Der zweite sowjetische Kommunikationssatellit vom Typ Molnija-1 startete am 14.10.1965 mit einer Molnija 8K78 von Baikonur. Molnija-1 2 ergänzte zunächst die Übertragungskapazitäten seines Vorgängers und ersetzte ihn schließlich nach dessen Ausfall. Beide Satelliten wurden zu Funk– und Fernsehübertragungen zwischen Moskau (via NIP-14 in Schtschjolkowo) und Wladiwostok (via NIP-15 in Ussurijsk) eingesetzt. Damals waren das die beiden einzigen Bodenstationen des späteren „Orbita“ Systems. Außerdem fanden ab dem 27.11.1965 experimentelle Farbfernsehübertragungen nach SECAM Norm zwischen Moskau und Paris statt. Daneben führte der Satellit auch Messungen in den irdischen Strahlungsgürteln durch. Der Start war gerade noch rechtzeitig erfolgt, um vom 06.11. bis 08.11.1965 die Sondersendungen aus Anlaß des Jahrestages der Oktoberrevolution in den Fernen Osten Rußlands zu übertragen. Ein kleiner, bald aber rasch wachsender, Teil der Bevölkerung Sibririens erhielt so direkten Zugang zum zentralen Moskauer Fernsehprogramm. Das wurde durchaus als Verbesserung der Lebensbedingungen empfunden und in seiner Tragweite auch bald vom Politbüro der KPdSU erkannt, wo man nun das Molnija-Programm entsprechend förderte. Bereits Mitte Dezember 1965 zeigten auch bei Molnija-1 2 die Solarzellen deutliche Alterungserscheinungen. Um die Pufferbatterien zu schonen, wurde der tägliche Betrieb des Satelliten auf vier Stunden reduziert. Am 18.02.1966 ging die Mission des Satelliten dennoch bereits zu Ende. Ursache war die vorzeitige Alterung der Solarzellen angesichts der hohen Strahlung der sie ausgesetzt waren und der tiefen Temperaturen im Erdschatten.

