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Mittwoch,

31.01.2018

Start der Falcon 9 v1.2 mit GovSat 1

die Falcon 9 Erststufe der GovSat 1 Mission auf dem Meer treibend

Wenige Tage nach dem Start von SES 14 lief in Florida der Countdown zum Start eines weiteren SES Satelliten an. SES 16 basierte jedoch auf dem GEOStar 3 Bus — wie der zusammen mit SES 14 gestartete Al Yah 3. Offizieller Eigner des Satelliten war die LuxGovSat S.A., ein Joint Venture von SES, luxemburgischer Regierung und Orbital ATK. Denn die Kapazitäten des Satelliten sollten für die militärische Kommunikation im X– und Ka-​Band bereitgestellt werden. Eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen war geplant. Von seiner Position über 21,5° Ost konnte der auch GovSat 1 genannte Satellit nach Europa, Afrika und in den Mittleren Osten abstrahlen. Auch das Mittelmeer, die Ostsee sowie große Teile von Atlantik und Indischem Ozean wurden abgedeckt. Einen erheblichen Teil der Kapazitäten stellte Luxemburg im Rahmen seiner Verpflichtungen gegenüber der NATO dem Militärbündnis zur Verfügung. Andere standen institutionellen und Regierungskunden zur Verfügung. Ein Novum war die Ausrüstung des Satelliten mit einer speziellen Schnittstelle, an der später eine noch nicht identifizierte 200 kg Nutzlast andocken konnte. Das Konzept resultierte aus den Arbeiten von Orbital ATK an Servicetechnologien für Satelliten im geostationären Orbit. Der Start des Satelliten wurde auf einer SpaceX Falcon 9 v1.2 gebucht — und man riskierte sogar den Einsatz eines bereits geflogenen Boosters. Die erneute Bergung war allerdings nicht geplant. SpaceX stand vor der Einführung eines neuen Block V Modells seiner Falcon und flog die älteren Stufen jetzt einfach ab. Ein erster Countdown am 30.01.2018 mußte wegen eines Sensordefekts an der Zweitstufe und schlechter Wetteraussichten abgebrochen werden. Am 31.01.2018 gelang dann ein perfekter Start. Und obwohl keine Barge für einen Landeversuch bereit stand, nutzte man auch diese Mission, um weitere Daten zu Landeprofilen zu sammeln. Die Stufe steuerte mit drei laufenden Triebwerken einen fiktiven Landepunkt im Atlantik an — und „landete“ zur Überraschung aller bei ruhiger See sicher ohne zu zerbrechen oder zu explodieren. Der von SpaceX gecharterte Hochseeversorger „Go Searcher“, der eigentlich nur Telemetriedaten und evtl. Videobilder sammeln sollte, fand die Stufe scheinbar vollkommen intakt im Ozean treibend vor. Schließlich zerbrach die Stufe aber doch (laut unbestätigten Angaben nachdem ein Spezialunternehmen tätig geworden war) und sank. SpaceX trug jedenfalls die Verantwortung dafür, das potentielle Schiffahrtshindernis aus Sicherheitsgründen zu versenken oder an Land zu schleppen.