Juli 1969

Willkommen in der Raumfahrtchronik, dem Herzstück des Raumfahrtkalender. Für den gewählten Zeitraum finden sich sich hier aktuell 14 Einträge (von 6692), chronologisch sortiert. Du kannst einen anderen Zeitraum wählen und — in diesem Zeitraum — zusätzlich nach einem Begriff suchen.

der STV 2 Satellit
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02.07.1969

Obwohl die Ursache für den Fehlstart der Europa I F7 vom November 1968 noch nicht geklärt war, entschloß sich die ELDO, im Sommer 1969 einen weiteren Testflug zu unternehmen. Immerhin verzichtete man darauf, den ursprünglich geplanten operativen Satelliten mitzuführen. Stattdessen wurde wieder eine technologische Nutzlast vom Typ STV installiert. Nach einem zunächst normalen Start am 02.07.1969 von LC-​6A in Woomera explodierte aber auch die Europa I F8 unmittelbar (1,3 s) nach Zündung der Drittstufe. Doch diesmal führte die eingeleitete Untersuchung auf… weiterlesen..

N1-L3 № 5L auf dem Weg zum Start
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03.07.1969

Die Sowjetunion hatte im Dezember 1968 den Wettlauf zum Mond zwar praktisch bereits verloren, als Apollo 8 den Mond umkreiste. Dennoch wurde das eigene Mondprogramm zunächst noch fortgesetzt. Bis zum Sommer 1969 bestand ja auch noch die Chance, daß der erste bemannte Mondlandeversuch der USA scheitern und sich das gesamte Programm verzügern würde. Wenige Tage vor dem angekündigten Start von Apollo 11 wollte man mit einem ausgeklügelten Szenario den Ruhm der USA wenigstens etwas schmälern. Mit der Herkules N1-​L3 11A52 5L sollte ein unbemanntes… weiterlesen..

10.07.1969
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10.07.1969

Ein Fotoaufklärungssatellit der Zenit-​4 (Erzeugnis 11F69) Baureihe startete am 10.07.1969 mit der Standardrakete für derartige Missionen, der Woschod 11A57, vom Kosmodrom Plesetsk. Der Satellit erreichte die typische leicht exzentrische Umlaufbahn, die optimal für die Gewinnung hochauflösender Aufnahmen war. Statt der üblichen acht dauerte die Mission von Kosmos 289 aber nur fünf Tage. Man kann davon ausgehen, daß technische Probleme einen vorzeitigen Abbruch und die beschleunigte Rückkehr der Landesektion zur Erde erzwungen hatten. weiterlesen..

13.07.1969
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13.07.1969

Am 13.07.1969 unternahm die Sowjetunion einen letzten verzweifelten Versuch, den sich abzeichnenden Erfolg der amerikanischen bemannten Mondlandemission von Apollo 11 wenigstens zu schmälern. Mit einer Proton-​K 8K82K mit Block-​D 11S824 Fluchtstufe startete eine neue Variante der Luna Mondlandesonden (Objekt E-​85). Nach einer deprimierenden Serie von fünf Fehlstarts funktionierte die Proton-​K bei diesem so wichtigen Start endlich fehlerlos. Ohne Probleme erreichte Luna 15 seine Bahn zum Mond. Dabei hatten Gewichtsprobleme die Mission bis zuletzt in Frage… weiterlesen..

15.07.1969
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15.07.1969

Ähnlich wie die USAF studierten auch die sowjetischen Luftstreitkräfte in den 1960er Jahren die Idee eines „Abfangjägers“ für Einsätze im erdnahen Kosmos. Überhaupt war der Einsatz eines geflügelten Raumschiffs ursprünglich nur zugunsten einer einfachen Kapsel „zurückgestellt“ worden, da diese schneller zu realisieren war. Trotz der mit so einem Projekt verbundenen gewaltigen Herausforderungen wurden die Arbeiten daran in der Sowjetunion über mehr als 15 Jahre fortgeführt, auch wenn es kaum finanzielle Mittel für das „Spiral“ Programm gab. Das Interesse… weiterlesen..

Edwin Aldrin salutiert der US Flagge
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16.07.1969

Das amerikanische Apollo-​Programm strebte im Sommer 1969 seinem absoluten Höhepunkt entgegen. Seit im Januar 1969 die Flughardware für die Mission Apollo 11 im Kennedy Space Center eingetroffen war, steuerten die Vorbereitungen auf diese historische Mission zu. Die letzten Apollo-​Flüge hatten die Einsatzbereitschaft von Rakete, Raumschiff und nicht zuletzt Crews gezeigt. Und so schätzte die NASA die Chancen für eine glückliche Mondlandung auf immerhin 80%. Bei der Montage der Rakete und den folgenden Testläufen wurden traten zwar einige Probleme auf, die… weiterlesen..

Schnittzeichnung durch einen Zenit-2 Satelliten
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22.07.1969

Vom nordrussischen Kosmodrom Plesetsk startete am 22.07.1969 eine Woschod 11A57 Rakete mit einem Fotoaufklärer vom Typ Zenit-​2 (Erzeugnis 11F61). Über einen Zeitraum von acht Tagen fertigte Kosmos 290 Übersichtsaufnahmen für eine spätere intensivere Erkundung beispielsweise mit Zenit-​4 Satelliten an. Die Landesektion des Satelliten kehrte nach Abschluß der Mission 75 km südöstlich von Uralsk in West-​Kasachstan zur Erde zurück. weiterlesen..

