Chronik
Olafs Raumfahrtkalender

Olafs Raumfahrtkalender

Geschichte und Geschichten aus sechs Jahrzehnten Raumfahrt

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Statistik erstellt: 2018-06-19T16:23:45+02:00

April 2018.

2April

Start der Falcon 9 v1.2 zur CRS-14 Mission

CRS-14 am Canadarm2 der ISS

Mittlerweile schon Routine war der Start eines weiteren „Dragon“ Versorgungsraumschiffs zur ISS. Für die CRS-​14 Mission kamen sowohl eine Falcon 9 v1.2 Rakete mit schon einmal geflogener Erststufe zum Einsatz, wie auch eine Kapsel, die schon eine Mission hinter sich hatte (CRS-​8 im April 2016). Wenige Wochen vor dem Start war die Entscheidung getroffen worden, eine der für den Transport im „Trunk“, dem nicht druckbeaufschlagten Frachtbereich des Raumschiffs, vorgesehenen Nutzlasten durch eine andere zu ersetzen. Unverändert dabei blieben der Atmosphere-​Space Interactions Monitor der ESA, der auf dem europäischen „Columbus“ Modul installiert werden sollte. Mit dem ASIM sollten elektrische Entladungen in der Stratosphäre und Mesosphäre erforscht werden (sogenannte „Rote Kobolde“, „Blaue Strahlen“ und „Elfen“) sowie Röntgen– und Gammastrahlen-​Blitze. Auch die Pump and Flow Control Subassembly (PFCS), ein Ersatzteil für einen Wärmetauscher im Photovoltaic Thermal Control System (PVTCS) behielt ihren Platz. Doch die Ausrüstung für die Robotic Refueling Mission 3 (RRM3) der NASA, ein Betankungsexperiment für Satelliten, wurde zurückgezogen, um mehr Zeit für abschließende Tests zu haben. Stattdessen flog nun MISSE-​FF, das Materials on ISS Experiment — Flight Facility Experiment. Dieses ähnelte konzeptionell den schon früher eingesetzten MISSE (Materials International Space Station Experiment) Probencontainern. Doch die Alpha Space Test & Research Alliance LLC plante regelmäßige Einsätze ihrer MISSE-​FF Einheiten, um auf kommerzieller Basis Forschern und Unternehmen eine Gelegenheit zu geben, ihre Materialproben kosmischen Bedingungen auszusetzen. Neben den üblichen Versorgungsgütern transportierte die Dragon CRS-​14 diesmal weiterhin den von SSTL gebauten RemoveDEBRIS Satelliten, der wiederum als Startplattform für DebrisSat 1 und DebrisSat 2 fungieren sollte. Gemeinsam sollten mit ihnen später verschiedene Verfahren zum „Einfangen“ von Satelliten zum Zwecke der kontrollierten Entfernung aus der Bahn erprobt werden. Um „klassische“ CubeSats handelte es sich hingegen bei dem türkisch-​japanischen UBAKUSAT, dem kenianischen 1KUNS-​PF und dem costa-​ricanischen Irazú (Batsú-​CS 1). Alle drei dienten grundlegenden Erprobungszwecken, wobei die Bedeutung von 1KUNS-​PF und Irazú vor allem darin bestand, die jeweils ersten Satelliten des Landes zu repräsentieren. Der Start der Rakete erfolgte planmäßig am 02.04.2018 um 20:31 UTC von SLC-​40 in Cape Canaveral. Präzise wurde die Bahn erreicht, auf der das Raumschiff ausgesetzt wurde. Unterdessen simulierte die Erststufe der Rakete eine Landung, denn eine „Droneship“ stand diesmal gar nicht bereit. Nach ihrem zweiten Einsatz wurde die Block IV Stufe im Meer „entsorgt“. Am 04.04.2018 nahm das Raumschiff eine letzte Halteposition unterhalb der ISS ein, wo es um 10:40 UTC mit den Canadarm2 ergriffen und zum Berthing um 13:07 UTC am „Harmony“ Modul umgesetzt wurde. 2.647 kg Nachschub waren damit auf der ISS eingetroffen — 1.721 kg davon in der Drucksektion. Bereits am 06.04.2018 wurden PFCS und MISSE-​FF unter Einsatz von Dextre und SSRMS aus dem Trunk der Dragon entladen und vorübergehend auf je einer Enhanced ORU Temporary Platform (EOTP) „geparkt“. Dextre installierte MISSE-​FF am 08.04.2018 dann am ELC-​2 (EXPRESS Logistics Carrier). Und am 11.04.2018 wurde die neue PFCS am P6 Long Spacer eingesetzt, während die bisher dort befindliche verschlissene PFCS zum Trunk verbracht wurde. MISSE-​FF wurde am 13.04.2018 auf dem ausfahrbaren „Tisch“ der Japanese Experiment Module (JEM) Airlock (JEMAL) Luftschleuse angebracht und mit vier Probencontainern bestückt. Außerdem wurde ASIM aus dem „Trunk“ extrahiert und an der EPF (External Payload Facility) von „Columbus“ angebracht. Damit waren die robotischen Arbeiten im Zusammenhang mit CRS-​14 erst einmal abgeschlossen. Der SSRMS kam dann am 04.05.2018 wieder beim Unberthing des Raumschiffs zum Einsatz. Am 05.05.2018 um 13:23 UTC setzte der Manipulatorarm das Frachtraumschiff wieder frei. Dieses wasserte planmäßig, beladen mit diversen Experimentendaten und –proben, am 05.05.2018 um 19:03 UTC im Pazifik vor der kalifornischen Küste.
5April

