Chronik
Olafs Raumfahrtkalender

Olafs Raumfahrtkalender

Geschichte und Geschichten aus sechs Jahrzehnten Raumfahrt

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Statistik erstellt: 2018-08-15T22:01:54+02:00

Juni 2018.

2Juni

eine der ersten Aufnahmen von Gaofen 6 (panchromatisch, 2 m Auflösung)

Lumineszenz Aufnahme der Vereinigten Arabischen Emirate (Dubai, Abu Dhabi) durch Luojia 1-01

China erweiterte am 02.06.2018 mit dem auf der CAST2000 Plattform basierenden Gaofen 6 seine zivile Konstellation von hochauflösenden Erderkundungssatelliten. Das jüngste Exemplar ähnelte dem 2013 gestarteten Gaofen 1, hatte aber eine andere Instrumentierung erhalten. Diesmal wurden 2 m (panchromatisch) bzw. 8 m (hyperspektral) Auflösung für die Kamera genannt, bei einer Schwadbreite von 95 km. Dagegen erreichte die zweite (Weitwinkel-)Kamera noch 16 m multispektrale Auflösung bei einer Schwadbreite von 860 km. Das optische System war als Drei-​Spiegel-​Anastigmat ausgeführt und die Sensorik deckte den Bereich vom sichtbaren bis zum Nah-​Infrarot-​Bereich des Spektrums ab. Herausgestellt wurde bei dem Satelliten auch die Abdeckung des „Red Edge“ Spektralbereichs. Ein rascher Anstieg des Reflexionsgrades an der „roten Kante“ im Wellenlängenbereich von 690730 nm macht gesunde grüne Vegetation kenntlich. Daher ist die Beobachtung dieses Spektralbereichs von zunehmendem volkswirtschaftlichen und wissenschaftlichen Interesse.
Beim Start des Satelliten von Jiuquan beförderte die CZ-​2D stretched Rakete als sekundäre Nutzlast den an der Wuhan University gebauten Luojia 101 in den Orbit. Dort arbeitete man an einer Konstellation von sechzig bis achtzig Erderkundungssatelliten im 6U CubeSat Design. Luojia 101 sollte offenbar Systemtests für dieses System dienen. Beim Bus setzte man allerdings auf das bereits bewährte Design der Jilin-​1 Video Satelliten der Chang Guang Satellite Technology Co. Die Kamera des Satelliten erreichte 130 m Auflösung bei 250 bis 260 km Schwadbreite und konnte den Lumineszenz Effekt nutzen, um auch nachts Aufnahmen anzufertigen. Außerdem war eine experimentelle Nutzlast zur Steigerung der Genauigkeit von (Beidou) Navigationssignalen an Bord.
3Juni

Sojus MS-07 auf dem Weg zurück zur Erde

Nach der Übergabe des Kommandos auf der Internationalen Raumstation bereiteten sich die Expedition 55 Crew-​Mitglieder Anton Schkaplerow (Roskosmos, Kommandant), Norishige Kanai (JAXA, Bordingenieur) und Scott Tingle (NASA, Bordingenieur) auf ihre Rückkehr zur Erde vor. Am 03.06.2018 schloss sich hinter ihnen die Durchstiegsluke zur ISS und um 09:16 UTC koppelte ihr Sojus MS-​07 Raumschiff vom „Rassvjet“ Modul ab. Knapp dreieinhalb Stunden später, am 03.06.2018 um 12:40 UTC, setzte die Landekapsel sicher in der kasachischen Steppe knapp 150 km südöstlich von Scheskasgan auf. Die Landung erfolgte vor den Augen der Bergungsmannschaften, die entsprechend schnell zur Stelle waren. Erste medizinische Untersuchungen direkt vor Ort bestätigten, daß alle drei Raumfahrer den Weltraumflug von 4.037:19 h, knapp über 168 Tagen, in guter Verfassung überstanden hatten.
4Juni

