Chronik
Olafs Raumfahrtkalender

Olafs Raumfahrtkalender

Geschichte und Geschichten aus sechs Jahrzehnten Raumfahrt

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Statistik erstellt: 2018-07-21T07:43:56+02:00

März 2018.

1Maerz

Start von GOES-S

Im Dezember 2008 hatte die NASA den Auftrag über die Lieferung von zwei meteorologischen Satelliten der nächsten Generation, basierend auf dem A2100A Modell, an den Lockheed Martin Konzern vergeben. Der namensgebende GOES-​R wurde am 19.11.2016 gestartet und vor der US Ostküste über 75° West stationiert. Das zweite Exemplar (zwei weitere waren mittlerweile bestellt worden) wurde im Frührjahr 2018 auf den Start vorbereitet. GOES-​S startete am 01.03.2018 (wie die United Launch Alliance betonte, exakt zum 15 Monate zuvor festgelegten Termin) nach einem ereignislosen Countdown mit einer Atlas V Mod. 541 von Cape Canaveral. Drei Zündungen der Centaur Oberstufe beförderten die Nutzlast auf einen geostationären Transferorbit. Die weitere Bahnanhebung auf einen geosynchronen Driftorbit übernahm das LEROS-​1C Bordtriebwerk des Satelliten. Dort angekommen erhielt der Satellit am 12.03.2018 den Namen GOES 17, unter dem der meteorologische Dienst der USA (NOAA) ihn in Dienst stellte. Nach einer ausgiebigen Test– und Kalibrierungsphase seiner sechs Instrumente (Advanced Baseline ImagerABI, Space Environment In-​Situ SuiteSEISS, Extreme Ultraviolet Sensor/​X-​Ray Sensor Irradiance SensorsEXIS, Solar Ultraviolet ImagerSUVI, Geostationary Lightning MapperGLM und MagnetometerMAG) war die Repositionierung über der GOES-​West Position (137° West) geplant. Damit standen als aktive Satelliten auf beiden Positionen des GOES Systems die neuesten Modelle im Einsatz. Sie hatten wie ihre Vorgänger eine zentrale Position im Warnsystem vor tropischen Wirbelstürmen inne. Zunehmend bedeutsam war aber auch die Beobachtung von Busch– und Waldbränden, die sich in den vergangenen Jahren angesichts einer anhaltenden Dürre in Kalifornien zu einer immer größeren Bedrohung für Natur, Menschen und Sachwerte entwickelt hatten. Auch die Entwicklung von Dunst und Nebel, die erheblichen Einfluß auf den Flugverkehr an der US Westküste haben konnten, wurde immer intensiver verfolgt.
6Maerz