Start der Ariane-5ECA VA242

Knapp zwei Jahre nach dem verhängnisvollen Frachtflug nach Kourou, in dessen Verlauf der japanische Kommunikationssatellit Superbird 8 wegen Problemen beim Druckausgleich schwere Schäden erlitten hatte, startete der mittlerweile reparierte Satellit doch noch ins All. Bereits im April hatte die SKY Perfect JSAT Corporation bekanntgegeben, daß man einen Nachfolger für den im Jahr 2000 gestarteten Superbird-​B2 bestellt hatte. Der hatte da seine Auslegungsbetriebsdauer von dreizehn Jahren bereits überschritten. Als Generalauftragnehmer des Nachfolgers fungierte NEC, doch als Satellitenbus fand der DS-​2000 von Mitsubishi Electric (MELCO) Verwendung. Neben der Ku– und Ka-​Band Nutzlast für die JSAT wurde auch die DSN 1 X-​Band Nutzlast der DSN Corporation auf dem Satelliten integriert, die diese im Auftrag der japanischen Regierung betrieb. Abgewickelt werden sollte damit die sichere Kommunikation der japanischen Streitkräfte. „Kirameki“ 1, wie der Satellit auch genannt wurde, startete am 05.04.2018 mit einer Ariane-​5ECA vom CSG in Kourou. Planmäßig erreichte er seine Transferbahn und bald darauf einen geosynchronen Driftorbit, der ihn zunächst auf eine vorläufige geostationäre Position und schließlich die Arbeitsposition über 162° Ost führte. Dort angekommen, wurde er als Superbird-​B3 in Dienst gestellt. Gemeinsam mit dem japanischen Satelliten flog auf dieser Ariane-​Mission der kleinere HYLAS 4 der britischen Avanti Communications Group plc. Auch dieser Satellit hatte eine lange Vorgeschichte an Startverzögerungen. Zunächst hatte sich seine Fertigstellung durch Orbital ATK verzögert, dann mußte Arianespace Probleme einräumen, einen passenden Partner für einen Ariane-​Doppelstart zu finden. Schließlich hatte Avanti wohl auch noch Schwierigkeiten, die Finanzmittel für den im ersten Quartal 2017 geplanten Start aufzubringen. Dem Unternehmen taten in dieser angespannten Situation selbst die letzten zwei Wochen Aufschub weh, die daraus resultierten, daß Arianespace noch die die Folgen des Beinahe-​Verlusts der vorangegangenen Ariane-​Mission aufarbeiten mußte. Avantis Zukunft hing von der raschen Indienststellung seines neuen Satelliten ab, denn die finanzielle Situation des Unternehmens war kaum noch tragbar. Zumal auch die Fertigstellung des für 2016 geplanten HYLAS 3 Satelliten sich auf frühestens 2018 verzögert hatte, so daß an einen Start vor 2019 nicht mehr zu denken war. Nun war HYLAS 4 aber endlich im Orbit. Der komplett im Ka-​Band operierende Satellit für Breitband-​Internetanwendungen sollte mit 66 fest ausgerichteten Sendekeulen nach Afrika und Europa abstrahlen. Vier steuerbare Sendekeulen konnten hingegen bei Bedarf Märkte in Lateinamerika oder Afrika bedienen.
10April

