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Freitag,

26.12.2014

Der zweite russische Erderkundungssatellit des Resurs-​P Programms startete am 26.12.2014 mit einer Sojus-2.1b 14A14 Rakete vom Kosmodrom Baikonur aus auf eine zunächst noch deutlich exzentrische Bahn, aus der er rasch auf einen sonnensynchronen Orbit in 475 km Höhe angehoben wurde. Wie bereits Resurs-​P 1 verfügte auch Resurs-​P 2 über einen Geoton-​L1 Hyperspektral-​Sensor und zusätzlich eine KSchMSA Multispektral-​Kamera mit großem Blickwinkel. Die Optik erlaubte panchromatische Aufnahmen mit 1 m Auflösung, während in anderen Spektralbereichen 3 bis 4 m erreicht wurden. Weiterhin war ein AIS (Automatic Identification System) Empfänger zur Verfolgung und Lokalisation von Hochseeschiffen an Bord. Wichtigster Unterschied zum Vorgänger war hingegen die Installation der sekundären wissenschaftlichen Nutzlast NUKLON. Der Detektor für energiereiche kosmische Teilchen (Bereich 1 bis 1000 TeV) war ursprünglich für den kleinen Forschungssatelliten Koronas-​Nuklon entwickelt worden, der aber aus dem Wissenschaftsprogramm von Roskosmos gestrichen worden war. Anfang 2015 veröffentlichte die russische Raumfahrtbehörde die ersten, noch unkalibrierten, Erderkundungsaufnahmen des Satelliten. Doch im Sommer 2018 wurde bekannt, daß bereits seit 2017 weder von Resurs-​P 2 noch von Resurs-​P 3 (erst im März 2016 gestartet!) noch Daten empfangen wurden. Lediglich Resurs-​P 1 arbeitete noch, inzwischen jenseits der Auslegungsbetreibsdauer, zuverlässig. Als der im September 2021 auch noch ausfiel, endete der Empfang von Resurs-​P Daten. Denn die beiden weiteren geplanten Satelliten befanden sich zwar in einem fortgeschrittenen Baustadium, konnten aber offenbar wegen fehlender Komponenten, die unter das westliche Embargo nach der Krim-​Krise fielen, nicht kurzfristig startklar gemacht werden.