Chronik
Olafs Raumfahrtkalender

Olafs Raumfahrtkalender

Geschichte und Geschichten aus mehr als 5½ Jahrzehnten Raumfahrt

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Statistik erstellt: 2017-09-23T23:45:17+02:00

Mai 2017.

1Mai

Start der NROL 76 Mission

die NROL 76 Nutzlast auf dem Weg zur Rakete

Erstmals unternahm eine Falcon 9 v1.2 Rakete am 01.05.2017 einen Start im Auftrag des Militärs, genauer gesagt im Auftrag des National Reconnaissance Office. Zwar war die USAF bereits Kunde beim Jungfernflug der SpaceX Falcon 1 gewesen. Doch bis sich das Unternehmen mit der Falcon 9 um wirklich lukrative kommerzielle Startaufträge des Militärs bewerben konnte, mußten noch erhebliche Widerstände der Mitbewerber und die Skepsis der USAF überwunden werden. Nach einem rigorosen Zertifizierungsprozeß erhielt SpaceX aber die Zulassung und bald auch erste Aufträge. Der Natur der Mission entsprechend verlauteten keine Details zur NROL 76 alias USA 276 Nutzlast. Am 25.04.2017 fand auf LC-​39A der „heiße“ Test der Erststufe statt, bei dem wie üblich nach einem simulierten Countdown alle neun Erststufentriebwerke für wenige Sekunden gezündet wurden. Dann wurde die Rakete wieder in die Horizontale gebracht und zur Aufnahme der Nutzlast vorbereitet. Gegen Ende des Countdowns am 30.04.2017 wurde ein Sensorproblem an der Erststufe registriert, woraufhin für eine nähere Untersuchung der Startversuch abgebrochen wurde. Nach Austausch des TOTO (Temperature Ox Tank Outlet) Sensors wurde am nächsten Tag der Countdown wieder aufgenommen. Obwohl sich die Windgeschwindigkeiten über Cape Canaveral hart an der zulässigen Grenze bewegten, hob die Rakete am 01.05.2017 pünktlich zu Beginn des Startfensters ab und steuerte mit ihrer Nutzlast eine, geheimgehaltene, Bahn an. Offenbar jedoch einen eher erdnahen Orbit. Unterdessen demonstrierte die Erststufe routiniert eine sichere Landung auf der Betonfläche von LZ-​1 unweit des Startkomplexes, von dem sie knapp neun Minuten zuvor abgehoben war. Nach dem Aussetzen der Nutzlast unternahm SpaceX mit der Oberstufe noch ein technologisches Experiment. Entgegen der üblichen Praxis ließ man diesmal mehrere Stunden verstreichen, bis das Merlin-​1D Vac Triebwerk nochmals gezündet wurde, um die Oberstufe gezielt in die Atmosphäre zu steuern. Einige Wochen nach dem Start gelang es Amateurbeobachtern, die Bahn von NROL 276 zu bestimmen. Überraschend fand sich der Satellit auf einem ungewöhnlichen 400 km Orbit mit 50° Bahnneigung. Die Bahnhöhe würde gut zu einem, vermutlich experimentellen, Radaraufklärer passen. Doch die nachfolgenden Ereignisse ließen an dieser Theorie Zweifel aufkommen. Denn — Zufall oder nicht — NROL 76 passierte am 03.06.2017 mehrfach in geringem Abstand die ISS, innerhalb eines Zeitfensters, in dem dort die Rendezvous– und Berthing-​Operationen mit dem Dragon CRS-​11 Frachtraumschiff geplant waren. Tatsächlich verlief die maximale Annäherung nahe der Grenze der „keep out“ Zone um die Internationale Raumstation. Aufgrund des verspäteten Starts von CRS-​11 verschoben sich sämtliche Manöver jedoch um einen Tag, so daß sich NROL 76 schließlich in einer weniger günstigen Position befand. Und auch nach dieser Serie von Annäherungen verblieb NROL 76 auf einer unveränderten Bahn, was die nahen Vorbeiflüge eher in den Bereich eines zufälligen Zusammentreffens verschiedener Umstände rückte…
4Mai