Start der CZ-4C mit dem Yaogan 31 Tripel

Mehr als drei Jahre nach dem letzten vergleichbaren Start hob am 10.04.2018 in Jiuquan wieder eine CZ-​4C Rakete mit einem Tripel von Yaogan Satelliten ab. Diese markante Reihe war im März 2010 mit drei Yaogan 9 eröffnet worden, in denen westliche Experten das chinesische Äquivalent zu den NOSS Aufklärungssatelliten der US Marine sahen. Wie diese dienten sie wohl der präzisen Lokalisierung von gegnerischen Marineeinheiten und erfüllten womöglich zudem eine ELINT Mission. Natürlich gab es von chinesischer Seite hierfür keine Bestätigung. Doch die Ähnlichkeiten bei der Wahl der Umlaufbahn und der praktizierte präzise Gruppenflug von jeweils drei Satelliten legten die Klassifizierung nahe. Zumal die Installation des Systems zeitlich zusammenfiel mit den verstärkten chinesischen Bemühungen um den Aufbau von großen Marineeinheiten (einschließlich Flugzeugträgern), die auch weit jenseits der eigenen Küstengewässer operieren konnten. Nun also erreichten Yaogan 31A, Yaogan 31B und Yaogan 31C ihre Bahnen in knapp unter 1.100 km Höhe. Ein Novum innerhalb der Reihe war die Mitnahme eines kleinen Nanosatelliten. Details zur Konfiguration oder Aufgabenstellung des als Weina 1B bezeichneten „Micro/​Nano Technology Test Satellite“ verlauteten nicht.
11April

Nachtstart der PSLV-XL C41

Mit großer Anspannung sahen die Techniker der indischen Raumfahrtorganisation ISRO dem Start der PSLV-​XL C41 Mission im April 2018 entgegen. Die Nutzlast der Rakete, der IRNSS 1I Navigationssatellit wurde dringend zur Aufrechterhaltung der vollen Leistung des Indian Regional Navigation Satellite System benötigt. Denn der erste, im Juli 2013 gestartete, IRNSS Satellit litt unter nicht korrigierbaren Ausfällen seiner (importierten) Atomuhren. Und im August 2017 war dann auch noch der Start eines Ersatzsatelliten gescheitert, als sich dessen Nutzlastverkleidung nicht abwerfen ließ. Damit nicht genug, setzte sich die Pechsträhne fort, als im März 2018 während eines Bahnanhebungsmanövers auf dem Weg zum geostationären Orbit der Kontakt zu einem gerade erst gestarteten Kommunikationssatelliten abbrach. Doch am 11.04.2018 verlief alles nach Plan. Die PSLV brachte von Sriharikota den Ersatzsatelliten auf die vorausberechnete Transferbahn. Und nach vier Bahnanhebungsmanövern unter Einsatz des integrierten Flüssigkeits-​Satellitentriebwerks war am 15.04.2018 der inklinierte geosynchrone Arbeitsorbit erreicht.
14April

