Information
Freitag,

25.09.2009

Eine der Komponenten des SBIRS (Space-​Based Infrared System), das seit Mitte der 1990er Jahre als Nachfolger der DSP (Defense Support Program) Satelliten entwickelt wurde, war das SBIRS-​Low. Das Konzept sah ein Netzwerk von 24 Frühwarnsatelliten auf erdnahen Polarbahnen vor. Dieses sollte die SBIRS-​GEO Satelliten und die SBIRS-​HEO Komponente, Sensorpakete auf Satelliten mit hochelliptischen Bahnen, wirkungsvoll ergänzen. Vor allem versprach man sich bei der Planung des Gesamtsystems eine engmaschigere Abdeckung auch der Polarregionen. Wie auch die anderen Elemente des SBIRS geriet SBIRS-​Low in anhaltende technische und finanzielle Probleme. Nach mehreren Restrukturierungen des Programms entstand das Space Tracking and Surveillance System (STSS) Konzept. Zuständig für das Projekt war nun statt der USAF die MDA. Die Missile Defense Agency plante eine schrittweise Erprobung der Systeme. Zunächst sollten im Jahr 2006 die beiden STSS Block 2006 Satelliten starten, gefolgt von der STSS Block 2010 Risk Reduction Mission. Angeblich hauptsächlich Probleme mit der Verfügbarkeit der Startanlagen führten zunächst zu einer Verschiebung des Doppelstarts auf das Frühjahr 2008. Dann wurde auch noch die Block 2010 Mission, die jetzt unter dem Namen STSS-​ATRR (Space Tracking and Surveillance System — Advanced Technology Risk Reduction) lief, vorgezogen. Erst am 25.09.2009 hob die Delta 7920 mit den beiden STSS Demo Satelliten von Cape Canaveral ab. Die beiden Satelliten, STSS Demo SV-​1 und STSS Demo SV-​2, offiziell nur als USA 208 und USA 209 bezeichnet, erreichten die geplante Umlaufbahn. Viele Details zum Verlauf der Erprobung verlauteten nicht. In einer Pressemitteilung wurde immerhin bekanntgegeben, daß die Satelliten im Oktober 2010 erfolgreich das Abfangen zweier Zielraketen durch SM-​3 (Standard Missile) eines Zerstörers der „Aegis“ Klasse beobachteten. Insgesamt bewährten sich die Satelliten offenbar. Denn ihre Nutzung wurde über die Auslegungsbetriebsdauer von zwei Jahren hinaus mehrfach verlängert, zuletzt bis ins Jahr 2017.