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Samstag,

18.12.1993

Eine Ariane-​44L H10+ startete am 18.12.1993 und damit nur vier Wochen nach der Mission V61 mit weiteren zwei Kommunikationssatelliten von Kourou in Französisch Guyana. Die Rakete transportierte den amerikanischen direktstrahlenden Kommunikationssatelliten DBS 1 und den kleineren Thaicom 1. Erstmals kam bei diesem Start die SDS (SPELDA Dedicated Satellite) Konstruktion zum Einsatz. Sie erlaubte es, neben einem typischen Kommunikationssatelliten der 3 Tonnen Klasse in der Mini SPELDA (Struc­ture Por­teuse Externe pour Lance­ments Dou­bles Ari­ane) Struktur einen weiteren kleinen Satelliten zu transportieren. Arianespace versprach sich davon die Möglichkeit, auch kurzfristig Mitfluggelegenheiten solcher kleinen Satelliten anbieten zu können und so die Wettbewerbsfähigkeit der Ariane weiter zu steigern.
DBS 1, ein Hughes HS-​601 Satellit, war zusammen mit zwei weiteren Satelliten von der DirecTV Inc., einer Tochter der Hughes Communications, in Auftrag gegeben worden. Hughes schlug damit eine Reihe von Mitbewerbern mit ähnlichen Konzepten aus dem Rennen. Jeder der Satelliten verfügte über 16 120 W Ka-​Band Transponder zur Übertragung von bis zu 150 Videokanälen. Die 3-​Achsen stabilisierten HS-​601 Satelliten repräsentierten seinerzeit die modernste verfügbare Technik. Graphit Antennen, Solarzellenflächen von 26 m Spannweite mit 4,3 kW Leistung, Fehlerkorrektur für die Ausstrahlungen, angepaßte Sendeleistung für Gebiete mit intensivem Niederschlag u.v.a.m. Der Heimempfang der Fernsehprogramme war in den USA bereits mit Antennen von 0,45 m Durchmesser möglich. Neben analogen und digitalen HDTV Fernsehprogrammen wurden über die drei DBS Satelliten, die alle über 101° West ko-​positioniert wurden, auch Musikprogramme in CD Qualität übertragen. Am 04.07.1998 erlitt DBS 1 einen Ausfall des Spacecraft Control Processor, ein Problem das bereits zuvor und auch danach mehrere HS-​601 Satelliten getroffen hatte. DirecTV ließ daraufhin im Oktober 1999 mit DBS 1R ein Ersatzexemplar starten und verschob DBS 1 (DirecTV 1) auf eine Orbitalposition über 110° West. Hier strahlte er fortan Programme für die spanisch sprechende Bevölkerung der USA aus. Im Jahr 2003 wurde er aber wieder auf 101° West zurück verschoben, um dort DirecTV 3 (DBS 3) zu ersetzen, der im Oktober 2002 außer Dienst gestellt worden war. Es folgten weitere Einsätze auf 72,5° West und zuletzt 91,1° West, bis im Februar 2009 ein letztes Manöver den Satelliten auf einen „Friedhofsorbit“ beförderte.
Zweite Nutzlast des Ariane Starts war Thailands erster Satellit. Hughes hatte im Oktober 1991 von der Shinawatra Computer and Communications Co. Ltd. (SC&C) den Auftrag zur Entwicklung von Thailands erstem nationalen Kommunikationssatelliten-​System erhalten. Zwei spinstabilisierte HS-​376L bildeten das Rückgrat des Systems. Die Satelliten erhielten zwei Ku-​Band Transponder (plus ein Reserve Transponder) und 10 C-​Band Transponder (plus zwei Reserve Transponder). Letztere deckten neben Thailand auch das Gebiet von Singapur bis Japan ab. Der erste Satellit wurde im Januar 1994 als Thaicom 1 über 78,5° Ost in Dienst gestellt. Zwischen Mai und Juni 1997 erfolgte eine Repositionierung über 120° Ost, wo der Satellit fortan als Thaicom 1A betrieben wurde. Nach deutlicher Überschreitung der projektierten Lebensdauer erfolgte im Januar 2010 die kontrollierte Außerdienststellung des Satelliten.