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Freitag,

22.03.2019

Unter dem Namen PRISMA (Precursore Iperspettrale della Missione Applicativa) entwickelte die italienische Raumfahrtagentur ASI eine Demonstrator-​Mission für einen Erdbeobachtungssatelliten, der Hyperspektral-​Sensoren mit einer panchromatischen Kamera mittlerer Auflösung kombinieren sollte. Dabei baute man auf den Studien für eine zur Jahrtausendwende konzipierte HypSEO (Hyperspectral Satellite for Earth Observation) Mission auf. Die projektierte Auflösung lag bei 2,5 bis 5 m panchromatisch bzw. 20 bis 30 m hyperspektral. Bei einem typischen Bildausschnitt von 30×30 km. Die Instrumentenkombination erlaubte einen vielfältigen Einsatz. Von der Umweltüberwachung, über das Ressourcenmanagement, die Beurteilung des Zustands land– und forstwirtschaftlicher Kulturen bis hin zur Ferfolgung von Umweltsündern. Aber auch militärische Anwendungen der Daten wurden explizit nicht ausgeschlossen. Als Plattform wählte man eine Weiterentwicklung des MITA Busses von Carlo Gavazzi Space SpA (OHB Italia SpA). Auch wenn zum Start verschiedene leichte Trägerraketen zur Verfügung gestanden hätten, fiel die Entscheidung zugunsten der europäischen Vega, an deren Entwicklung und Fertigung Italien großen Anteil hatte. Nach einer Startverschiebung um eine Woche (für zusätzliche Überprüfungen der Nutzlast) hob die Rakete am 22.03.2019 von Kourou in Französisch Guyana ab. Dank der Flüssigkeits-​Oberstufe AVUM gelang ein präziser Einschuß in die geplante sonnensynchrone Bahn in 620 km Höhe. Bald darauf konnte die ASI den Empfang der ersten Bilddaten bekanntgeben.