Start der 50. SpaceX Falcon 9

Hispasat 30W-6

Der spanische Satellitenbetreiber Hispasat gab im Juli 2014 bekannt, den Auftrag zum Bau eines zweiten SSL-​1300 Satelliten an Space Systems/​Loral vergeben zu haben. Als Hispasat 1F sollte der einen breiten Mix an Kommunikationsdiensten für Kunden in Europa, Nordafrika, Nord– und Südamerika bieten. Entsprechend vielfältig gestaltete sich die Kommunikationsnutzlast: 48 Ku-​Band und 6 Ka-​Band Transponder, ein Ka-​BSS-​Band Transponder speziell für die iberische Halbinsel und 10 C-​Band Transponder. Der Start wurde auf einer Falcon 9 v1.2 von Space X gebucht, die angesichts einer Startmasse von knapp über sechs Tonnen an ihre Leistungsgrenzen gehen mußte. Dennoch entschied sich SpaceX dafür, entgegen der allgemeinen Annahme einen unter diesen Umständen riskanten Landeversuch (vermutlich unter dem Schub von drei Triebwerken) zu unternehmen. Doch am 23.02.2018 gab SpaceX bekannt, daß zusätzliche Tests mit der Nutzlastverkleidung (bei der erstmals Ende 2017 Probleme mit dem Druckausgleich bekannt geworden waren) als notwendig erachtet wurden. Als die Tests Anfang März abgeschlossen waren, tobte über dem Atlantik jedoch ein kräftiger Sturm, der die Schiffe der Bergungsflotte zurück in den Hafen zwang. Dagegen waren die Wetterbedingungen in Florida aber optimal. SpaceX entschied sich daher gegen einen weiteren Aufschub und nahm den Countdown zum Start am 06.03.2018 auf. Planmäßig beförderte die Rakete den Satelliten auf einen sub-​synchronen Transferorbit. Auf diesem trennte sich von Hispasat 30W-​6, wie der Satellit mittlerweile hieß, der nur etwa 90 kg schwere PODsat 1 Satellit vom „Muttersatelliten“ ab. Der Payload Orbital Delivery Satellite war Teil einer von der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) finanzierten Demonstration des von NovaWurks entwickelten Konzepts der „Satlets“. Die Idee dahinter sah vor, kostengünstig zu produzierende Module mit vielfältigen Grundfunktionen zu einem komplexeren Satelliten zu kombinieren, der unterschiedlichste Missionen bewältigen konnte. NovaWurks sah hinsichtlich der Skalierung praktisch keine Grenzen. Kritiker verwiesen hingegen auf den zwangsläufig schlechten Nutzlastfaktor. Bei der PODsat 1 Mission wurden vier HISat (Hyper-​Integrated Satlet) PACs (Packages of Aggregated Cells) in ein POD ( Payload Orbital Delivery) Chassis von SS/​L integriert. Eine wichtige Aufgabe der Mission war die Demonstration der Funktion des Trennmechanismus vom Trägersatelliten. Welche Experimente der PODsat 1 Satellit selbst unternahm, blieb hingegen weitgehend unklar.
9Maerz

Start der Sojus-STB VS18

Nach dem Aufbau einer ersten Konstellation aus zwölf O3b Satelliten in den Jahren 2013 bis 2014 entschied sich die auf Jersey, einer der Kanalinseln, ansässige O3b Networks Ltd., acht verbesserte Satelliten in Auftrag zu geben. Wie ihre Vorgänger basierten diese auf dem ELiTeBus 1000 von Thales Alenia Space. Seit August 2016 war O3b Networks Teil der SES Gruppe, wo man langfristig einen noch weitergehenden Ausbau der Konstellation anstrebte. Von der Idee, speziell die Internetversorgung in strukturell unterentwickelten Gebieten der Dritten Welt zu verbessern, hatte man sich allerdings mittlerweile weitgehend verabschiedet. Der Firmenname O3B steht für other 3 billion, womit die geschätzt 3 Milliarden Menschen in strukturschwachen Gebieten der Erde ohne Zugang zu schnellem Internet und sonstigen Telekommunikationsdiensten gemeint waren. Mit den Passagieren der stetig wachsenden Flotte von Kreuzfahrtschiffen fand sich aber eine andere zahlungskräftige Klientel mit Bedarf an schnellem Internet. Doch auch das US Militär zählte zu den bedeutenden Kunden. Für die Ergänzungsstarts buchte O3b wieder die von Arianespace vermarktete Sojus-​STB mit Fregat-​MT Bugsierstufe. Am 02.03.2018 wurde die Rakete in Kourou zum Startkomplex gerollt, vier Tage später sollte der Start erfolgen. Doch nach den dramatischen Umständen des Ariane VA241 Starts im Januar, bei dem die Rakete einen falschen Kurs eingeschlagen hatte, waren die Kontrollmechanismen des CSG in die Kritik geraten. Obwohl Details des Untersuchungsberichts nicht veröffentlicht worden waren, drangen kritische Stimmen doch nach außen. Unklar blieb allerdings, ob tatsächlich eine Gefahr für die Bevölkerung Französisch Guyanas bestanden hatte und ob die Sprengung der Ariane bewußt (und womöglich unter Verletzung bestehender Sicherheitskriterien) oder aufgrund der Überforderung des Personals unterblieben war. Jedenfalls wurden nun auch die Abläufe beim Start einer Sojus Rakete einer zusätzlichen kritischen Prüfung unterzogen, bevor die Mission VS18 ihre Freigabe erhielt. Am 09.03.2018 mußte wetterbedingt (starke Höhenwinde) ein zusätzlicher 33-​minütiger Halt in den Countdown eingeschoben werden, doch dann hob die Rakete vom ELS Startkomplex ab. Die Satelliten wurden paarweise im Abstand von etwa 21 Minuten in rund 7.830 km Höhe ausgesetzt. Den Anfang machten O3b FM14 und O3b FM16, gefolgt von O3b FM13 und O3b FM15.
17Maerz

