Information
Freitag,

02.02.2018

Alexander Misurkin (links) und Anton Schkaplerow beim „Trockentraining“ mit ihren Raumanzügen am 31.01.2018

Szene aufgenommen während der EVA am 02.02.2018

russisches Außenbordmanöver vom 02.02.2018

Der Austausch von Experimenten und andere kleinere Arbeiten standen auf dem Plan der Kosmonauten Alexander Misurkin und Anton Schkaplerow, als diese am 02.02.2018 die ISS durch die Luftschleuse des „Pirs“ Moduls zu einem auf sechseinhalb Stunden angelegten Außenbordmanöver verließen. Vor allem der Austausch der Elektronik des Systems „Lira“ an der Außenhaut des „Swjesda“ Moduls war eine Herausforderung. Als mit dem Aufbau der ISS begonnen wurde, sahen die Planungen vor, über die Hochgewinnantennen und neue „Luch“ Daten-​Relais Satelliten einen Großteil der Kommunikation aus dem russischen Segment der Raumstation abzuwickeln. Tatsächlich wurden die erforderlichen Satelliten aber aus Budgetgründen nie gebaut, geschweige denn gestartet. Als nach 2010 endlich eine neue Generation von Daten-​Relais Satelliten in Dienst gestellt wurde, war die Ausrüstung auf der ISS bereits hoffnungslos veraltet und nicht mehr kompatibel. Jetzt sollte also ein neuer Empfänger montiert werden, der tatsächlich die Möglichkeiten des Systems nutzen konnte. Doch hatte man beim Entwurf von „Swjesda“ nie einen Austausch der Elektronikeinheit eingeplant gehabt. Zunächst mußte die Antenne entriegelt und zurück in Startposition gebracht werden. Dann konnten sich die beiden Kosmonauten daran machen, die zahllosen Bolzen und Steckverbinder zu lösen, mit denen die Elektronikeinheit gesichert war. Extra für diese Arbeiten waren mehrere Spezialwerkzeuge angefertigt und zur ISS geschickt worden. Lagen Misurkin und Schkaplerow anfangs noch vor der Zeitplanung, wuchs bald der Rückstand. Aber es gelang, die Elektronikeinheit zu demontieren und in den Weltraum zu entlassen, sowie das neue System anzuschließen. Als nach über sechs Stunden das Kontrollzentrum in Koroljow das Kommando sendete, das die Antenne zurück in Arbeitslage rotieren sollte, traten die nächsten Schwierigkeiten auf. Der Ausleger verfing sich an einem Zielmarker für das ATV. Schließlich „assistierten“ die Kosmonauten bei dem Schwenkmanöver. Mit Erfolg. Anderenfalls wäre der Dockingport am Heck des „Swjesda“ Moduls auf unbestimmte Zeit blockiert geblieben. Zwar war die Antenne in einer anderen (vorderfinierten) Position eingerastet. Doch das ließ sich tolerieren. Trotz der fortgeschrittenen Zeit widmeten sich Misurkin und Schkaplerow nun noch einer der sekundären Aufgaben, dem Umsetzen einer Fußstütze. Als sie schließlich zurück in der Luftschleuse waren, hatten sie mit 8:13 h einen neuen Rekord für ein Außenbordmanöver in „Orlan“ Raumanzügen aufgestellt. Nur vier US EVAs hatten bisher länger gedauert.