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Donnerstag,

22.06.1995

Im Auftrag der USAF startete am 22.06.1995 die L-​1011 „Stargazer“ der Orbital Sciences Corporation (OSC) von der Vandenberg AFB. Unter dem Rumpf untergehängt hatte sie eine Pegasus-​XL Rakete mit dem Testsatelliten STEP 3 (Space Test Experiment Platform). Nach dem Ausklinken der Rakete zündete deren Erststufentriebwerk normal, doch nach der Stufentrennung traten Probleme auf. Diese wurden später so rekonstruiert, daß sich der Adapterring zwischen Erst– und Zweitstufe nicht komplett gelöst und die Schubvektorsteuerung der Zweitstufe nahezu blockiert hatte. Nach zweieinhalb Überschlägen löste sich das Teil und die Rakete stabilisierte sich. Doch die IMU war in der Extremsituation überfordert. Daraufhin mußte der Sicherheitsoffizier am Boden die weiterhin einen falschen Kurs steuernde Rakete nach 148 s mitsamt dem auch als STEP-​M3 bezeichneten Satelliten sprengen. Damit waren die fünf mitgeführten technologischen Experimente des P92-​2 Programms, darunter auch solche zur Erprobung von Frühwarnsensoren, verloren. Vor allem die USAF zeigte sich von dem erneuten Fehlstart einer Pegasus-​Rakete enttäuscht. Nur weil es keine Alternativen gab, wurde das Programm nicht sofort eingestellt. Vorläufig blieben OSC aber nur die bereits erteilten Aufträge. Als sich herausstellte, daß der Fehler eines Technikers bei der Montage der Rakete den jüngsten Fehlstart verursacht hatte, erhielt die Pegasus-​XL eine neue Chance. Allerdings mußte Orbital seine Prozesse für die Fertigung, Qualitätskontrolle und Startoperationen gründlich überarbeiten. Langfristig sollte sich das immerhin auszahlen.