dramatische Aufnahme des AV-079 Starts

Eine der stärksten, und vor allem mit einer extrem großvolumigen Nutzlastverkleidung ausgestatteten, US Trägerraketen, startete am 14.04.2018 von Cape Canaveral. Der Hintergrund der AFSPC 11 Mission war militärischer Natur, dennoch überraschte die strikte Geheimhaltung. Denn offiziell handelte es sich bei der primären Nutzlast um einen Kommunikationssatelliten. Und auch die sekundären Nutzlasten wurden als technologische Versuchsträger geführt. Nicht einmal der Hersteller des CBAS (Continuous Broadcast Augmenting SATCOM) Satelliten war bis zum Start bekannt geworden. Noch viel weniger technische Details. Die Aufgabe von USA 283 wurde schwammig mit der Bereitstellung von „Übertragungskapazitäten für hochrangige Führungskräfte und Feldkommandeure“ beschrieben. Daneben flog auf dieser Mission der Experimentalsatellit USA 284 EAGLE (ESPA Augmented Geostationary Laboratory Experiment). Orbital ATK hatte den Eagle-​Bus ESPA alias ESPAStar im Auftrag des Air Force Research Laboratory (AFRL) auf Basis des ESPA (EELV Secondary Payload Adapter) Nutzlastadapters für sekundäre Nutzlasten entwickelt. Ausgestattet mit Solarzellen, eigenem Antrieb, GPS und Avionik war so ein autonom operierender Satellit entstanden, der als Startplattform für Nanosatelliten und Träger von Experimenten fungieren konnte. Bei seinem ersten Einsatz flogen auf dem Satelliten der HTI-​SpX (Hypertemporal Imaging Space Experiment) Sensor des AFRL/​RV, die CEASE-​III-​RR (Compact Environmental Anomaly Sensor III Risk Reduction) Nutzlast, der bildgebende Sensor ISAL (Inverse Synthetic Aperture Ladar), ARMOR (AFRL-​1201 Resilient Spacecraft Bus Development Experiment) und Mycroft. Wie Amateurbeobachtungen zeigten, beförderte die Centaur Stufe der Atlas V Mod. 551 die Nutzlasten annähernd direkt auf eine geostationäre Bahn. Das US Weltraumkommando bestätigte neben den beiden bekannten Hauptnutzlasten im Laufe der nächsten Tage und Wochen die Existenz von drei weiteren Satelliten — USA 285, USA 286 und USA 287. Offizielle Bahndaten wurden zu keinem der Satelliten veröffentlicht. Auch blieb unklar, welches der Experimente sich unter den drei weiteren Satelliten verbarg. Bei ARMOR legte das der Name nahe. Ein weitere Kandidat war der ominöse Mycroft, der angeblich Inspektionsverfahren an EAGLE erproben sollte. Offen blieb die Frage nach dem dritten Satelliten.
18April
Ursprünglich noch für Ende 2017 angekündigt, hatte sich der Start des zweiten „Blagowest“ Kommunikationssatelliten für das russische Militär auch durch die ersten Monate des Jahres 2018 immer weiter verschoben. Tatsächlich verließ der Satellit erst Anfang März das Herstellerwerk von ISS Reschetnjew in Schelesnogorsk. Die Startvorbereitungen verliefen dann nahezu unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Ohnehin war über diesen Satellitentyp nur wenig mehr bekannt als die Tatsache, daß er auf der Ekspress-​2000 Plattform basierte. Angeblich erlaubte seine Ka– und Q-​Band Kommunikationsnutzlast den Einsatz für Hochgeschwindigkeits-​Internet, Datenübertragungen, TV– und Radioausstrahlungen sowie Telefonie und Videokonferenzen. Am 18.04.2018 hob die Proton-​M 8K82KM mit Bris-​M 14S43 Bugsierstufe von Baikonur ab und beförderte Kosmos 2526 auf eine vorläufige geostationäre Bahn.
18April

