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Dienstag,

25.06.2013

Gleich ein halbes Dutzend russischer Ministerien erwartete seit 2010 sehnsüchtig den Start des modernen russischen Erderkundungssatelliten Resurs-​P 1. Bereits sein erfolgreicher Vorgänger Resurs-​DK 1 hatte hinsichtlich Qualität und Quantität der Sensordaten für russische Verhältnisse neue Maßstäbe gesetzt. Und auch die Langlebigkeit des 2006 gestarteten Satelliten war eine positive Überraschung. Allerdings operierte er seit einiger Zeit auf einem höheren Orbit, um so der Bremswirkung der Atmosphäre etwas zu entgehen. Das führte jedoch zu einer verminderten Qualität der Erdaufnahmen. Das Resurs-​P Modell verfügte über noch leistungsfähigere Sensoren und war für einen fünf– statt dreijährigen Betrieb ausgelegt. Hauptinstrumente waren ein Hyperspektral-​Scanner, eine Weitwinkel– und eine hochauflösende Kamera. An deren Informationen war entsprechend auch das russische Verteidigungsministerium interessiert. Doch der (bereits u.a. wegen fehlerhafter Sternensensoren seit Sommer 2012 verzögerte) Start des Satelliten erfuhr mitten in den laufenden Startvorbereitungen einen unerwarteten weiteren Aufschub. Der Start der Sojus-2.1b 14A14 auf die für Baikonur ungewöhnliche sonnensynchrone Bahn machte die Ausweisung neuer Zonen für den Absturz der ausgebrannten Raketenstufen erforderlich. Und obwohl die Sojus weitgehend umweltverträgliche Treibstoffe einsetzte, sperrte sich Kasachstan gegen eine entsprechende Vereinbarung. Ein Start Ende 2012 war so nicht mehr zu realisieren. Erst im Juni 2013 wurden die Startvorbereitungen wieder aufgenommen. Am 25.06.2013 hob die Rakete dann von Baikonur ab und beförderte ihre Nutzlast auf eine sonnensynchrone Bahn in durchschnittlich 460 km Höhe. Der Zielorbit lag bei 475 km. Nach einigen kleineren Bahnkorrekturen übermittelte der Satellit bald darauf die ersten Testbilder ausgewählter Zielbobjekte bzw. –regionen. Ab dem 04.10.2013 sendete der Satellit im Regelbetrieb seine Erderkundungsdaten.