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Freitag,

29.09.2017

Startanbieter Arianespace, der seine vergleichsweise hohen Startpreise gern mit seiner Zuverlässigkeit und Termintreue begründete, entging am 05.09.2017 nur knapp einem Fehlstart und mußte daraus resultierend den Start seiner VA239 Mission um mehr als drei Wochen aufschieben. Glücklicherweise ereignete sich das in einer Phase, in der andere anstehende Starts dadurch nicht in einer Kettenreaktion ebenfalls betroffen gewesen wären. Die Ariane-​5ECA sollte bei dieser Mission zwei Kommunikationssatelliten auf geostationäre Transferbahnen befördern: Intelsat 37e und BSat 4a. Nach einer Routinestartvorbereitung stand die Rakete auf dem Startkomplex ELA3 bereit. Der Countdown näherte sich seinem Höhepunkt, das Zündkommando für das kryogene Haupttriebwerk wurde gegeben — und unmittelbar initiierte der Bordcomputer die Notabschaltung. Während das Triebwerk noch hochlief, war ein Problem mit der Elektrik eines der großen Feststoffbooster entdeckt worden. Hätte der Computer den Startvorgang nicht abgebrochen, wäre die Mission wohl Sekunden darauf gescheitert. So mußte die Rakete zurück ins Montagegebäude gerollt und gründlich inspiziert werden. Am 21.09.2017 war die defekte Baugruppe des Boosters getauscht und eine Woche später rollte die Ariane wieder zum Startplatz. Nach einem kurzen außerplanmäßigen Halt hob die Rakete dann am 29.09.2017 von Kourou ab. Im weiteren Verlauf zeigte die Ariane dann wieder ihre Stärken. Beide Satelliten wurden mit großer Präzision auf den geplanten Transferorbits ausgesetzt. Zunächst Intelsat 37e für den gleichnamigen globalen Flottenbetreiber. Mit diesem Satelliten verstärkte das Unternehmen seine EpicNG Konstellation, die speziell für die Verteilung von Internetangeboten und mobilen Diensten konzipiert war. Eine beeindruckende Bandbreite von 45 Gbps und ein Mix aus C-​, Ku– und Ka-​Band Transpondern zeichneten den neuesten Satelliten aus, der wie seine Vorgänger von Boeing auf Basis der BSS-​702MP Plattform gefertigt worden war. Intelsat 37e war für eine Position über 18° West vorgesehen, auf der bis dahin Intelsat 901 im Einsatz stand. Von dort aus konnten Afrika und Europa bis hin nach Amerika versorgt werden. Zunächst nahm er aber am 26.10.2017 über 84,5° Ost die Systemtests auf.
Deutlich kleiner als Intelsat 37e war der aus einer SYLDA (Système de Lancement Double Ariane) Vorrichtung ausgestoßene japanische BSat 4a. Er basierte auf dem bewährten SSL-​1300 Modell von Space Systems/​Loral und trug lediglich 24 Ku-​Band Transponder. Von der Stammposition über 110° Ost sollte der neueste Satellit der Broadcasting Satellite System Corporation (B-​SAT) TV-​Programme nach Japan abstrahlen, insbesondere auch HD und 4K, ja sogar 8K, Sendungen. Nach der Inbetriebnahme über 104° Ost wurde der Satellit zwischen dem 28.10. und dem 08.11.2017 auf die Arbeitsposition verschoben.