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Sojus TM-11 Startreportage (1990)
Toy­ohiro Akiyama an Bord der Mir

In der sowjetischen Öffentlichkeit sehr umstritten war die Mission Sojus-​TM 11 , die am 02.12.1990 um 08:14 UTC mit einer Sojus-​U2 11A511U2 Rakete von Baikonur startete. An Bord befand sich nämlich neben den beiden sowjetischen Kosmonauten Viktor Afanasjew und Mussa Manarow auch der japanische TV-​Journalist Toyohiro Akiyama. Der Flug ging auf eine Vereinbarung zurück, die am 27.03.1989 zwischen der sowjetischen Glawkosmos und der japanischen Fernsehstation Tokyo Broadcasting System (TBS) unterzeichnet worden war. Der Sender wollte zu seinem 40-​jährigen Bestehen im Mai 1991 live von der Raumstation Mir senden. Schon kurz nach Bekanntwerden des Vertrages gab es Kritik, sowohl in Japan als auch in der Sowjetunion. In Japan bangte die Raumfahrtbehörde NASDA um ihr Ansehen, da der von ihr ausgewählte Astronautenanwärter nun wohl erst als Nummer 2 starten würde. In der Sowjetunion forderte der Journalistenverband, einem einheimischen Reporter die Ehre der ersten Reportage von der Mir zu gewähren. Letztlich änderte aber alles nichts an der Flugplanung für das Unternehmen. Sechs sowjetische Journalisten begannen mit dem Kosmonautentraining, kamen jedoch nie zum Einsatz. Und der NASDA Astronaut Mamoru Mohri startete erst im September 1992. 10 bis 11 Mio. $ (andere Quellen nennen auch 25 Mio. $) zahlte TBS für den einwöchigen Flug ihres Vertreters zur Mir. Dazu kamen weitere Kosten für Reportagen vom Geschehen am Boden. Beinahe wäre die Mission jedoch gar nicht zustande gekommen, da zunächst alle von TBS vorgestellten Kandidaten bei den medizinischen Tests durchgefallen waren. Erst bei einem zweiten Auswahlverfahren akzeptierten die sowjetischen Raumfahrtmediziner sechs Kandidaten, von denen schließlich zwei das Training aufnehmen durften. Das Unternehmen wurde noch während der Vorbereitung um sechs Monate vorverlegt, da der Flug sonst fast mit dem (für Juni 1991 geplanten) Start des ersten NASDA Astronauten zusammengefallen wäre. TBS wollte sich aber die Publicity nicht mit der NASDA teilen. Vor den Kameras zahlreicher Kamerateams hob am 02.12.1990 dann die mit der Werbung mehrerer japanischer Unternehmen „verzierte“ Sojus Rakete ab. Planmäßig erreichte Sojus-​TM 11  seine Umlaufbahn und begann die Annäherung an die Raumstation Mir. Zwei Tage später, am 04.12.1990 um 09:57 UTC, erfolgte das Docking mit ihr. Während sich Afanasjew und Manarow auf die Übernahme der Raumstation von der bisherigen Besatzung vorbereiteten, berichtete der „Cosmos-​Reporter“ Akiyama täglich aus dem Orbitalkomplex. Jeweils eine 10-​minütige TV– und zwei 20-​minütige Radio-​Reportagen wurden über Satellit live nach Japan übertragen. Auch beteiligte sich Akiyama an drei kleineren raumfahrtmedizinischen Experimenten. Allerdings litt er wohl stark unter den Symptomen der Raumkrankheit, was die Medienwirksamkeit seiner Auftritte nicht gerade steigerte.

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