Nachtstart der Falcon 9 mit SES 12

Die Société Européenne des Satellites, kurz SES, eine der weltweit größten Management-​Holdings von Satellitenbetreibern, hatte im Juli 2014 den Auftrag zum Bau eines leistungsfähigen Kommunikationssatelliten des Typs Eurostar-​3000EOR an den Airbus Defence and Space Konzern vergeben. Den Startauftrag erhielt Arianespace mit der Ariane-​5ECA. Doch im August 2017, wenige Monate vor dem für Ende des Jahres geplanten Start von SES 12, vollzog der Eigner einen Wechsel. Statt seiner sollte nun der (bis auf die Kommunikationsnutzlast) baugleiche SES 14 auf der Ariane starten, während SES 12 dessen Platz auf einer SpaceX Falcon 9 v1.2 einnahm. Beide Starts verzögerten sich, so daß SES 14 schließlich im Januar 2018 von Kourou flog, während SES 12 am 04.06.2018 von Cape Canaveral nachfolgte. Mit eintägiger Verspätung (wegen eines Ventilproblems an der Oberstufe) hob die Falcon (ein älteres Block IV Modell mit aufgearbeiteter Erststufe) ab. Während die Oberstufe ihre Nutzlast auf einer supersynchronen Transferbahn aussetzte, ließ man die Erststufe — ohne den Versuch einer Bergung zu unternehmen — ins Meer stürzen. Landebeine und Grid-​Fins waren gar nicht erst montiert worden. Dagegen arbeitete SpaceX weiter an der Verbesserung seiner Verfahren zur Bergung der Nutzlastverkleidung. Offenbar konnte aber auch diesmal nur eine Bergung aus dem Meer erreicht werden. Der mit elektrischen SPT140D Triebwerken russischer Produktion ausgerüstete SES 12 begann schon bald nach dem Aussetzen mit ersten Bahnmanövern, die ihn innerhalb eines halben Jahres auf eine geostationäre Position über 95° Ost bringen sollten. Hier war eine Ko-​Positionierung mit dem 2013 gestarteten SES 8 geplant. Die 68 Ku– und 8 Ka-​Band Transponder des neuen Satelliten konnten von dieser Position ein gewaltiges Gebiet zwischen Zypern im Westen und Japan im Osten versorgen.
5Juni

FY-2H vor dem Schließen der Nutzlastverkleidung

Das letzte Exemplar aus der bereits in den 1980er Jahren konzipierten (und erstmals 1997 praktisch erprobten) Serie von meteorologischen Satelliten des Feng Yun 2 Typs wurde am 05.06.2018 mit einer CZ-​3A von Xichang gestartet. Die technisch eigentlich längst überholten spinstabilisierten Satelliten spielten noch immer eine wichtige Rolle im System der Chinese Meteorological Administration (CMA). Ihre Daten wurden auch weltweit anderen meteorologischen Diensten zur Verfügung gestellt. Die chinesischen Experten hatten von Beginn der Entwicklung an großen Wert auf die Kompatibilität zu etablierten westlichen Sensoren gelegt. Zwar hatte 2016 das erste Exemplar der FY-​4 Nachfolgegeneration die Erprobung aufgenommen. Doch FY-​2H sollte den Modellwechsel absichern. Eine Besonderheit war allerdings, daß dieser letzte FY-​2 Satellit nicht auf der üblichen geostationären Position 86,5° Ost stationiert werden sollte. China hatte bei der WMO (World Meteorological Organization) die Erlaubnis angefragt, stattdessen die Position 79° Ost nutzen zu dürfen. Diese erlaubte eine bessere Überwachung des Indischen Ozeans bis hin nach Ostafrika. Dabei handelte es sich um jene Regionen, in denen China in den letzten Jahren mit seinem Projekt einer „Neuen Seidenstraße“ zunehmend Einfluß gewonnen hatte. Nun bot man den kooperationswilligen Ländern in der Region auch noch kostenlose meteorologische Daten an und schützte zudem die eigenen Investitionen.
6Juni

