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Dienstag,

25.06.2013

Eine Reihe von Unternehmen verfolgte nach der Jahrtausendwende die Idee, performantes Internet über ein Satellitennetzwerk anzubieten. Einige Anbieter setzten dabei auf geostationäre Satelliten. Während eher konventionelle Angebote für Ein– und Zweiwege-​Verbindungen einen beachtlichen Marktanteil eroberten, endete der Versuch des Unternehmens LightSquared, ein integriertes System von terrestrischen Sendern und Satelliten für ein Internetangebot auf LTE Basis zu schaffen, mit der Insolvenz des Unternehmens. Die auf der zu Großbritannien gehörenden Kanalinsel Jersey ansässige O3b Networks Ltd. verfolgte wieder ein anderes Konzept. Ähnlich den Iridium und Globalstar Mobilfunknetzen der 1990er Jahre setzte man auf ein Netz von sechzehn Satelliten, allerdings auf höheren Bahnen um 8.060 km Höhe. Im Vergleich zu anderen Anbietern mit geostationären Satelliten sollte vor allem die Latenzzeit deutlich niedriger ausfallen bei einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 10 Gbps. Jeder der Satelliten wurde mit 12 Ka-​Band Transpondern und ebensovielen steuerbaren Antennen ausgerüstet. Den Auftrag zum Bau der Satelliten erhielt Thales Alenia Space. Im Herbst 2008 wurde mit dem Bau der ersten Satelliten begonnen. Der erste Start an Bord einer Zenit-​3SL war für Ende 2010 geplant. Doch finanzielle und technische Schwierigkeiten führten zu mehrjährigen Verzögerungen. Auch wechselte man den Startanbieter und die Trägerrakete. Zum Zuge kam nun Arianespace mit der Sojus-​STB, der „Tropenvariante“ der Sojus-2.1b 14A14 mit Fregat-​MT 14S44. Doch auch dieses Programm erlebte erhebliche Verzögerungen. So startete die erste Mission mit vier O3b Satelliten erst am 25.06.2013 von Kourou in Französisch Guyana. Die Satelliten basierten wie auch die zuletzt gestarteten Globalstar auf dem ELiTeBus (Extended LifeTime Bus). Daher konnte auch die Startvorrichtung („Dispenser“), die für diese entwickelt worden war, eingesetzt werden. Nach einem wegen ungünstiger Wetterbedingungen abgebrochenen Countdown am 24.06.2013 gelang der Start am nächsten Tag ohne Probleme, obwohl sich die Wetterbedingungen erst im letzten Augenblick gebessert hatten. Nach drei Zündungen der Fregat-​MT Oberstufe wurde das erste Paar von O3b Satelliten auf einer ungewöhnlichen äquatorialen Bahn ausgesetzt, gefolgt von den nächsten beiden nach einer vierten Zündung. Während die Fregat nun mit einer vierten und fünften Zündung ihre Bahn wieder absenkte, justierten die O3b Satelliten ihre Bahnen. Zwei der vier Satelliten entwickelten in der Inbetriebnahmephase Probleme mit der Energieversorgung, was die folgenden Starts verzögerte.