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Dienstag,

11.06.2013

Mit großer Spannung verfolgten die Experten im Missionskontrollzentrum wie auch die Raumfahrer an Bord der ISS das Abkoppeln des Transportraumschiffs Progress M-​19M am 11.06.2013 um 13:58 UTC. Grund war eine blockierte Antenne des Kurs Rendezvoussystems. Diese hatte sich nach dem Start nicht entfaltet und um ein Haar das Docking am „Swjesda“ Modul verhindert. Zwar lieferten die anderen Rendezvoushilfen sogar ausreichend Informationen für ein automatisches Kopplungsmanöver. Doch der Abstand zwischen der Antenne und anderen Apparaturen im Bereich des Kopplungsadapters war extrem knapp. Wahrscheinlich nicht mehr als 10 mm. Während man bei der NASA noch die Risiken abwog, vollzog das russische Kontrollzentrum am 26.04.2013 bereits das Docking. Nun mußte auch die Trennung wieder ohne Schäden gelingen. Ein zwischenzeitlich erwogenes Außenbordmanöver zur Demontage der Antenne war verworfen worden, da man nicht ausschließen konnte, daß dabei die wohl noch scharfe Pyroladung des Entfaltmechanismus der Antenne zündete. Während sich die Progress langsam von der ISS löste, dokumentierten ihre Kameras den Zustand des sensiblen Dockingrings. Dieser schien frei von Verschmutzungen und Schäden. Überrascht registrierte die Besatzung der ISS hingegen, daß die ASF-​02 Antenne, offenbar durch die Vibrationen beim Lösen der Halteklammern, doch noch ausgeklappt war. Auch diesen Fall hatte man zuvor simuliert und kam dabei auf einen Abstand von 2 mm. Wie die Bilder zeigten, war die Antenne allerdings etwas verbeult…
Nach dem Ablegemanöver diente Progress M-​19M wie eine Reihe seiner Vorgänger wieder Experimenten im Rahmen der Radar-​Progress Reihe. Während diverser Triebwerkszündungen sondierten Instrumente vom Boden aus u.a. das Plasmaumfeld des Raumschiffs. Das Experiment lief vom 13. bis 18.06.2013. Lediglich am 15.06.2013 wurden die Sondierungen ausgesetzt, um die Rendezvousoperationen mit dem ATV 4 Raumtransporter nicht zu gefährden. Schließlich wurde am 19.06.2013 aber das Wiedereintrittsmanöver eingeleitet. Gegen 13:40 UTC verglühten die letzten Trümmer in der Atmosphäre bzw. stürzten in einer entlegenen Region des Pazifik ins Meer.