Chronik
Olafs Raumfahrtkalender

Olafs Raumfahrtkalender

Geschichte und Geschichten aus mehr als 5½ Jahrzehnten Raumfahrt

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Statistik erstellt: 2017-09-23T23:45:17+02:00

Januar 2017.

5Januar

Start der CZ-3B/G2 mit TJS 2

China eröffnete am 05.01.2017 das Raumfahrtjahr 2017 mit dem Start einer CZ-​3B/​G2 von Xichang. Ihre Nutzlast gehörte zu der zunehmenden Anzahl chinesischer Satelliten, deren Zweckbestimmung mindestens zweifelhaft war. Über den als Tongxin Jishu Shiyan (TJS-​2) bezeichneten Satelliten verlautete offiziell nämlich lediglich, daß es sich bei ihm um einen „hochleistungsfähigen experimentellen Kommunikationssatelliten“ handelte. Nichts anderes bedeutete auch sein Name, der sich etwa mit Kommunikations-​Technologie Testsatellit übersetzen ließ. Hersteller war allerdings die Shanghai Academy of Spaceflight Technology (SAST), die bisher nicht als Hersteller von Kommunikationssatelliten in Erscheinung getreten war. Die einzige bekanntgewordene Abbildung des Satelliten, die Ausschnittvergrößerung einer Videosequenz aus dem Kontrollzentrum, zeigte zudem eine für einen Kommunikationssatelliten eher untypische Antennenkonfiguration. Auch der kolportierte Name Huoyan 1 (Feuer Kamera) könnte eher als Hinweis auf einen Frühwarnsatelliten verstanden werden. Stationiert wurde TJS-​2 etwa über 107,5° Ost.
6Januar

Peggy Whitson bei ihrer EVA am 06.01.2017

das AMS-02 Experiment aufgenommen während der US EVA-38 von Bord der ISS

Nachdem das japanische „Kounotori“ 6 Raumschiff im Dezember 2016 u.a. sechs Lithium-​Ionen Pufferbatterien für das Energieversorgungssystem der ISS angeliefert hatte, mußten diese von den Astronauten an das Bordnetz angeschlossen werden. Doch vor dem ersten von zwei dafür eingeplanten Außenbordmanövern mußten zunächst umfangreiche Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen werden. So wurde der Stromkreis 3A abgeschaltet und die Batterien entladen. Dann wurden zunächst vier der alten Ni-​H2 Batterien unter Einsatz von Canadarm2 und DEXTRE aus der Integrated Electronics Assembly (IEA) am S4 Truss herausgezogen. Drei wurden auf der Exposed Pallet (EP) des HTV fixiert, die vierte auf der Enhanced ORU Temporary Platform (EOTP) von DEXTRE. Dann wurden drei neue Li-​Ion Batterien in die IEA eingesetzt. Die Steuerung der komplexen Arbeiten geschah aus dem Kontrollzentrum Houston. Am 06.01.2017 verließen dann Shane Kimbrough und Peggy Whitson die Station durch die Luftschleuse des „Quest“ Moduls, um die Montagearbeiten zu ihrem Abschluß zu bringen. Zu ihren Aufgaben gehörte es u.a., mehrere Adapterplatten von der EP zu demontieren und in die IEA einzusetzen. Denn die neuen Batterien hatten bei kleinerem Volumen eine höhere Kapazität, so daß der bisher von einer Ni-​H2 Batterie belegte Einbauplatz nun abgdeckt werden mußte. Ein weiterer Adapter wurde benötigt, um eine ausrangierte Ni-​H2 Batterie für ihre Langzeitlagerung außenbords vorzubereiten. Die beiden Astronauten schlossen außerdem die elektrische Verkabelung der neuen Batterien ab und Kimbrough gelang es am 1A Stromkreis einen Bolzen einzuschrauben, was zuvor mit DEXTRE mißlungen war. Da die Arbeiten vor der Zeit abgeschlossen waren, konnten sich beide Astronauten noch sekundären Aufgaben widmen. So verlegten sie ein Ethernetkabel, Whitson reparierte einen Scheinwerfer und Kimbrough inspizierte das AMS-​02 Experiment. Nach 6:32 h war das Außenbordmanöver beendet.
9Januar