Start der Sojus-FG mit Sojus MS-09

Sojus MS-09 Anflug und Docking

Das Sojus MS-​09 Raumschiff unter dem Kommando von Sergej Prokopjew, der seinen ersten Raumflug unternahm, startete am 06.06.2018 um 11:13 UTC mit einer Sojus-​FG 11A511U-​FG von der „Gagarin-​Rampe“ in Baikonur. Mit an Bord waren die beiden ausgebildeten Bordingenieure Alexander Gerst (Deutschland, zweiter Raumflug) und Serena Auñón-​Chancellor (USA, erster Raumflug). Letztere war im Januar 2018 kurzfristig in die erste Mannschaft aufgerückt, nachdem die NASA ohne Angabe von Gründen die eigentlich vorgesehene Jeanette Epps zurückgezogen hatte. Das hatte bei Beobachtern der Raumfahrtszene zu Irritationen und teils wilden Spekulationen geführt, hatte die NASA doch sonst in den wenigen vergleichbaren Situationen zumindest die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Astronauten (z.B. bei Erkrankungen) angeführt, wenn keine weiteren Hintergründe angegeben werden konnten oder sollten. So stand nun im Raum, daß Epps unter der US Präsidentschaft von Donald J. Trump (und des, allerdings erst im April 2018 vereidigten, neuen NASA Administrators James F. „Jim“ Bridenstine) ihre afro-​amerikanische Herkunft zum Verhängnis geworden sein könnte. Bekanntermaßen legte die aktuelle US Regierung wenig Wert auf „Political Correctness“. Aber auch ihre frührere Tätigkeit als Technical Intelligence Officer bei der CIA könnte Bedenken ausgelöst haben. Auf die weitere Missionsplanung hatte der Personalwechsel aber keinen Einfluß. Auch diesmal (wie schon bei den beiden vorangegangenen Sojus Missionen) erfolgte der Anflug auf die ISS nach dem klassischen Zweitage-​Schema. Eine für eine Landung von Sojus MS-​07 (am 03.06.2018) bei Tageslicht optimale Bahn der ISS hatte Vorrang erhalten gegenüber dem schnelleren „Expressanflug“ der neuen Crew. So dockte Kommandant Prokopjew die Sojus erst am 08.06.2018 um 13:01 UTC am „Rassvjet“ Modul der Internationalen Raumstation an. Nach Abarbeiten der üblichen Checklisten und Sicherheitsprozeduren konnten die drei Neuankömmlinge in die ISS hinüber wechseln, wo sie von den anderen drei Besatzungsmitgliedern der Expedition 56 begrüßt wurden. Insbesondere in Deutschland, wo Raumfahrt, auch die bemannte, gewöhnlich wenig Beachtung findet, wurden die Ereignisse dieser Mission von den Medien vergleichsweise intensiv begleitet. Denn Gerst, der dank seiner Persönlichkeit und Medienpräsenz schon bei seinem ersten Raumflug so etwas wie Raumfahrtbegeisterung hatte aufkommen lassen, sollte im Oktober 2018 als erster Deutscher das Kommando über die Expedition 57 und damit die ISS übernehmen.
12Juni
Unter der für solche Missionen üblichen nahezu totalen Geheimhaltung startete am 12.06.2018 vom japanischen Tanegashima eine H-​IIA Mod. 202 mit einem sogenannten Intelligence Gathering Satellite, also einem Aufklärungssatelliten. Als Startdienstleister fungierte wie auch bei den Missionen der JAXA MHI (Mitsubishi Heavy Industries) Lauch Services. Dieses Exemplar der Satellitenserie trug den Namen IGS-​Radar 6. Nach unbestätigten Angaben lieferten die japanischen Radar-​Aufklärer Allwetterinformationen mit einer Auflösung besser als ein Meter. Das erlaubte es, in Kombination mit den eigenen optischen Aufklärungssatelliten, die nordkoreanischen militärischen Aktivitäten eng zu überwachen. Das nordkoreanische Langstreckenraketenprogramm und erste Hinweise auf eine bevorstehende nukleare Aufrüstung des Landes waren kurz nach der Jahrtausendwende der Ausgangspunkt der IGS Entwicklung gewesen. Aber auch die zunehmende Präsenz des chinesischen Militärs auf entlegenen Inseln, Atollen und Korallenriffen, deren territoriale Zugehörigkeit umstritten war, wurde mittlerweile nicht zuletzt mittels der IGS beobachtet. Eine dürre Pressemitteilung bestätigte den Start und das Erreichen der (geheimen) Zielbahn. Der weitere Betrieb von IGS-​R6 lag in den Händen des Cabinet Satellite Intelligence Center.
14Juni

