur Erde zurück.

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18.08.1990

18.08.1990

Großbritanniens zweiter privater Telekommunikationssatellit wurde am 18.08.1990 im Auftrag der British Satellite Broadcasting Ltd. gestartet. Eine Delta 6925 brachte BSB-​R2  Marcopolo 2 von Cape Canaveral aus zunächst auf eine Übergangsbahn, von der aus der Satellit auf einer Synchronbahn über 31° West positioniert wurde. Damit wurde er co-​positioniert zu seinem Vorgänger BSB-​1 A Marcopolo 1. Beide Satelliten deckten so eine gemeinsame Ausleuchtzone ab, was die Möglichkeit eröffnete, die Transponder beider Satelliten zusamme weiterlesen..


23.08.1990

23.08.1990

Ein passiver maritimer Aufklärungssatellit des Typs US-​PM wurde am 23.08.1990 unter der Bezeichnung Kosmos 2096 mit einer Zyklon-​2 11K69 Rakete von Baikonur gestartet. Dieser Satellitentyp konnte die Funksignale gegnerischer Schiffe auffangen und zur Analyse an entsprechende Bodenstationen weiterleiten. Die Daten zu Position und Typ der Schiffe wurden wiederum an Anti-​Schiffs Raketenbatterien und eigene maritime Kampfverbände übertragen. Nit einer aktiven Lebensdauer von über 700 Tagen stellte dieses Exemplar einen neuen Rekord für die Baureihe auf.

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28.08.1990

28.08.1990

Planmäßig verlief am 28.08.1990 der Start einer Rakete des Typs Molnija-​M 8K78M mit Block-​2BL Manövrierstufe auf dem Kosmodrom Plesetsk. Sie brachte mit Kosmos 2097 erfolgreich einen US-​K („Oko“) Frühwarnsatelliten auf die vorgesehene hochelliptische Umlaufbahn. Der operierte bis etwa Ende April 1995 auf Bahnebene 3 der Konstellation und zählte damit zu den langlebigsten Exemplaren der Baureihe überhaupt — was aber auch den ökonomischen Problemen der Sowjetunion und später Rußlands geschuldet war. Sie zwangen dazu, die Ressourcen der Satelliten bis zum letzten zu nutzen. Auch über das techn weiterlesen..


28.08.1990

28.08.1990

Die dritte Generation japanischer experimenteller Kommunikationssatelliten vom Typ „Yuri“ feierte am 28.08.1990 Premiere. Eine H-​I Rakete beförderte den von General Electric Astrospace in Kooperation mit japanischen Unternehmen unter Führung von NEC gebauten Satelliten für die NASDA auf eine geostationäre Übergangsbahn. Knapp zwei Tage nach dem Start zündete das Apogäumstriebwerk und brachte BS-​3a bzw. „Yuri“ 3a auf eine Synchronbahn, auf der er schließlich im November 1990 über 110° Ost positioniert wurde. Hier aktivierte er dann seine drei 120 W Transponder für weiterlesen..


28.08.1990

28.08.1990

Mit Kosmos 2098 gelangte am 28.08.1990 ein Satellit zur Radarkalibrierung auf seine Umlaufbahn. Der passive kugelförmige Satellit vom Typ „Wektor“ (Erzeugnis 11F633) startete mit einer Kosmos-​3M 11K65M Rakete vom Kosmodrom Plesetsk auf eine exzentrische Umlaufbahn. Hier diente er sowjetischen Bahnverfolgungs-​Radarstationen als Zielobjekt mit definierter Größe und Signatur.

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30.08.1990

30.08.1990

Zwei europäische Kommunikationssatelliten, Eutelsat II F-​1  und Skynet 4 C, wurden am 30.08.1990 mit einer Ariane-​44LP H10 von Kourou gestartet. Der britische Skynet war bereits am 15.06.1990 in Französisch Guyana eingetroffen, gefolgt von Eutelsat einen Monat darauf. Seit dem 09.08.1990 lief auf ELA-​2  die unmittelbare Startvorbereitung. Dabei wurde der Eutelsat im Inneren der Doppelstartvorrichtung SPELDA (Structure Porteuse Externe de Lancement Double Ariane) montiert, Skynet saß darauf. Die erreichte Transferbahn war so präzise, daß bei weiterlesen..


31.08.1990

31.08.1990

Kosmos 2099, der am 31.08.1990 mit einer Sojus-​U 11A511U Rakete von Plesetsk gestartet wurde, diente der Gewinnung von fotografischen Aufnahmen für militärische kartografische Zwecke. Der Satellit war vom Typ Zenit-​8  (Erzeugnis 17F116, Codename „Oblik“) und verfügte zur Erfüllung seiner Mission über eine leistungsfähige topographische Kamera TK-​350 . Nach vierzehnTagen kehrte die Landesektion mit dem Bildmaterial zur Erde zurück.

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03.09.1990

03.09.1990

Nachdem 1988 ein erster Test das Konzept des 3-​Achsen-​stabilisierten meteorologischen Satelliten Feng Yun bestätigt hatte, wenn auch die Mission nach nur 39 Tagen vorzeitig endete, unternahm China am 03.09.1990 vom Startgelände Taiyuan den nächsten Start eines derartigen Satelliten an Bord einer CZ-​4 A Rakete. Feng Yun 1 B (FY-​1 B) erreichte ohne Schwierigkeiten die vorgesehene sonnensynchrone Bahn in rund 885 km Höhe. Wie sein Vorgänger verfügte er über zwei fünfkanalige sehr hoch auflösende abtastende Radiometer, die Bilder im sichtbaren und infraroten Bereich lief weiterlesen..


07.09.1990

07.09.1990

Mit einer Sojus-​U 11A511U Rakete wurde am 07.09.1990 von Plesetsk ein weiterer Erderkundungssatellit des Typs Resurs-​F1  (Erzeugnis 14F43) gestartet. Resurs-​F 9  trug neben Kameras und Sensoren für seine primäre Mission auch eine weitere Nutzlast in Form des deutschen Mikrogravitationsexperiments CASIMIR-​1  (Catalyst Studies for Industry through Microgravity Research). Dabei handelte es sich wiederum um eine kommerzielle Nutzlast der deutschen Intospace GmbH. Insgesamt sechs Auftraggeber nahmen an den Experimenten z weiterlesen..


14.09.1990

14.09.1990

Der Start von Kosmos 2100 am 14.09.1990 mit einer Kosmos-​3M 11K65M Rakete von Plesetsk stellte den ununterbrochenen Betrieb des sowjetischen Navigationssatellitensystems Zyklon-​B sicher. Angesichts der relativ kurzen technischen Lebensdauer der Parus Satelliten, die das Orbitalsegment bildeten, und atmosphärischer Einflüsse in der genutzten mittleren Bahnhöhe, war ein fortlaufender Start von Ersatzsatelliten unumgänglich.

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20.09.1990

20.09.1990

Eine Molnija-​M 8K78M mit Block-​ML brachte am 20.09.1990 von Plesetsk den Kommunikationssatelliten Molnija-​3 39  auf eine für den Satellitentyp charakteristische elliptische Bahn. Die Molnija-​3  Satelliten als leistungsfähigste Vertreter der Molnija Baureihe dienten innerhalb des „Orbita“ Netzwerks der Übertragung des zentralen sowjetischen Fernsehprogramms in entfernte Landesteile sowie der Aufrechterhaltung des zivilen wie militärischen Fernsprechverkehrs.

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