Start der ersten KZ-1A Rakete von Jiuquan

Auch der zweite Satellitenstart des Jahres 2017 wurde von chinesischem Boden unternommen. Diesmal jedoch mit einer KZ-​1A Feststoffrakete von Jiuquan in der Inneren Mongolei. Der Start der neuen Variante des Kuaizhou Satellitenträgers war ursprünglich noch gegen Ende Dezember 2016 erwartet, dann aber verschoben worden. Ein Novum bedeutete die Realisierung des Starts durch ein kommerzielles Unternehmen. Die eng mit der China Aerospace Science and Industry Corporation (CASIC) verbundene Expace Technology Ltd. oder auch China Space Sanjiang Group Corporation sollte zukünftig die Starts der Kuaizhou Feststoffraketen vermarkten. Beim Jungfernflug der neuen KZ-​1A Rakete (2013/14 waren zwei Exemplare des Vorgängers KZ-​1 gestartet worden) wurden drei kleine Satelliten auf Kreisbahnen in 530 km Höhe transportiert. Der größte davon war Lingqiao C, der die bisher aus zwei im Oktober 2015 gestarteten Satelliten bestehende Jilin 1 Konstellation erweiterte. Die Jilin 1 Shipin Satelliten waren mit einem Kamerasystem ausgerüstet, das Ultra-​HD (4K) Videos (1,12 m Auflösung) lieferte. Das Bildmaterial vermarktete die in der Provinz Jilin ansässige Changchun Satellite Technology Co. Ltd. kommerziell. Weiterhin erreichten zwei 2U CubeSats bei diesem Start ihre Bahnen. Xingyun Shiyan 1 (XY-​S1) stammte von der Northwestern Polytechnical University in Xi’an, Provinz Shaanxi. Mit dem Satelliten sollten L-​Band Kommunikationsexperimente unternommen werden. Dagegen waren an der Entwicklung von Kaidun 1 alias Caton 1 gleich drei Universitäten bzw. ihnen zugeordnete Entwicklungsbüros beteiligt gewesen: die Nanjing University of Technology, die Beijing MSI Technology Development Co. Ltd. und die Beijing Kaidun Universal Technology Co. Ltd. Ihr Satellit sollte ein VHF Data Exchange System (VDES) testen, bei dem der Datentransfer über das Inmarsat-​System abgewickelt wurde. Übermittelt werden sollten dabei AIS (Automatic Identification System) Informationen, vor allem aber wollten die Universitäten Experimente mit einem Long Range AIS unternehmen.
13Januar

DEXTRE im Einsatz beim Austausch der Batterien der ISS

Thomas Pesquet bei seiner EVA am 13.01.2017

Eine Woche nach dem ersten Außenbordmanöver zum Austausch der Batterien im Stromkreis 3A verließ Shane Kimbrough, diesmal begleitet von Thomas Pesquet, am 13.01.2017 erneut die ISS, um die Arbeiten zum Abschluß zu bringen. Diesmal konzentrierten sich die Arbeiten auf den Bus 1A. In den Tagen zwischen den beiden Weltraumausstiegen war mit dem Special Purpose Dextrous Manipulator (SPDM) DEXTRE der Austausch der Ni-​H2 Batterien gegen die neuen Li-​Ion Batterien vollzogen worden. Dabei gab es diesmal Probleme beim Einsatz des Robotic Offset Tool (ROST) Aufsatzes zum Einschrauben der Sicherungsbolzen. An Batterieslot 5 griff das Werkzeug den Bolzen trotz wiederholter Versuche gar nicht. Und an Slot 1 konnte es erst wieder von dem Bolzen gelöst werden, nachdem dieser wieder eine halbe Umdrehung herausgedreht worden war. Nach einer Analyse der Situation wurde entschieden, mit dem Ausbau weiterer Ni-​H2 Batterien fortzufahren und das Festschrauben den Astronauten zu überlassen. Analog zur vorangegangenen EVA wurden an an der Exposed Pallet (EP) des HTV zwei Abdeckplatten demontiert. Eine wurde in die Integrated Electronics Assembly (IEA) eingesetzt, die andere an der letzten noch nicht ausgebauten Ni-​H2 Batterie angebaut. Damit konnte diese für die Langzeitzwischenlagerung außenbords der ISS umgesetzt werden. Das Anziehen der Bolzen, das mit DEXTRE abgebrochen worden war, gelang den Astronauten ohne große Schwierigkeiten. Auch bei der Verkabelung der Batterien traten keine Probleme auf. Obwohl man sich daraufhin noch einer Reihe sekundärer Aufgaben widmen konnte, schloß das Außenbordmanöver überpünktlich nach 5:58 h ab.
14Januar

