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Sonntag,

15.11.1992

Aus Anlaß des 500. Jahrestages der „Entdeckung“ Amerikas durch Christoph Kolumbus startete Rußland in Kooperation mit den (west-)europäischen Raumfahrtnationen eine symbolische Mission unter der Bezeichnung „Resurs-​500“. Eine Sojus-​U 11A511U Rakete hob am 16.11.1992 vom Kosmodrom Plesetsk ab und transportierte den gleichnamigen für die Mission modifizierten Erderkundungssatelliten vom Typ Resurs-​F1 (Erzeugnis 14F43) auf eine erdnahe Umlaufbahn. Statt der üblichen Kameraausrüstung hatte der Satellit Botschaften des russischen Präsidenten Boris Jelzin, verschiedene Dokumente, handbemalte Eier, ein Modell der Freiheitsstatue und andere Materialien an Bord, die für gute Beziehungen zwischen den USA und Europa, sowie speziell zwischen den USA und Rußland werben sollten. Dementsprechend wurde auch erstmals planmäßig eine Wasserlandung mit einer Resurs Landekapsel unternommen. Die Kapsel ging am 22.11.1992 auf hoher See südwestlich von Seattle nieder und wurde von dem russischen Bahnverfolgungsschiff „Marschall Krylow“ geborgen. Während die Gegenstände aus der Kapsel unterschiedliche Empfänger in den USA erreichten, erhielt das „Museum of Flight“ in Seattle die Kapsel selbst und stellt sie heute noch aus. Während das Unternehmen in Europa kaum Beachtung fand, schenkten die US Medien dem Flug in ihrer Berichterstattung breiten Raum. Allein die Tatsache, daß zahlreiche Medienvertreter eingeladen waren, die Kapselbergung an Bord des bis dahin streng geheimen militärischen Bahnverfolgungsschiffs zu verfolgen, zeigte den Wandel in den russisch-​amerikanischen Beziehungen.