Nach einem gründlichen Re-Design in einer dreijährigen Programmpause unternahm die USAF am 09.06.1966 erstmals wieder den Start eines MIDAS (Missile Defense Alarm System) Frühwarnsatelliten. Das ursprüngliche Programm, das ein Netz von 8 bis 15 Satelliten auf 3.000-km-Kreisbahnen vorgesehen hatte, war 1963 eingestellt worden, nachdem die Kosten explodiert waren, ohne daß der überzeugende Beweis angetreten werden konnte, daß eine solches System tatsächlich praktikabel war. Wenigstens waren zum Ende des Programms einige eindrucksvolle Demonstrationen der Leistungsfähigkeit gelungen. Doch da war der politische Rückhalt des Projekts bereits geschwunden. Statt ein einsatzbereites System zu entwickeln, sollten die MIDAS Satelliten nun nur noch Daten für ein weitaus leistungsfähigeres Nachfolgemodell sammeln. Nach einer Serie von endlosen Neuausrichtungen des Programms wurde das RTS (Research Test Series) Projekt ins Leben gerufen. Statt, wie zuvor geplant, ausschließlich experimentelle Daten zu sammeln, sollte dieses nun aber vor allem den Nachweis antreten, daß der weiter verbesserte Sensor von Aerojet-General auch startende U-Boot gestützte Raketen (SLBMs) und Mittelstreckenraketen (MRBMs) entdecken konnte. Außerdem wurde eine sechsmonatige Lebensdauer gefordert mit dem Ziel einer Ausweitung auf zwölf Monate. Der Start von MIDAS RTS-1 1 (FTV-1351) mit einer Atlas-SLV3 Agena-D mißlang jedoch. Ausgerechnet die sonst so zuverlässige Agena-D Stufe versagte, als sie die Umlaufbahn mit einer zweiten Zündung zirkularisieren sollte. Nach der ersten Zündung der Agena hatte die Trennventile im Treibstoffsystem nicht wie vorgesehen geschlossen. Gestrandet auf einer elliptischen Umlaufbahn und nach dem Verbrauch der letzten Reserven an Lageregelungstreibstoff unkontrolliert taumelnd war der Satellit aber nutzlos.
Das galt auch für den mitgeführten Subsatelliten SECOR 6 (Sequential Collation of Ranges) bzw. EGRS 6 (Engineer Geodetic Research Satellite). Die mit ihm geplanten geodätischen Vermessungen waren aus dieser Bahn unmöglich. Lediglich einige ingenieurtechnische Experimente konnten mit dem Satelliten unternommen werden, der als erster den neuen voll-transistorierten Cubic TR-30 A Transponder an Bord hatte. Auffällig waren Oszillationen des Transponder-Signals, deren Ursache nicht ergründet werden konnte.
Die Experimente an Bord des dritten Satelliten ERS 16 (ORS 2) waren davon weniger betroffen. Erstmals wurden mit einer Experimentalanordnung an Bord des Satelliten (Kalt-)Schweißversuche im Kosmos unternommen.