Start der Iridium-1 Mission

Stacking der Satelliten für die Iridium-1 Mission

Nach dem Unfall während der Betankung einer Falcon 9 v1.2 auf SLC-​40 in Cape Canaveral am 01.09.2016 waren die Starts der Rakete sämtlichst ausgesetzt worden. Die Suche nach der Unglücksursache gestaltete sich mühsam. Und so mußten sich die Kunden von SpaceX einmal mehr in Geduld üben. Darunter auch die Iridium Communications Inc., die schon viele Rückschläge hatte erdulden müssen. Als SpaceX die Wiederaufnahme der Starts in Aussicht stellte, war man aber in der Startliste ganz nach oben gerückt. Denn SpaceX hatte noch ein anderes Problem. Ihr Ostküstenstartkomplex hatte bei der Explosion schwer Schäden davongetragen und würde noch einige Monate nicht verfügbar sein. Und LC-​39A, den man zusätzlich von der NASA gepachtet hatte, war noch immer nicht fertig umgebaut. Starts auf geostationäre Bahnen waren daher bis auf weiteres nicht möglich. Ebensowenig Versorgungsmissionen zur ISS. Die für Mitte Dezember 2016 angekündigte RTF (return to flight) Mission mit zehn Iridium-​NEXT Satelliten verzögerte sich dann auch noch um einen Monat. Der bisher ohnehin von SpaceX kaum genutzte SLC-​4E Startkomplex auf der Vandenberg AFB hatte nämlich eine Reihe von baulichen Veränderungen erfahren, um die Falcon 9 v1.2 mit ihren superkalten Treibstoffen betanken zu können. Nun hatte sich ausgerechnet die Betankungsprozedur als sehr kritisches Prozedere erwiesen. Dementsprechend gründlich wurden die Abläufe an der US Westküste durchgespielt. Ein erneuter Startunfall hätte das wirtschaftliche Ende von SpaceX bedeuten können. Dessen waren sich alle Beteiligten bewußt. Zuletzt stand auch noch die Genehmigung der FAA (Federal Aviation Administration) für den Start von Vandenberg aus. Als diese am 06.01.2016 endlich eintraf, hatte sich das Wetter in Kalifornien verschlechtert. Daraufhin wurde der Start nochmal um eine Woche auf den 14.01.2016 verschoben und die Landeplattform zurück in den Hafen geschleppt. Am 14.01.2016 gelang dann aber ein sauberer Start. Nach einer antriebslosen Flugphase von fast einer dreiviertel Stunde zündete die Oberstufe ein zweites Mal, bevor die Satelliten innerhalb von 15 Minuten ausgesetzt wurden. Iridium-​NEXT 102, Iridium-​NEXT 103, Iridium-​NEXT 104, Iridium-​NEXT 105, Iridium-​NEXT 106, Iridium-​NEXT 108, Iridium-​NEXT 109, Iridium-​NEXT 111, Iridium-​NEXT 112 und Iridium-​NEXT 114 verteilten sich in 667 km Höhe auf einem Inbetriebnahme-​Orbit, bevor sie als Teil der Iridium-​Gesamtkonstellation in 780 km Höhe ihren Dienst aufnahmen. Nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt hatte, wurde auch diesmal die Falcon 9 Erststufe zu dem im Pazifik wartenden, auf den Namen „Just Read the Instructions“, getauften Autonomous Spaceport Drone Ship zurückgesteuert. Nach einem mit drei laufenden Triebwerken ausgeführten Bremsmanöver erfolgte die eigentliche Landung unter dem Schub lediglich eines „Merlin“. Sicher setzte die Stufe auf der Landemarkierung auf und konnte an Deck gesichert werden.
14Januar

