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Mittwoch,

13.07.2011

Ein weiteres Sechstett mit Globalstar Kommunikationssatelliten der zweiten Generation startete am 13.07.2011 mit einer Sojus-2.1a 14A14 mit Fregat 14S44 Bugsierstufe vom Kosmodrom Baikonur. Der Start wurde im Auftrag der Globalstar Inc. vom europäisch-​russischen Anbieter Starsem ausgeführt. Eigentlich hätte er bereits im April 2011 stattfinden sollen. Doch bei einem der sechs im Oktober 2010 gestarteten Globalstar 2 Satelliten war es zu einer Anomalie an einem Drallrad gekommen. Jeder der Satelliten verfügte über vier von der Goodrich Corp. gelieferte Kreisel. Eine Überprüfung aller für Alcatel Alenia Space gefertigten Exemplare ergab keine Anhaltspunkte für einen Serienfehler. Somit konnten die Vorbereitungen für einen weiteren Start im Juli 2011 schließlich wieder aufgenommen werden. Doch dann mußten vier der sechs Satelliten zur Überprüfung an den Hersteller Alcatel Alenia Space zurückgeschickt werden. Vier neue Satelliten wurden stattdessen angeliefert. Die Maßnahme resultierte aus fortwährenden Unsicherheiten hinsichtlich der Zuverlässigkeit der verbauten Drallräder. Abgesehen von zusätzlich angeordneten Überprüfungen wollte man dem Problem nun auch dadurch begegnen, daß die Rotationsgeschwindigkeit der Drallräder zukünftig halbiert werden sollte. Schließlich wurde der Countdown für einen Start am 11.07.2011 aufgenommen. Doch bei T –2,5 s brach ein Computer den Countdown ab, nachdem ein Problem mit dem Startkomplex registriert worden war. Zunächst wurde eine Startverschiebung auf den Reservetermin einen Tag später bekanntgegeben. Doch die Überprüfung der vorgenommenen Reparaturen nahm mehr Zeit in Anspruch, als ursprünglich angenommen. Daher konnte der Countdown nicht rechtzeitig genug wieder aufgenommen werden. Am 13.07.2011 lief dann aber alles nach Plan. Pünktlich hob die Rakete von Baikonur ab und nach zwei Zündungen der Fregat Stufe war die vorgesehene Bahn knapp oberhalb von 900 km für das Aussetzmanöver erreicht. Zunächst wurden die beiden oberen Satelliten ausgesetzt, 100 s später gefolgt von den unteren vier. 98 Minuten nach dem Start waren damit alle sechs Satelliten — Globalstar FM81, Globalstar FM83, Globalstar FM85, Globalstar FM88, Globalstar FM89 und Globalstar FM91 — ausgesetzt. Ohne Schwierigkeiten erreichten sie mit eigenem Antrieb später ihre 500 km höher gelegenen Arbeitsorbits.
Die eingesetzte Trägerrakete hatte eine interessante Vorgeschichte. Sie gehörte zu einer Serie von zehn Sojus-​ST-​A Raketen, die von Arianespace für Starts in Kourou bestellt worden waren. Auch wenn es sich bei diesem Modell im Kern um die „Tropenausführung“ der Sojus-2.1a handelte, waren die Unterschiede im Detail doch nicht unerheblich. Entsprechend wohl auch der Umfang der Anpassungen, um die Rakete wieder für einen Start von Baikonur tauglich zu machen.