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Donnerstag,

11.01.2007

Zunächst unbemerkt von der Weltöffentlichkeit testete China am 11.01.2007 eine Antisatellitenwaffe unter realistischen Bedingungen. An diesem Tag startete eine bodengestützte Abfangrakete, wahrscheinlich eine Modifikation der zweistufigen DF-​21 IRBM, vom Testgelände Xichang und brachte ein „Kill Vehicle“ auf Kollisionskurs zum ausgedienten Wettersatelliten FY-​1C und zerstörte diesen. Weder Rußland noch die USA, deren Militär unzweifelhaft den Test registriert hatte, reagierte auf den Zwischenfall. Erst als die internationale Fachpresse über den Versuch berichtete, bekam der Waffentest eine internationale Dimension. Rußland und die USA, aber auch Chinas Nachbarstaaten protestierten gegen die Militarisierung des Weltraums. China wiederum reagierte ebenfalls erst mit mehrtägiger Verspätung. Der Test wurde bestätigt und zugleich erklärt, daß weitere nicht geplant seien. Amerikanische Geheimdienstkreise ließen unterdessen verlauten, daß dem geglückten Abfangmanöver vom 11.01.2007 mindestens zwei mißlungene Versuche in den Jahren zuvor vorausgegangen waren. Ferner wurde bekannt, daß man die Vorbereitungen für den letzten Test kontinuierlich verfolgt hatte ohne den Versuch zu unternehmen, ihn politisch zu verhindern.
Chinas Demonstration der Stärke hinterließ ein Trümmerfeld im All, das noch Jahrzehnte eine Gefahr für die friedliche Raumfahrt darstellen wird. Die Wolke aus Hunderten, wenn nicht Tausenden größerer Trümmer verteilte sich zwischen 200 und 3.500 km Bahnhöhe. Wobei der Schwerpunkt in der typischen Höhe sonnensynchroner Missionen, also zwischen 800 und 900 km Höhe lag.