Start der SS-520-4

Als einmalige Demonstration angelegt war der Versuch, mit einer modifizierten Höhenforschungsrakete SS-​520 einen kleinen Satelliten zu starten. Das aktuell leistungsfähigste Modell der traditionsreichen Familie war die zweistufige SS-​520, die in den Jahren 1998 und 2000 jeweils eine erfolgreiche Mission geflogen war. Mit einer Nutzlastkapazität von 140 kg auf 800 km Höhe bot sie sich als Basis für einen Picosatelliten-​Träger an. Dazu wurde das vierte Exemplar der SS-​520 um ein kleines Feststoff-​Drittstufentriebwerk erweitert. Theoretisch konnte die Rakete so einen 4 kg schweren CubeSat auf einen 180×1.500 km Orbit bei 31° Bahnneigung transportieren. International arbeiteten zahlreiche Unternehmen an der Entwicklung kostengünstiger Trägerraketen zum Start von Pico-​, Nano– und Mikrosatelliten, da diesem Marktsegment ein anhaltend starkes Wachstum vorhergesagt wurde. Gleichzeitig gab es keine Träger für dedizierte Starts von Nutzlasten in der Gewichtsklasse unter 100 kg. Das japanische Technologieunternehmen Canon, das bisher lediglich als Zulieferer für die Raumfahrtindustrie aufgetreten war, sah eine Gelegenheit, die Bestrebungen des ISAS zur Entwicklung eines ultraleichten Satellitenträgers zu unterstützen. Langfristig sollte eine neue, oder doch zumindest stark modifizierte, Rakete entwickelt werden. Als Demonstrator eignete sich die SS-​5204 jedoch unzweifelhaft. Nutzlast des Erprobungsfluges war der 3U CubeSat TRICOM 1 der University of Tokyo. Ausgerüstet war dieser mit fünf Kameras, eine davon sekundärer Natur. Dazu kam eine store-​and-​forward Kommunikationsnutzlast. Ein erster Startversuch der Rakete wurde am 10.01.2017 wegen unzulässig starker Höhenwinde abgebrochen. Am 14.01.2015 wurde der Countdown wieder aufgenommen. Diesmal gelang der Start. Die nur etwa 2,6 Tonnen schwere spinstabilisierte Rakete raste in den Himmel über Kagoshima. Wenigs später kam jedoch Unsicherheit zum Verlauf der Mission auf. Da die letzte Stufe über keine Telemetrieübertragung verfügte, mußte man warten, bis sich der Satellit aus dem Orbit meldete. Das Signal blieb jedoch aus. Und wie sich zeigte, war die Mission schon deutlich früher gescheitert. Noch während der Brenndauer der ersten Stufe war der Telemetrieempfang abgerissen. Die für diesen Fall bestehenden Vorschriften verboten die Übermittlung des Zündkommandos für die zweite Stufe. Die Stufentrennung erfolgte offenbar noch planmäßig. Doch stürzten alle Stufen der Rakete innerhalb der ausgewiesenen Sicherheitszone ins Meer. Die Untersuchung des Fehlstarts führte zu dem Ergebnis, daß sich wohl ein Kurzschluß an einem Kabelbaum ereignet hatte, der ungeschützt entlang scharfer Kanten verlegt worden war. Für diesen Teil der Avionik war Presseberichten zufolge die Canon Electronics Inc. verantwortlich. Das Unternehmen sah sich offenbar daraufhin in der Pflicht und stellte die Finanzmittel für einen Wiederholungsflug bereit, der noch 2017 erfolgen sollte.
21Januar

