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Montag,

03.10.1994

Bordarzt W. Poljakow bei der Abnahme von Blutproben von U. Merbold

die Sojus TM-20 Besatzung: Viktorenko, Kondakowa, Merbold (v.l.n.r.)

Eine neue Stammbesatzung machte sich am Anfang Oktober 1994 auf den Weg zur Raumstation Mir. Als Sojus TM-​20 am 03.10.1994 um 22:42 UTC mit einer Sojus-​U2 11A511U2 von Baikonur startete, befanden sich an Bord Kommandant Alexander Viktorenko und Bordingenieurin Jelena Kondakowa als neue Langzeitbesatzung der Mir, sowie der deutsche Raumfahrer Ulf Merbold. Dieser flog im Rahmen der einmonatigen „Euromir 94“ Mission zu einem Gastaufenthalt als Forschungskosmonaut mit. Am 06.10.1994 um 00:28 UTC dockte Sojus TM-​20 am Bug der Raumstation Mir an. Dort wurden sie von Juri Malentschenko, Talgat Mussabajew und Waleri Poljakow begrüßt. Während sich Merbold, Veteran zweier Space Shuttle Missionen, seinem umfangreichen Forschungsprogramm mit über 30 verschiedenen Experimenten widmete, übernahmen Viktorenko und Kondakowa im laufe des Oktobers von Malentschenko und Mussabajew die Raumstation. Bordarzt Poljakow hingegen würde auch die neue Stammbesatzung betreuen und seine Rekordmission fortsetzen. Von historischem Interesse war die Sojus TM-​20 Mission auch, weil mit Merbold erstmals ein Raumfahrer sowohl mit amerikanischem als auch mit russischem Raumfluggerät im All war. Und Kondakowa war nach Walentina Tereschkowa und Swetlana Sawizkaja erst die dritte Russin im Weltraum. Trotz einiger Probleme, so brach am 8. Tag an Bord der Mir die Energieversorgung teilweise zusammen und ein Teil der tiefgefrorenen biologischen Proben Merbolds taute auf, verlief insbesondere die „Euromir 94“ Mission der ESA doch sehr erfolgreich. Die materialwissenschaftlichen Experimente, die wegen eines defekten Schmelzofens hatten ausfallen müssen, wurden später von russischen Kosmonauten nachgeholt.