Start der CZ-2D mit dem vierten Satelliten der LKW Serie

Das vierte Exemplar aus der Ludi Kancha Weixing Serie von Erderkundungssatelliten startete am 17.03.2018 mit einer zweistufige CZ-​2D stretched Trägerrakete vom Raumfahrtzentrum Jiuquan am Rande der Wüste Gobi in Nordwestchina. Wie sein Vorgänger überflog LKW 4 auf seinem sonnensynchronen Orbit das Zielgebiet jeweils gegen 13:30 Uhr Ortszeit, während die beiden ersten Exemplare auf einer „Vormittagsbahn“ mit einem Überflug gegen 10:30 Uhr Ortszeit operierten. Offiziell wurden die vier Satelliten als (zivile) Erderkundungssatelliten bezeichnet. Das Fehlen jeglicher Hinweise auf einen Eigentümer/​Betreiber und die dürftige Missionsbeschreibung legten jedoch nahe, daß es sich eher um eine neue Generation hochauflösender Fotoaufklärungssatelliten handelte.
21Maerz

Start von Sojus MS-08

Eine neue Besatzung machte sich am 21.03.2018 um 17:44 UTC von Baikonur aus auf den Weg zur Internationalen Raumstation. Der Termin erlaubte Sojus MS-​08 lediglich einen zweitägigen Anflug auf die ISS nach dem konventionellen Schema. Die Hoffnung auf einen „Expressanflug“ hatte sich bereits Monate zuvor zerschlagen, da technische und organisatorische Entscheidungen das Startfenster diktierten, der resultierende Termin aber nicht die Nutzung einer der schnelleren Bahnen erlaubte. An Bord des mit einer Sojus-​FG 11A511U-​FG gestarteten Raumschiffs befanden sich Kommandant Oleg Artjemjew sowie die beiden Bordingenieure Andrew Feustel und Richard Arnold. Ohne Probleme erreichten die drei Raumfahrer am 23.03.2018 die ISS und dockten um 19:40 UTC am „Poisk“ Modul an. Als besonderes „Mitbringsel“ hatten sie einen Fußball im Gepäck, mit dem — nach seiner Rückkehr zur Erde — der Anstoß zum Eröffnungsspiel der Fußball-​Weltmeisterschaft in Moskau erfolgen sollte. Eine weitere Reminiszenz an dieses nationale Großereignis war die Wahl des Maskottchens der WM, des Wolfs „Sabiwaka“, zum „Schwerelosigkeitsanzeiger“. Traditionell befestigten die Kosmonauten ein Püppchen an einem Faden in der Sojus-​Kabine, dessen Schwebezustand den Eintritt der Schwerelosigkeit anzeigte. Diesmal übernahm „Sabiwaka“ diese Aufgabe.
28Maerz