startbereit: die Atlas V AV-066 mit SBIRS-GEO 3

Der dritte von vier bei Lockheed Martin bestellten Frühwarnsatelliten für die SBIRS-​GEO (Space Based Infra Red Sensor — Geostationary) Konstellation der USAF startete am 21.01.2017 mit einer Atlas V Mod. 401 der ULA von Cape Canaveral. Das als SBIRS-​GEO 3 gestartete Exemplar war effektiv das vierte gebaute (SV4). Statt es, wie ursprünglich geplant nach der Fertigstellung einzulagern, war es direkt nach der Fertigstellung auf den Start vorbereitet worden. Der eingelagerte SV3 Satellit sollte ihm voraussichtlich Ende 2017 nachfolgen. Damit sparte man sich einmal die Kosten für Konservierung– und Entkonservierung. Allerdings hätte SBIRS-​GEO 3 eigentlich am 03.10.2016 starten sollen, als sich eine Serie von Problemen mit den Apogäumstriebwerken unterschiedlicher Hersteller ereignete. Als im Dezember 2016 sowohl die Untersuchung dieser Zwischenfälle als auch die zusätzlich angeordnete Inspektion des SBIRS-​GEO Antriebs abgeschlossen waren, konnten die Startvorbereitungen wieder aufgenommen werden. Ein erster Startversuch wurde am 20.01.2017 unternommen. Zunächst verzögerten Treibstoffsensorprobleme an diesem Tag den Start. Als der Countdown schließlich wieder aufgenommen wurde, bewegte man sich in den letzten Minuten des Startfensters. Daher habe es keine andere Möglichkeit als den Countdown abzubrechen, als in den entscheidenden Minuten ein Flugzeug in den gesperrten Luftraum vor Cape Canaveral eindrang. Am 21.01.2017 verlief der Countdown dafür absolut reibungslos. Präzise setzte die Centaur Oberstufe ihre Nutzlast auf einem geostationären Transferorbit ab. Alle folgenden Missionsdetails von USA 273 unterlagen der Geheimhaltung.
24Januar

Start der H-IIA F32

Dem gewachsenen Bedarf des japanischen Verteidigungsministeriums an Kommunikationskapazitäten, geschuldet auch der zunehmend offensiven Ausrichtung der japanischen Streitkräfte (u.a. UN-​Friedensmission im Südsudan, Bekämpfung der Piraterie vor der somalischen Küste), begegnete das Militär mit dem Aufbau eigener Kapazitäten zur Satellitenkommunikation. Das Raumsegment sollte dabei zunächst eine gehostete X-​Band Nutzlast auf einem kommerziellen Kommunikationssatelliten umfassen, erweitert um einen dedizierten Satelliten. Da der Superbird 8 Satellit mit der DSN 1 Nutzlast im Mai 2016 auf dem Lufttransport nach Kourou schwer beschädigt wurde, begann der Aufbau des Systems 2017 mit dem Start von DSN 2 alias „Kirameki“ 2. Betreiber des Satelliten war die eigens ins Leben gerufene DSN Corporation, ein Gemeinschaftsunternehmen aus der SKY Perfect JSAT Corporation, der NEC Corporation und der NTT Communications Corporation. NEC war auch Generalauftragnehmer für den Satelliten, dessen DS-​2000 Bus die Mitsubishi Electric Corporation lieferte. Der Start des Satelliten erfolgte am 24.01.2017 mit einer H-​IIA Mod. 2014 vom Raumfahrtzentrum Tanegashima. Details zur Nutzlast, Bahndaten etc. unterlagen der Geheimhaltung.
28Januar