22.07.1969
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22.07.1969

Das „Orbita“ Netzwerk sowjetischer Kommunikationssatelliten verstärkte der am 22.07.1969 mit einer Molnija-​M 8K78M mit Block-​ML von Baikonur gestartete Satellit Molnija-​1 12. Diese Satelliten auf ihrer hochelliptischen 12-​h-​Umlaufbahn eigneten sich besonders zur Kommunikation mit den polnahen Gebieten Sibiriens, die von geostationären Satelliten relativ schlecht versorgt werden können. Die Leistungsfähigkeit sowjetischer Raketen und die vergleichsweise hohe Masse der Satelliten ließ aber zugleich zu dieser Zeit den Start von geostationären Satelliten in… weiterlesen..

Start des letzten DMSP Block IV Satelliten
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23.07.1969

Das letzte von nur drei Exemplaren der verbesserten meteorologischen Satelliten vom Typ DMSP IVB (einige Quellen bezeichnen DMSP IVB F3 auch als DAPP 7421 oder FTV-​6) wurde am 23.07.1969 mit einer Thor-​LV2F Burner-​2 von Vandenberg gestartet. Die drallstabilisierte Satelliten entsprachen weitestgehend dem Vorgängermodell DMSP IVA, verfügten aber neben zwei Vidicon-​Kameras über zusätzliche IR-​Systeme (Typ „C“ mittlerer Auflösung zwischen 0,2 bis 5 µm und 5 bis 30 µm sowie Typ „H“ mit hoher Auflösung im Spektrum von 7 bis 14 µm) zur Gewinnung von… weiterlesen..

DS-P1-Ju Satellit
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23.07.1969

Der Start einer kleinen militärischen Nutzlast an Bord einer sowjetischen Kosmos-​2 11K63 Trägerrakete scheiterte am 23.07.1969. 267 s nach dem Abheben von Plesetsk fiel das Zweitstufentriebwerk aus und die Oberstufe stürzte mit dem Kosmos Satelliten ab. Bei der Nutzlast handelte es sich nach heutigem Kenntnisstand um einen Satelliten des Typs DS-​P1-​Ju, wie sie zur Kalibrierung sowjetischer Radareinrichtungen eingesetzt wurden. weiterlesen..

KH-4B Satellit
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24.07.1969

Bereits während des ersten Orbits fiel am 24.07.1969 wegen eines mechanischen Defekts die vordere Kamera eines US-​Aufklärungssatelliten vom Typ KH-​4B (J-​3 Kamerasystem kombiniert mit DISIC Kamera) aus, der mit einer Thorad-​SLV2H Agena-​D von der Vandenberg AFB gestartet worden war. Sie blieb auch für den Rest des Fluges inaktiv und reduzierte somit den Nutzen der CORONA-​J Mission drastisch. Erstmals seit fünf Jahren war die Gewinnung von Stereo-​Aufnahmen im Rahmen einer CORONA Mission unmöglich. Dennoch blieb der Satellit einen Monat im Orbit und auch die… weiterlesen..

Intelsat III bei Tests im schalltoten Raum bei TRW
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26.07.1969

Mit einer Delta-​M startete am 26.07.1969 von Cape Canaveral der Kommunikationssatellit Intelsat III F-​5 bzw. Intelsat 3E. Doch statt wie geplant das Intelsat Satellitennetz zu verstärken, strandete der Satellit auf einer niedrigen Umlaufbahn. Ursache waren Probleme mit der zweiten und dritten Raketenstufe. Dieser Mißerfolg war bereits der zweite Fehlstart bei fünf Startversuchen innerhalb der Intelsat III-​Reihe. Durch diesen Verlust geriet der geplante Ausbau des Intelsat-​Systems zum globalen Satellitennetz weiter ins Stocken. Zumal einige der Intelsat… weiterlesen..

Mariner 6 Aufnahme #18
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31.07.1969

Nach rund fünfmonatigem Flug erreichte Mariner VI am 31.07.1969 sein Ziel, den Planeten Mars. Bereits am 29.07.1969 war die nachführbare Kameraplattform auf den Mars ausgerichtet worden und die Instrumente für die Messungen während des Vorbeiflugs wurden aktiviert. Die ersten Bilder des Mars wurden 2 h später aufgenommen. Über die nächsten 41 h lieferte das TV-​System von Mariner VI insgesamt 49 Aufnahmen des Mars (plus Teile eines 50. Bildes). Am 31.07.1969 begann der eigentliche Vorbeiflug, bei dem weitere 26 Nahaufnahmen angefertigt wurden. Der… weiterlesen..

31.07.1969
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31.07.1969

Eine Thorad-​SLV2G Agena-​D wurde am 31.07.1969 eingesetzt, um von der Vandenberg AFB einen großen Satelliten zur funkelektronischen Aufklärung zu starten. Über diesen auch als „Heavy Ferret“ bezeichneten Satellitentyp ist bis heute nicht viel bekannt. Auffällig, vor allem im Vergleich zu ihren Vorgängern, war jedoch eine nach oben aufgeweitete großvolumige Nutzlastverkleidung. Der Satellit vom 31.07.1969 trug auch die Bezeichnungen OPS 8285 bzw. (inoffiziell) Ferret 14. Jahrzehnte später freigegebene Dokumente belegten, daß der Satellit das zweite Exemplar… weiterlesen..