das abfliegende Progress MS-07 Raumschiff

Das russische unbemannte Transportraumschiff Progress MS-​07 koppelte am 28.03.2018 um 13:50 UTC vom „Pirs“ Modul der ISS ab, wo es seit dem 16.10.2017 verankert gewesen war. Diesmal war nachfolgend allerdings kein schneller Wiedereintritt in die Atmosphäre geplant. Vielmehr sollten noch einige Wochen wissenschaftlich-​technische Experimente mit dem Raumschiff unternommen werden. Namentlich liefen die Experimente Otraschenije (russ. Отражение, svw. Reflektion) und Isgib (russ. Изгиб, svw. Drehung/​Biegung). Ersteres diente der Untersuchung der Atmosphäre, wozu optische Signale an eine an der Progress montierte Kamera übertragen wurden. Bei letzterem wurden dynamische Prozesse strudiert, die bei verschieden Modi der Stabilisierung des Raumschiffs auf dieses wirkten. Am 26.04.2018 um 04:08 UTC wurde dann das Retromanöver eingeleitet, das für einen raschen gezielten Absturz über dem Pazifik sorgte. Den Berechnungen zufolge zerbrach und verglühte die Progress um 04:42 UTC in der Atmosphäre. Etwaige nicht verglühte Trümmer dürften gegen 04:51 UTC in den Ozean gestürzt sein.
29Maerz

Start der GSLV-F08

GSat 6A vor dem Schließen der Nutzlastverkleidung

Die indischen Pläne, noch Ende 2017 eine verbesserte GSLV Mk. II (v.2) mit dem GSat 6A Kommunikationssatelliten von Sriharikota starten zu können, hatten sich nicht umsetzen lassen. Tatsächlich verschob sich der Starttermin bis in den März 2018. Erstmals sollte bei diesem Start eine schubstärkere Flüssigkeits-​Zweitstufe zum Einsatz kommen. Das bisherige „Vikas“ Triebwerk, eine Weiterentwicklung des unter französischer Lizenz gefertigten „Viking“ der frühen Ariane, hatte eine umfängliche Überarbeitung zum HTVE (High Thrust Vikas Engine) erfahren. Zum Start des GSat 6A Satelliten wäre dies aber wohl nicht zwingend erforderlich gewesen. Denn der war nach offiziellen baugleich zu seinem Vorgänger GSat 6, den 2015 eine GSLV Mk. II der ersten Baureihe gestartet hatte. Beide Satelliten wurden ursprünglich als Komponenten eines Satellite Digital Multimedia Broadcasting (S-​DMB) Dienstes beschrieben, der Multimediaanwendungen für mobile Anwender bereitstellen sollte. Markantes Merkmal war eine große entfaltbare Gitterantenne von 6 Meter Durchmesser. In Indien wurde aber auch eine militärische Nutzung der Satelliten diskutiert. Am 29.03.2018 hob die GSLV F08 mit GSat 6A schließlich von Sriharikota ab. Ohne Probleme wurde knapp 18 Minuten später der Satellit auf einer geostationären Transferbahn ausgesetzt. Am 30.03.2018 fand dann das erste Bahnanhebungsmanöver unter Einsatz des bordeigenen Antriebs statt. Drei weitere waren bis zum Erreichen der Synchronbahn geplant. Doch nach dem Abschlueß des zweiten Manövers am folgenden Tag versetzte sich der Satellit plötzlich in einen Sicherheitsmodus und reagierte auf keine Kommandos mehr. Analysen ergaben, daß es zu einem Defekt (Kurzschluß) im elektrischen System gekommen sein mußte, den die für solche Fälle vorgesehenen Notschaltungen offenbar nicht abfangen konnten. Ob zwischen dem Defekt und der Einführung von Lithium-​Ionen Batterien aus einheimischer Produktion ein Zusammenhang bestand, blieb zunächst offen. Trotz der Schwere des Zwischenfalls verbreitete die ISRO zunächst noch Optimismus, den Satelliten eventuell doch noch unter Kontrolle bringen zu können. Tatsächlich schwanden die Chancen darauf aber zusehends. Das hatte auch Auswirkungen auf andere Programme. Denn für Mai war der Start des ersten indischen Kommunikationssatelliten der sechs Tonnen Klasse, GSat 11, auf einer Ariane-​5ECA gebucht. Doch im April holte die ISRO ihn wieder aus Kourou ab, um zusätzliche Inspektionen an ihm vorzunehmen.
29Maerz

