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Freitag,

15.01.2016

Timothy Peake bei seiner EVA am 15.01.2016

Spektakuläre Aussicht während der EVA vom 15.01.2016

Die beiden Astronauten Timothy Kopra (USA) und Timothy Peake (Großbritannien) unternahmen am 15.01.2016 gemeinsam ein Außenbordmanöver, dessen Hauptaufgabe im Austausch eines defekten Spannungsreglers bestand. Dieser hatte am 13.11.2015 versagt und blockierte seither die Nutzung einer von acht Stromschienen des ISS Energieversorgungssystems. Gravierende Auswirkungen hatte der Ausfall der Sequential Shunt Unit (SSU) keine, verringerte aber die Reserven des Gesamtsystems. Zudem war der Austausch simpel, die Box war lediglich mit einem Bolzen gesichert und für einen Austausch konzipiert. Einige sekundäre Aufgaben rundeten das Programm der beiden Astronauten ab. So mußten einige längere Kabel verlegt und angeschlossen werden, die einmal mit dem neuen International Docking Adapter (IDA) verbunden werden sollten. Schließlich galt es auch noch, den defekten Scheinwerfer einer Kamera zu demontieren und an Bord zurückzuholen. Die einzige Herausforderung bei den Arbeiten war die Enge zwischen den Modulen, in der insbesondere die Kabel verlegt werden mußten. Da dort in der Vergangenheit schon zahlreiche andere Kabel installiert worden waren, bestand zudem die Gefahr, sich in einem davon zu verheddern oder eines bei einem Tritt darauf zu beschädigen. Obwohl überraschend Kopra von geringen Mengen Wasser in seinem Helm berichtete, was den vorzeitigen Abbruch der EVA nach sich zog, konnten die Arbeiten weitgehend abgeschlossen werden. Die Probleme waren zwar weit von dem Ausmaß entfernt, das Luca Parmitano im Juli 2013 in eine lebensbedrohliche Situation gebracht hatte. Bedenklich war aber, daß es sich um eben jene EMU (3011) handelte, die seither gründlich getestet worden war und bei der man zahlreiche Baugruppen getauscht hatte. Zwar war die exakte Ursache des damaligen massiven „Wassereinbruchs“ nie gefunden worden, doch hatte niemand ernsthaft mit einer Wiederholung des Problems gerechnet. Dennoch hätte die NASA sicher lieber eine andere Extravehicular Mobility Unit eingesetzt. Doch der vorgesehene Ersatz war beim Fehlstart der CRS-​7 Versorgungsmission verlorengegangen. Weiterer Ersatz, eingetroffen mit „Cygnus“ OA-​4, kam zu spät für diese EVA. Nachdem die beiden Astronauten nach 4:43 h wieder zurück an Bord waren, wurde Kopras EMU einem 6-​stündigen Dauertest unterzogen. Das Wasserproblem konnte dabei nicht reproduziert werden. Damit bestand diese unbefriedigende Situation weiter.