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die Antenne in geschlossenem Zustand
Mir: EVA vom 23.07.1999

Die beiden russischen Kosmonauten auf der Mir, Viktor Afanasjew und Sergej Awdejew unternahmen am 23.07.1999 ein Außenbordmanöver, bei dem sie u.a. eine 6 m Antenne installierten und ausrichteten und einige wissenschaftliche Experimente von der Außenwand der Raumstation demontierten. Allerdings sahen sie sich dabei unerwarteten Schwierigkeiten beim Entfalten der Antenne gegenüber. Die Konstruktion aus einem georgischen Konstruktionsbüro wurde am Sofora Ausleger montiert und sollte mit einer Fernbedienung entfaltet werden. Doch Afanasjew gelang dies nur zu 80 bis 90%. Hilfe vom Boden war in dieser Situation nicht zu erwarten, denn Rußland verfügt über keinen einzigen funktionstüchtigen geostationären Relaissatelliten mehr, der die Kommunikation zwischen der Mir und dem Flugleitzentrum außerhalb der direkten Funksicht ermöglichen könnte. Eine denkbare Ursache für die Probleme war Feuchtigkeit, die nun zu Eis gefroren war und den Mechanismus blockierte. Die Ingenieure am Boden und die Kosmonauten trösteten sich daher damit, daß sich die Antenne bei ausreichender Sonneneinstrahlung also später durchaus noch entfalten konnte. Damit wendeten sich die Kosmonauten anderen Aufgaben zu. Dazu gehörte auch die kurzfristig ins Programm aufgenommene Suche nach einem kleinen Leck am „Kvant“ 2  Modul. Erwartungsgemäß blieb auch dieser Versuch wie zahllose zuvor ohne Erfolg. Die vergebliche Suche und die Probleme mit der Antenne ließen das Außenbordmanöver aber außerplanmäßig lang dauern. Als dann an Afanasjews Raumanzug das Thermo-​Regulierungssystem versagte, mußte die EVA hastig abgebrochen werden, obwohl noch nicht alle Proben geborgen worden waren. Immerhin konnten das französische Exobiologieexperiment und ein Paneel mit Materialproben des Experiments „Dvikon“ demontiert werden. Nach 6:07 h war die EVA schließlich beendet.