Andrew Feustel an der „Quest“ Luftschleuse

Andrew Feustel bei Arbeiten an den Handläufen

Wartungsarbeiten bildeten den Kern der Aufgaben, die vor den beiden US Astronauten Andrew Feustel und Richard Arnold lagen, als diese am 29.03.2018 die Luftschleuse des „Quest“ Moduls der ISS zu einem Außenbordmanöver verließen. So sollten sie WLAN-​Antennen und weitere Ausrüstung am „Tranquility“ Modul montieren, die zukünftig helfen sollten, die Datenübertragung des ECOSTRESS (ECOsystem Spaceborne Thermal Radiometer Experiment on Space Station) Instruments, dessen Start zur Raumstation im Sommer geplant war, zu verbessern. Außerdem stand der Austausch einer HD-​Videokamera samt Befestigungsstruktur auf dem Programm. Dazu kamen einige sekundäre Arbeiten. Doch zunächst begann das Außenbordmanöver mit erheblicher Verspätung, weil der EMU Raumanzug von Feustel anfangs ein Leck anzeigte. Aber die Arbeiten selbst verliefen dann ohne nennenswerte Komplikationen. So konnten auch die geplanten Inspektionen und Wartungsarbeiten am Wärmetauschersystem der ISS noch unternommen werden. Trotz einiger Bedenken wegen steigender CO2 Niveaus in den Raumanzügen konnten alle primären Aufgaben erfüllt und die EVA nach 6:10 h erfolgreich abgeschlossen werden.
29Maerz

Start von Kosmos 2525

Obwohl es sich bei ihm offenbar um keine hochrangige militärische Nutzlast handelte, veröffentlichte das russische Militär nur sehr wenige Informationen anläßlich des Starts von Kosmos 2525. Der Start des Satelliten war seit geraumer Zeit erwartet worden. Und tatsächlich hatte der auch als Экспериментальный Малый Космический АппаратЭМКА bezeichnete Satellit wohl schon mindestens ein Mal die Reise von Moskau nach Plesetsk gemacht. Wegen technischer Probleme war er aber zum Hersteller VNIIEM zurückgekehrt. „experimenteller kleiner kosmischer Apparat“ lautete eigentlich die Bezeichnung für eine Satellitenplattform, mit der der Spezialist für meteorologische und Erderkundungssatelliten VNIIEM seine Produktpalette abrunden wollte. Im zivilen Sektor fanden sich aber keine Interessenten, woraufhin man sich auch an das Militär wandte. Das gab dem EMKA Projekt eine Chance. Obwohl selbst die kleinste verfügbare Trägerrakete für den Satelliten überdimensioniert war, erhielt er einen exklusiven Start mit der Sojus-2.1w 14A15, die für diese Mission erstmals ohne die bisher stets eingesetzte Wolga Bugsierstufe flog. Nach dem Start am 29.03.2018 setzte die Sojus Kosmos 2525 auf einem etwa 315 km hohen sonnensynchronen Orbit aus. Die Bahn wies aber eine erkennbare Drift auf, so daß sich der Sonnenstand bei den Überflügen schon bald veränderte. Ob man das möglicherweise angesichts einer kurzen erwarteten Lebensdauer in Kauf genommen hatte, oder ob die angestrebte Bahn nicht exakt erreicht worden war, blieb angesichts des militärischen Charakters der Mission unbeantwortet. Bahnmanöver wurden jedenfalls keine beobachtet.
29Maerz