Nahaufnahme der startenden Falcon 9 mit TESS

Präsentation von TESS durch Orbital ATK

TESS Orbit erläutert

Einen kleinen astronomischen Forschungssatelliten der NASA startete am 18.04.2018 eine SpaceX Falcon 9 v1.2 von Cape Canaveral. TESS, der Transiting Exoplanet Survey Satellite, war von der Orbital Sciences Corporation auf Basis des LEOStar-​2 Designs gebaut worden. Die wissenschaftliche Ausrüstung umfaßte vier Weitwinkelteleskope mit nachgeschalteten CCD Detektoren. Mission des Satelliten war die Durchmusterung eines großen Teils des Himmels mit dem Ziel, Transits von Exoplanetkandidaten vor sonnenähnlichen Sternen der Typen G, K und M zu beobachten. Der dabei generierte Katalog sollte die Basis für Folgeuntersuchungen mit erdbasierten Teleskopen und größeren Weltraumteleskopen bilden. Fernziel war, eine gute Vorauswahl von lohnenden Objekten zu treffen, die später extrem leistungsfähige Teleskope wie z.B. das James-​Webb-​Weltraumteleskop detailliert erkunden würden. Z.B. auf das Vorhandensein einer erdähnliche Atmosphäre hin. Das Konzept hatte das MIT Kavli Institute for Astrophysics and Space Research (MKI) gemeinsam mit dem MIT Lincoln Laboratory ausgearbeitet. In der Vorschlagsrunde für eine SMEX (Small Explorer) Mission hatte sich der Vorschlag im Jahr 2008 jedoch nicht durchsetzen können. 2013 nahm die NASA die Mission dann aber in das MEX (Medium Explorer) Programm auf. Zur Erfüllung seiner Mission mußte TESS auf einen sogenannten 2:1 Resonanzorbit zum Mond befördert werden. Diese hochelliptische Bahn garantierte eine hohes Maß an Stabilität. Vor allem in Hinblick auf konstante Temperaturverhältnisse für die Teleskope war das von großer Bedeutung. Zumal Tests ergeben hatten, daß größere Temperaturschwankungen zu einer Drift des Fokus der Optiken führten. Die NASA hatte sich aber dagegen entschieden, kostspielige Modifikationen an TESS vornehmen zu lassen. Der für den 16.04.2018 geplante Start des Satelliten wurde kurzfristig um 48 Stunden aufgeschoben, um die Missionsplanung einer letzten Prüfung zu unterziehen. Denn schon die Anfangsbahn von TESS war nicht direkt mit der eines üblichen geostationären Satelliten zu vergleichen. Bei ähnlicher Bahnneigung und Perigäum lag das Apogäum mit über 270.000 km weitaus höher. Eine Serie von Bahnmanövern waren über einen Zeitraum von rund zwei Monaten erforderlich, um den eigentlichen Arbeitsorbit (108.400×376.300 km @37° Bahnneigung) zu erreichen. Neben dem schwachen Bordtriebwerk wurden hierfür vor allem Gravitationseinflüsse genutzt. Die komplexe Trajektorie mußte dabei u.a. auch dem wiederholten Eintritt in die Eklipse Rechnung tragen. Am 17.05.2018, nach einem fly-​by am Mond, das u.a. die Inklination spürbar änderte, war TESS auf Kurs zu seinem endgültigen Orbit. Zu diesem Zeitpunkt liefen bereits die Inbetriebnahme– und Kalibrierungsoperationen der Instrumente. Das entscheidende Bahnmanöver erfolgte am 30.05.2018.
Auch bei diesem Start landete SpaceX den neuen Block IV Booster präzise auf der Barge OCISLY. Die Zweitstufe hatte nach zwei Zündungen ihre Aufgabe erfüllt, wurde aber noch ein drittes Mal gezündet, um sie auf einem solaren Orbit zu „entsorgen“. Die GO PURSUIT lief in Port Canaveral mit einer aus dem Wasser geborgenen (und dabei beschädigten) Hälfte der Nutzlastverkleidung ein. Ebenso die OCISLY mit der durch den teilautonomen Manipulator „Roomba“ gesicherten Erststufe. Während also die angestrebte Bergung der Nutzlastverkleidung sich weiterhin als schwierig erwies, machte SpaceX bei der Optimierung seiner Prozesse nach der Stufenlandung erkennbare Fortschritte.
25April