Richard Arnold an der Luftschleuse

Andrew Feustel während der EVA vom 14.06.2018

Ihr drittes gemeinsames Außenbordmanöver innerhalb von zweieinhalb Monaten unternahmen am 14.06.2018 die beiden US Astronauten Andrew Feustel und Richard Arnold. Nach dem Verlassen der „Quest“ Luftschleuse führten sie gemeinsam verschiedene Arbeiten am „Harmony“ Modul aus. So wurden Netzwerk– (Ethernet) und Strom-​Kabel verlegt und neue HD-​Kameras am „Bug“ des Moduls installiert. Die Kameras sollten zukünftig die Rendezvous– und Dockingoperationen von US Raumschiffen des Commercial Crew Program (SpaceX Crew Dragon und Boeing Starliner) unterstützen. Ferner galt es eine defekte Kamera-​Installation zu ersetzen. Und am Cloud-​Aerosol Transport System (CATS) Instrument, das auf der JEM-​EF (Japanese Experiment Module — Exposed Facility) installiert war, mußte eine Abdeckung geschlossen und gesichert werden. Trotz kleinerer Probleme lagen die beiden Raumfahrer mit ihren Arbeiten so gut in der Zeit, daß sie sich noch einigen der sekundären Aufgaben widmen konnten. Mit 6:49 h fiel die EVA dann doch einige Minuten länger als geplant aus. Feustel verdrängte mit nun 61:48 h Gesamt-​EVA-​Zeit seine Landsfrau Peggy Whitson vom dritten Platz der Statistik, lag aber sowohl bei der Dauer als auch bei Anzahl noch immer deutlich hinter dem sowjetischen Rekordhalter Anatoli Solowjow.
16Juni

Start von Kosmos 2527

Obwohl das russische Navigationssatelliten-​System GLONASS seit einigen Jahren nur mit der Mindestanzahl von Satelliten betrieben werden konnte, die zudem durch Ausfälle und vorübergehende „Wartungsarbeiten“ einzelner oder mehrerer Exemplare zeitweise sogar unterschritten wurde, starteten von den bereits produzierten und eingelagerten Reserveexemplaren seit einem spektakulären Dreifach-​Fehlstart 2013 nur noch einzelne Satelliten durchschnittlich im Abstand eines Jahres. Damit änderte sich an der angespannten Situation nichts grundlegendes. Unter der Bezeichnung Kosmos 2527 erreichte am 16.06.2018 mit einer Sojus-2.1b 11A14 mit Fregat-​M 14S44 Bugsierstufe von Plesetsk aus ein weiterer (im Juni 2014 fertiggestellter) Uragan-​M Satellit den Orbit. Er war als Ablösung für den Ende 2009 gestarteten Kosmos 2458 vorgesehen, der am 19.04.2018 fast zeitgleich mit Kosmos 2436 ausgefallen war. Zwar konnten beide Satelliten wieder in Betrieb genommen werden, doch unterstrich der Zwischenfall die Fragilität der Situation.
20Juni

RemoveDebris (RemDeb) Aussetzen

Am 20.06.2018 kam der NanoRacks Kaber Microsat Deployer (NanoRacks Microsat Deployer) zum Einsatz, um von Bord der ISS den Mikrosatelliten RemDeb (RemoveDEBRIS) zu starten. Im Gegensatz zum schon länger im Einsatz befindlichen NanoRacks CubeSat Deployer (NRCSD), der auf Satelliten im CubeSat Layout mit einer maximalen Masse von etwa 10 kg beschränkt war, erlaubte Kaber das Handling von Satelliten bis zu 100 kg bei Abmessungen bis zu 0,95×0,83×0,64 m. In diese Kategorie fiel der in Großbritannien unter Federführung der University of Surrey und SSTL entwickelte RemDeb. Dessen Mission war konzipiert, unterschiedliche Verfahren zum „Einfangen“ und „Entsorgen“ nicht-​kooperativer Satelliten praktisch zu erproben. Dazu trug der RemDeb Muttersatellit zwei Startvorrichtungen, die mit den Sub-​Satelliten DebrisSat 1 und DebrisSat 2 geladen waren, CubeSats im 3U Format. Die Manipulatoren der Internationalen Raumstation, der Special Purpose Dexterous Manipulator (SPDM) Dextre ebenso wie das Space Station Remote Manipulator System (SSRMS) Canadarm2, waren im Einsatz, um die Kaber Startvorrichtung in Position zu bringen. Um 11:35 UTC löste der Trennmechanismus aus.
27Juni