Start von Beidou 30 und 31 am 30.03.2018

China trieb 2018 den Ausbau seines Beidou Navigationssatellitensystems mit bisher nicht gezeigter Zielstrebigkeit voran. Am 29.03.2018 beförderte eine CZ-​3B mit YZ-​1 Bugsierstufe von Xichang bereits das dritte Paar von Beidou-​3 Satelliten innerhalb von drei Monaten in den Orbit. Wieder handelte es sich um Exemplare in der Ausführung für den MEO Teil der chinesischen Navigationssatelliten-​Konstellation. Die beiden offiziell als Beidou 30 bzw. Beidou 31 bezeichneten Satelliten stammten aus einer Unterserie, die auf einem Satellitenbus basierte, den das Micro-​Satellite Engineering Center der CAS (Chinese Academy of Sciences) entwickelte hatte. Da sie über kein eigenes Apogäumstriebwerk verfügten, mußten sie von der YZ1 Bugsierstufe aus dem Absetz– auf den Einsatzorbit in 21.500 km Höhe manövriert werden. Von dort drifteten sie auf die als A-​2 bzw. A-​1 bezeichneten Positionen der Konstellation.
30Maerz

Start der Falcon 9 v1.2 mit dem fünften Iridium-NEXT Cluster

Der Aufbau einer neuen Konstellation von Kommunikationssatelliten für die Iridium Communications Inc. schritt auch 2018 weiter fort. Im Vorjahr waren erfolgreich vier Cluster mit jeweils zehn Iridium-​NEXT Satelliten von der Vandenberg AFB in Kalifornien gestartet worden. Diese Startrate wollten SpaceX und Iridium auch 2018 erreichen. Bei der Vorbereitung der Nutzlasten für den fünften Cluster-​Start wurde allerdings ein Problem mit einem der zehn Satelliten festgestellt, was für einen Aufschub sorgte. Tatsächlich stellte sich dann aber rasch heraus, daß der diagnostizierte Defekt tatsächlich nur in Form eines beschädigten Kabels an der Bodenausrüstung existierte. So konnte der Start vom unverbindlich angesetzten Termin 31.03. wieder um einen Tag auf den 30.03.2018 vorverlegt werden. Nach einem reibungslosen Countdown hob die Falcon 9 v1.2 dann von SLC-​4E ab. Nach rund 40-​minütigem antriebslosen Flug auf einer Parkbahn wurde die Zweitstufe wieder gezündet und steuerte den Absetzorbit an. Underdessen hatten zwei von SpaceX gecharterte Schiffe den — vergeblichen — Versuch unternommen, die beiden Hälften der Nutzlastverkleidung in über Deck gespannten großen Netzen aufzufangen. Immerhin gelang die Bergung einer Hälfte aus dem Meer. Der Offshore-​Versorger „Mr. Steven“ brachte sie in den Hafen von Los Angeles. Die zehn Iridium-​NEXT Satelliten, Iridium-​NEXT 144, Iridium-​NEXT 149, Iridium-​NEXT 157, Iridium-​NEXT 140, Iridium-​NEXT 145, Iridium-​NEXT 146, Iridium-​NEXT 148, Iridium-​NEXT 142, Iridium-​NEXT 150 und Iridium-​NEXT 143, meldeten sich in den folgenden Stunden alle aus dem Orbit.
31Maerz

Start der CZ-4C mit Gaofen 1-02/03/04

Überraschend startete China am 31.03.2018 drei Erderkundungssatelliten, die gemeinsam als Nachfolger des im April 2013 Gaofen 1 identifiziert wurden. Anläßlich seines Starts hatten chinesische Medien berichtet, daß er über eine Kamera für panchromatische Aufnahmen mit 2 m Auflösung, eine Multispektralkamera mit 8 m Auflösung und eine weitere Multispektralkamera mit extremer Weitwinkel-​Optik und 16 m Auflösung verfügte. Die drei neuen Satelliten waren offenbar weitgehend identisch ausgerüstet. Mit einer Ausnahme. Auf die 16 m Kamera hatte man diesmal verzichtet. Konnte der Prototyp noch mit einer CZ-​2D stretched von Jiuquan gestartet werden, mußte für den Dreifachstart von Taiyuan eine CZ-​4C aufgeboten werden. Sie transportierte GF-​1 02, GF-​1 03 und GF-​1 04 auf einen sonnensynchronen Orbit in 640 km Höhe. Hier verteilten sie sich mit 120° Phasenversatz zueinander.