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Donnerstag,

20.06.1996

Einen Monat nach dem Fehlstart einer Sojus-​U 11A511U in Baikonur wiederholten sich die Ereignisse am 20.06.1996 in Plesetsk. Auch diesmal gelang der Start zunächst planmäßig, doch nach 49 s versagte erneut die Nutzlastverkleidung. Sie war den wirkenden aerodynamischen Kräften nicht gewachsen, riß ab und „enthauptete“ die Rakete. Sekundenbruchteile später schaltete das Fehlerdetektionssystem alle fünf Triebwerksblöcke des Startstufenpakets ab. Verloren ging bei dem Zwischenfall ein Fotoaufklärungssatellit der Jantar-​4K Serie, der Rußland mit Aufklärungsfotos hätte versorgen sollen. Das war besonders schmerzlich, da Rußland wegen finanzieller Probleme zu jener Zeit ohnehin nur noch unregelmäßig solche Satelliten starten konnte. Immerhin bewirkte der zweite Fehlstart in Folge nun eine gründlichere Untersuchung der Ursachen, die in einer mangelhaften Verarbeitungsqualität der Nutzlastverkleidung und ungenügender Endkontrollen durch die Startmannschaften, aber auch konstruktiven Defiziten gefunden wurden.