Start der CZ-2C-III mit den beiden XJS (XJSW) Satelliten

Bis zum Start (und darüber hinaus) blieb die Nutzlast einer im Juli 2018 zum Start von Xichang vorbereiteten CZ-​2C-​III rätselhaft. Die einzigen Nutzlasten, die bisher mit dieser Rakete von Xichang geflogen waren, waren vier Dreiergruppen von Yaogan 30 Satelliten. Als die Rakete am 27.06.2018, offenbar mit einigen Tagen Verspätung, von Xichang abhob, meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua allerdings den Start von zwei „Demonstrator-​Satelliten für neue Technologien“. Ihre Aufgaben wurden mit Experimenten zur Satellit-​zu-​Satellit Kommunikation und Erderkundung beschrieben. Speziell für diese Mission war die CZ-​2C-​III mit einer längeren Nutzlastverkleidung ausgestattet worden, unter der die beiden Satelliten (XJS-​A und XJS-​B) als „Stack“ Platz fanden. Fotos der Nutzlasten, die auf einer 35° geneigten Bahn in etwa 480 km ausgesetzt worden waren, wurden aber nicht veröffentlicht. Das ließ weiter Raum für Spekulationen. Nach einer Serie kleinerer Bahnkorrekturen zwischen dem 29.06. und 03.07.2018 flog XJS-​A etwa 1.100 km vor XJS-​B auf einer praktisch identischen Bahn.
29Juni

Himmelsschauspiel nach dem SpaceX CRS-15 Start

Dragon CRS-15 auf den letzen Metern bis zur ISS

Knapp drei Monate nach der letzten derartigen Mission startete SpaceX am 29.06.2018 um 09:43 UTC von Cape Canaveral den nächsten CRS (Commercial Resupply Services) Flug. Sowohl die Kapsel als auch die Erststufe der Falcon 9 v1.2 Trägerrakete waren bereits einmal geflogen — für den Block IV Booster war es daher der letzte Einsatz. Die Frachtliste der Dragon CRS-​15 listete 2.697 kg Fracht total auf, davon 1.712 kg im druckbeaufschlagten Teil des Raumschiffs und 985 kg außenbords im „Trunk“. Zu den größeren Nutzlasten zählte das im Trunk verstaute ECOSTRESS (Ecosystem Spaceborne Thermal Radiometer Experiment on Space Station) Paket. Mit diesem Experiment wollten das NASA GSFC in Zusammenarbeit mit der University of Colorado der Frage nachgehen, wieviel Wasser Pflanzen tatsächlich benötigen und wie sie auf Stress durch Wassermangel reagieren. ECOSTRESS war dazu mit einem Radiometer für das themische Infrarot Spektrum ausgerüstet, um kleinteilige Messungen der Temperatur von Pflanzen vornehmen zu können. Auch das Reserveexemplar eines Latching End Effector (LEE), der „Greifhand“ des Canadarm2, flog mit CRS-​15 zur ISS. Im Frachtraum verstaut waren u.a. sechs CubeSats. Dabei handelte es sich um drei 3U CubeSats der Biarri-​Squad Konstellation und drei kleinere 1U CubeSats des BIRDS-​2 Programms, bei dem mit japanischer Unterstützung Studenten aus Entwicklungsländern die Gelegenheit erhielten, beim Bau und Betrieb von standardisierten CubeSats Erfahrungen zu sammeln. Diesmal waren Bird-​PHL (Philippinen), Bird-​BTN (Bhutan) und Bird-​MYS (Malaysia) dabei. CRS-​15 traf am 02.07.2018 bei der ISS ein und wurde um 10:54 UTC mit dem Canadarm2 „eingefangen“. Um 13:52 UTC war das Berthing am erdzugewandten Port des „Harmony“ Moduls vollzogen. Mit Hilfe von SSRMS (Space Station Remote Manipulator System) und JEMRMS (Japanese Experiment Module Remote Manipulator System) wurde am 06.07.2018 das ECOSTRESS Experiment aus dem Trunk zum „Kibō“ Modul transferiert und auf der Exposed Facility Unit (EFU) montiert.
SpaceX nutzte diesen Start, um eine Wiederzündung des Oberstufentriebwerks nach einer ausgedehnten antriebslosen Flugphase von 6:20 h zu testen. Damit arbeitete man an der Qualifikation der Falcon 9 für solche Missionen, die einen Direkteinschuß in den geostationären Orbit erforderten (typischerweise militärische Nutzlasten).