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der folgenschwere Startunfall einer Zenit-2 am 04.10.1990

Ein folgenschwerer Fehlstart ereignete sich am 04.10.1990 auf dem sowjetischen Kosmodrom Baikonur beim Start einer Zenit-​2 11K77  Rakete (dem ersten Exemplar aus der Serienfertigung) mit einem Funkaufklärungssatelliten (ELINT) des Typs Zelina-​2 . Nur 2,44 s nach dem Abheben brach eine Rohrleitung in einer der vier Brennkammern des RD-​171 Erststufentriebwerks und der Schub fiel schlagartig ab. Aus einer Höhe von etwa elf Metern stürzte die Rakete zurück und in den Flammenschacht, wo sie explodierte. Von der gewaltigen Druckwelle wurde der 660 Tonnen schwere Starttisch in die Luft geschleudert. Als er wieder zu Boden stürzte, begrub er einen Teil der weiteren Strukturen der Rampe 45P (45 rechts) unter sich. Trümmer flogen 900 m weit durch die Steppe. Wie durch ein Wunder gab es aber keine Verletzten. Schlagartig hatte die Sowjetunion jedoch die Hälfte der Startkapazität für die Zenit-​2  Rakete verloren. Eine Woche nach dem Zwischenfall meldete auch die sowjetische Nachrichtenagentur TASS die Explosion und gab bekannt, daß eine Untersuchungskommission ihre Arbeit aufgenommen hatte. Als Fehlerursache wurde rasch ein Produktionsfehler genannt, denn man wollte die laufenden Bemühungen um eine kommerzielle Vermarktung der seinerzeit modernsten sowjetischen Rakete nicht stören. Die zur Vermarktung der Rakete gegründete Cape York Space Agency hoffte damals, bereits Ende 1992 Satellitenstarts von der Nordspitze Queenslands (Australien) anbieten zu können. Tatsächlich wurden organische Verunreinigungen in einer Materialprobe der geborstenen Rohrleitung gefunden.
Der wirtschaftliche und politische Zusammenbruch der Sowjetunion in den folgenden Monaten und Jahren verhinderte einen Wiederaufbau der zerstörten Rampe. Zwar hatten 1991 Aufräumarbeiten begonnen, doch ohne die nötigen Finanzmittel wurden alle Bemühungen um einen Wiederaufbau 1992 eingestellt. Und so verfügte Rußland auch Jahrzehnte später mit 45 L (45 links) nur über eine intakte Rampe für diesen Raketentyp. Doch dieser wurde nun ohnehin in der unabhängigen Ukraine produziert und nur noch selten eingesetzt. Für das Unternehmen Land Launch war die Verfügbarkeit der verbliebenen Rampe allerdings essentiell. Das Zerwürfnis zwischen Rußland und der Ukraine infolge der Annexion der Krim im Frühjahr 2014 brachte das Zenit-​Programm dann aber schließlich de facto zum Erliegen.

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