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Freitag,

22.09.2017

Obwohl das russische GLONASS Navigationssatelliten-​System seit geraumer Zeit am Rande des Zusammenbruchs operierte, ließen es die Finanzmittel seit 2016 offenbar nicht zu, die bereits gebauten und eingelagerten GLONASS-​M Reservesatelliten zu starten. So konnte die globale Abdeckung der Konstellation nur mit großer Mühe aufrechterhalten werden. Und auch das nicht immer. Denn selbst unter Einbeziehung aller noch irgendwie nutzbaren Satelliten konnten Situationen nicht vermieden werden, in denen nach (vorübergehendem) Ausfall eines oder mehrerer Exemplare bzw. bei Wartungsarbeiten nicht die notwendige Zahl von 24 Satelliten aktiv war. So mußten am 24. bzw. 25.08.2017 zwei weitere Satelliten endgültig aufgegeben werden (GLONASS 714 und GLONASS 737), von denen einer noch als Reserve bereitgehalten worden war, während man bei dem anderen offenbar vergeblich versucht hatte, ihn wieder funktionstüchtig zu bekommen. Als daher am 22.09.2017 eine Sojus-2.1b 14A14 mit Fregat-​M 14S44 Bugsierstufe von Plesetsk Uragan № 752 in den Orbit brachte, verbesserte das die Situation noch immer nicht nachhaltig. Noch während der einmonatigen Test– und Inbetriebnahmephase des neuen, Kosmos 2522 genannten, Satelliten mußte zudem ein weiterer in Wartung befindlicher Satellit endgültig aufgegeben werden. GLONASS 715 (Kosmos 2424) hatte seine garantierte Lebensdauer da zwar schon weit überschritten, doch schwächte der Ausfall die Konstellation weiter.
Wie schon sein im Mai 2016 gestarteter Vorgänger verfügte auch dieses Exemplar über eine zusätzliche experimentelle Nutzlast МЛНССМежспутниковая Лазерная Навигационно Связная Система (engl. ISLNCSIntersatellite Laser Navigation and Communication System) zur Laserkommunikation und –bahnvermessung. Ziel war es, durch den direkten Informationsaustausch zwischen den Satelliten, die Navigationsgenauigkeit auf ca. 60 cm zu steigern.