Start der Rockot-KM mit Sentinel 3B

Der zweite von mittlerweile vier bestellten Sentinel 3 Erderkundungssatelliten der ESA erreichte am 25.04.2018 endlich seine Umlaufbahn. Im Paar mit Sentinel 3A betrieben, sollte Sentinel 3B das europäische Copernicus System spürbar verstärken. Der erste Sentinel 3 Satellit war bereits im Februar 2016 mit einer Rockot-​KM gestartet worden. Sein baugleicher Zwilling, im Dezember 2009 bestellt, war für den Start mit der europäischen Vega vorgesehen. Doch dann wurden bei Tests Probleme mit dem Ocean and Land Color Instrument Instrument entdeckt, die Nacharbeiten erforderlich machten. Außerdem wirkten sich die politischen Spannungen zwischen Rußland und der Ukraine zunehmend auf das Eurockot Programm aus. So mangelte es z.B. an in der Ukraine gefertigten Kontroll– und Steuerungssystemen für die Rakete. So wechselte zunächst Sentinel 2B Satellit von der Rockot auf die Vega, während der verspätete Sentinel 3B seinen Startkontrakt übernahm. Hoffnungen auf einen Start noch Ende 2017 zerschlugen sich, doch im Frühjahr 2018 konnten die Startvorbereitungen in Plesetsk aufgenommen werden. Schließlich wurde der 25.04.2018 als Starttermin festgesetzt. An diesem Tag gelang ein reibungsloser Start. Die Bris-​KM Bugsierstufe setzte den Satelliten planmäßig in knapp 820 km Höhe aus. Vor allem die Kapazitäten zur Beobachtung ozeanographischer Vorgänge waren damit signifikant verstärkt worden. Daneben erlaubten die Instrumente der Sentinel 3 aber auch die Beobachtung vegetativer Entwicklungen an Land. Dazu flogen neben dem schon erwähnten OLCI auch das Sea and Land Surface Temperature Radiometer (SLSTR), das SAR Radar Altimeter (SRAL) und das Microwave Radiometer (MWR) auf den beiden Satelliten. Unterstützend waren das bewährte Doppler Orbitography and Radiopositioning Integrated by Satellite (DORIS) Instrument, ein Laserreflektor und ein GNSS Empfänger an Bord, alle zur Gewinnung präziser Bahndaten. Am 07.05.2018 übertrug Sentinel 3B die ersten Erdaufnahmen.
26April

Aufsetzen der Nutzlastverkleidung auf die vierte CZ-11

Exklusiver Kunde beim vierten Start der CZ-​11 Feststoffrakete war die Zhuhai Orbita Control Engineering Ltd. Dieses chinesische Unternehmen hatte im Juni 2017 zwei OVS 1 genannte Prototypen-​Satelliten starten lassen, mit denen die Grundlagen für eine geplante Konstellation aus zehn Video-​Satelliten (OVS 2), Hyperspektral-​Satelliten (OHS 2) und kleineren sogenannten „Personal Satellites“ (OPS 2) getestet werden sollten. Nun flogen am 26.04.2018 von Jiuquan fünf größere Satelliten: OVS 2A (OVS 02) sowie OHS 2A (OHS 01), OHS 2B (OHS 02), OHS 2C (OHS 03) und OHS 2D (OHS 04). Für die OVS 2 Satelliten hatte Zhuhai Orbita eine Auflösung von 0,9 m bei 22,5 km Schwadbreite angegeben, während die OHS Satelliten 10 m Auflösung bei 150 km Schwadbreite erreichen sollten. Ihre Sensoren deckten das Spektrum von 400 bis 1.000 nm ab, die spektrale Auflösung lag bei 2,5 nm. Bereits die Basis-​Konstellation aus vier Satelliten erlaubte mehrfache tägliche Überflüge eines Zielgebiets und eine globale Abdeckung alle fünf Tage. Ausdruck der Zusammenarbeit mit der Qingdao University of Science & Technology war der Zweitname von OHS 01 — Qingkeda 1. OHS 03 hingegen trug den Beinamen Guiyang 1. Damit wurde die Unterstützung des Zhuhai-​One Projekts durch die Verwaltung von Guiyang, der Hauptstadt der Provinz Guizhou, gewürdigt.