Start der Sojus-STB mit dem ersten SmallGEO Satelliten

Überdurchschnittliches Medieninteresse erregte in Deutschland der Start einer Sojus-​STB mit Fregat-​MT Bugsierstufe, den das Unternehmen Arianespace am 28.01.2017 von Kourou aus unternahm. Das Besondere der VS16 Mission war dabei weniger die Tatsache, daß das Ziel erstmals bei einem Sojus-​Start von Kourou ein geostationärer Transferorbit war. Obwohl Französisch Guyana in den 1970er Jahren als Standort für das europäische Raumfahrtzentrum gewählt worden war, weil hier optimale Bedingungen für GEO-​Missionen herrschten, hatte die Sojus ihre bisher einzigen Starts mit geostationären Nutzlasten von Baikonur aus unternommen. Die Zurückhaltung von Arianespace resultierte sicher zu einem guten Teil daraus, daß man gerade bei den kleineren Nutzlasten nicht in einen Wettbewerb mit der eigenen Ariane 5 treten wollte. Tatsächlich war es aber die Nutzlast der Sojus, die diesmal das Medieninteresse erregt hatte. Denn nach rund einem Vierteljahrhundert sollte erstmals wieder ein in Deutschland gebauter Kommunikationssatellit ins All gestartet werden. Der Bremer Hersteller OHB System AG hatte in Zusammenarbeit mit DLR und ESA die SmallGEO Plattform für Satelliten mit einem Startgewicht von bis zu 3,5 Tonnen entwickelt. Obwohl OHB System über langjährige Erfahrungen beim Bau unterschiedlichster Satelliten verfügte, betrat man mit dem Entwurf eines modernen geostationären Satelliten doch Neuland. Und so dauerte die Entwicklung schließlich rund 10 Jahre. OHB mußte unerwartete Rückschläge eingestehen. Ursprünglich sollte der erste auf der SmallGEO Plattform basierende Satellit bereits 2012 starten. Schließlich gelang es aber doch, ein sehr fortschrittliches Design zu realisieren und mit sonst im internationalen Raumfahrtgeschäft tätigen Zulieferern (u.a. Tesat-​Spacecom und Jena-​Optronik) umzusetzen. Im Januar 2007 hatten die spanische Hispasat S.A. und die ESA Vorverträge zum Bau des ersten Satelliten unterzeichnet. Nun flog ihr Hispasat 36W-​1 (Hispasat AG1 für Hispasat Advanced Generation) endlich ins All. Ausgerüstet war der Satellit mit 24 Ku-​Band und 3 Ka-​Band Transpondern. Dazu kam die experimentelle REDSAT Nutzlast, mit der ein spanisches Industriekonsortium eine Direct Radiating Array (DRA) Antenne erproben wollte, die vier rekonfigurierbare Ku-​Band Uplinks ansprach. Aus dem geostationären Transferorbit manövrierte der Satellit auf eine geosynchrone Driftbahn, bevor er über 36° West seinen Dienst aufnahm. Die Erleichterung nach dem geglückten Start war bei allen Beteiligten groß. Nicht nur, daß der Satellit mit fünf Jahren Verspätung endlich überhaupt zum Start gekommen war. Es war auch der erste Flug einer Sojus-​Rakete nach einem noch immer nicht vollständig geklärten Fehlstart am 01.12.2016 in Baikonur.
31Januar

Progress MS-03 auf dem Weg zurück zur Erde

Das russische Transportraumschiff Progress MS-​03 machte am 31.01.2017 um 14:25 UTC in Erwartung der Ankunft seines Nachfolgers Progress MS-​05 seinen Liegeplatz am „Pirs“ Modul frei. In sicherem Abstand zur ISS zündeten wenig später erstmals die Triebwerke des mit Abfällen beladenen Frachtraumschiffs. Da keine weiteren Experimente mit der Progress geplant waren, erfolgte der gesteuerte Wiedereintritt in die Atmosphäre bereits wenige Stunden später, so daß das Raumschiff am 31.01.2017 gegen 18:24 UTC über dem Pazifik verglühte. Sollten Trümmer den Wiedereintritt überstanden haben, stürzten sie fernab von Schiffahrtslinien in den Südpazifik.