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Freitag,

20.10.2000

Bereits Ende August 2000 war die zum Start eines Ersatz-​Satelliten für die DSCS Konstellation vorgesehene Atlas-​IIA auf dem Startkomplex 36A von Cape Canaveral aufgerichtet worden. Doch dann verzögerten potentielle Probleme bei Nutzlast und Rakete die weiteren Startvorbereitungen. In beiden Fällen waren die Mängel nicht an den für diese Mission vorgesehenen Exemplaren festgestellt worden. Doch wollte man kein unnötiges Risiko eingehen. Schließlich wurde tatsächlich doch noch eine Anomalie an der Nutzlast festgestellt, die zu einem Aufschub des für den 12.10.2000 geplanten Starts führte. Der Countdown zum Start des militärischen Kommunikationssatelliten DSCS III B-​11 (DSCS III F12) wurde neu für den 19.10.2000 angesetzt. Doch auch diesmal mußten erst mehrere Probleme überwunden werden, bevor die Atlas-​IIA Rakete 15 Minuten vor Ende des Startfensters von Cape Canaveral abheben konnte. Schwierigkeiten machte einer der Versorgungsarme des Startkomplexes. Dann traten Computerprobleme auf und es gab Kommunikationsprobleme mit einer der Bahnverfolgungsstationen auf Diego Garcia. Schließlich wurde auch noch ein Schiff in der Sicherheitszone vor Cape Canaveral entdeckt. Die Verzögerungen summierten sich auf 64 Minuten, so daß der Start (nach Weltzeit) erst am 20.10.2000 erfolgte. Doch dann bestätigte die Atlas-​IIA einmal mehr ihren guten Ruf. Zwei Zündungen der Centaur Stufe brachten den offiziell als USA 153 bezeichneten Satelliten zunächst auf eine geostationäre Transferbahn, von der aus ihn am 21.10.2000 die IABS (Integrated Apogee Boost System) Kickstufe auf eine Synchronbahn beförderte. Der Satellit gehörte zu einer Serie von vier eingelagerten Exemplaren, die einem Programm zur Leistungssteigerung (Service Life Enhancement Program) unterzogen worden waren. Im Rahmen des SLEP erhielten die Satelliten 50 W Wanderfeldröhren für alle sechs Transponder und eine höhere Bandbreite, was einer Steigerung der Kapazitäten für die taktische Kommunikation von 700% entsprach. Damit genügten sie besser den gestiegenen Anforderungen zwei Jahrzehnte nach der Indienststellung des ersten Exemplars.