die startbereite Ariane-5ECA für die VA236 Mission

Startvorbereitungen von SGDC 1

Startvorbereitung von Koreasat 7

Mit einer unerwarteten mehrwöchigen Verzögerung mußten die Kunden der Arianespace VA236 Mission leben. Die brasilianische Telebras und die südkoreanische KT SAT hatten ihre neuesten Kommunikationssatelliten auf dieser für den 21.03.2017 geplanten Ariane Mission gebucht. Die Vorbereitungen dazu verliefen auch mit gewohnter Routine in Kourou, als in Französisch Guyana Streiks ausgerufen wurden, in denen sich schon bald der Unmut der Bevölkerung gegen die Vernachlässigung des Übersee-​Départements durch die Pariser Zentralregierung manifestierte. Was als Streik einiger, wenn auch mächtiger, Gewerkschaften begonnen hatte, mündete in einem Generalstreik, Blockaden u.a. des CSG (Centre Spatial Guyanais) und Ausschreitungen. Entsprechend wurde zunächst die Überführung der Ariane aus dem BAF (Bâtiment d’Assemblage Final) zum ELA-​3 Startkomplex verschoben. Zunächst plante man mit einem Startaufschub von einem Tag, dann von einer Woche. Doch erst nach rund vierwöchigen Verhandlungen kam es zu einer Vereinbarung, laut der zusätzliche rund 3 Mrd. € in die Entwicklung des Départements investiert werden sollten. Auch die kurzfristige Umsetzung einiger Maßnahmen wurde der Bevölkerung zugesagt. Für die VA236 Mission bedeutete das, daß am 04.05.2017 endlich der Countdown aufgenommen werden konnte. Nach einigen Problemen mit dem Startkomplex hob die Rakete mit rund achzig Minuten Verspätung schließlich ab.
Als erster der beiden Satelliten wurde der brasilianische SGDC 1 (Satélite Geoestacionário de Defesa e Comunicações Estratégicas) ausgesetzt. Der von Thales Alenia Space (unter Beteiligung brasilianischer Unternehmen) gebaute Spacebus-​4000C4 Satellit verfügte über 57 (nach anderen Quellen 50 oder 67) Ka-​Band und 7 X-​Band Transponder, die von einer Position über 75° West den Bedarf des brasilianischen Militärs und anderer Regierungsbehörden nach sicheren Kommunikationskapazitäten abdecken sollten. Ein Teil der Ka-​Band Kapazitäten, betrieben von Telecomunicações Brasileiras S.A. (Telebras) sollte aber auch helfen, die digitale Infrastruktur Brasiliens zu verbessern. Die bereitgestellte Bandbreite erreichte total 60 Gbps, wobei individuell ein Internet-​Zugriff mit bis zu 100 Mbps möglich sein sollte. Das SGDC Gesamtprogramm lag in den Händen von Visiona Tecnologia Espacial S.A.
Der kleinere der beiden Satelliten, Mugungwha 7 alias Koreasat 7 wurde etwa achteinhalb Minuten nach SGDC aus der SYLDA Doppelstartvorrichtung ausgestoßen. Auch er basierte auf einem Thales Alenia Space Modell, dem etwas kleineren Spacebus-​4000B2 Bus. KT SAT plante den Einsatz des Satelliten von 116° Ost, von wo aus er Korea, Indochina, die Philippinen, Südostasien und Indien mit kommerziellen Angeboten im Ku-​Band versorgen konnte. Steuerbare K-​Band Sendekeulen sollten auf die Mongolei, Pakistan und den Mittleren Osten gerichtet werden. Insgesamt 30 Ku– und Ka-​Band Transponder bildeten die Kommunikationsnutzlast.
5Mai

Start der GSLV-F09

Im Rahmen seiner Kampagne zur Parlamentswahl 2014 machte der Indische Ministerpräsident Narendra Modi deutlich, daß er mit der Verbesserung der Beziehungen zu den unmittelbaren Nachbarländern einen Schwerpunkt in der Außenpolitik setzen wollte. Einen Monat nach seiner Wiederwahl trat er an die indische Raumfahrtorganisation ISRO mit der Idee heran, einen Kommunikationssatelliten zur gleichberechtigten Nutzung durch alle Nationen der South Asian Association for Regional Cooperation zu starten. Während die meisten SAARC Mitgliedsstaaten den Vorschlag offen aufnahmen, war die Reaktion aus dem Nachbarland Pakistan ambivalent. Einerseits wurde das Projekt begrüßt, sollte jedoch nach pakistanischer Meinung in multinationaler Zusammenarbeit verwirklicht werden. Indien indessen bestand darauf, den Satelliten als „Geschenk“ an die SAARC zu verwirklichen. Und lehnte daher technische wie auch finanzielle Hilfen ab. Auch argumentierte man nicht zu Unrecht, daß der Aufbau von Strukturen für eine multinationale Zusammenarbeit bei einem solch komplexen Projekt die Entwicklung des Satelliten um Jahre verzögert hätte. Schließlich zog sich Pakistan im Streit zurück und Indien verwirklichte die Idee nach seinen Vorstellungen. Aus dem SARRC Satellite wurde der South Asia Satellite. Die ISRO realisierte den in Indien auch als GSat 9 geführten Kommunikationssatelliten auf Basis des I-​2K Busses. Für diese Mission erhielt er 12 Ku-​Band Transponder. Weiterhin wurde eine GAGAN (GPS Aided GEO Augmented Navigation) Nutzlast integriert, die der Verbesserung der Präzision des GPS Signals auf dem Indischen Subkontinent einschließlich der Andamanen und Nikobaren dienen sollte. Ein Novum für Indien war der Einsatz von Xenon Triebwerken zur Bahnkorrektur. Der ursprünglich noch für Ende 2016 geplante Start der GSLV Mk. II Rakete mit dem Satelliten verzögerte sich mehrfach und fand schließlich am 05.05.2017 in Sriharikota statt. Ungewöhnlich zurückhaltend mit Informationen war die ISRO im Vorfeld und während des Starts. Erst nachdem bestätigt war, daß der Satellit die geplante Transferbahn erreicht hatte, löste sich die offenkundige Anspannung. In einer gemeinsamen Videokonferenz feierten die Staatschefs von Nepal, Bangladesch, Sri Lanka, Afghanistan, der Malediven, Bhutans und natürlich Indiens das Ereignis. Bald nach dem Start begann eine Serie von Triebwerkszündungen, die den Satelliten auf einen Orbit knapp unterhalb der geostationären Höhe anhoben, wo er nach Osten auf die Zielposition 97,3° Ost driftete. Eigentlich war ein Betrieb über 48° Ost angekündigt worden. Tatsächlich taugte der neue Slot aber besser zur Versorgung der SAARC Nationen.
7Mai

X-37B OTV-4 Landung

Die lange erwartete und vorausgesagte Landung des X-​37B Mini-​Shuttle der USAF nach seiner vierten Mission überrumpelte schließlich doch nahezu alle Beobachter. Im Februar 2017 schienen sich tatsächlich die Gerüchte zu bestätigen, die von einer unmittelbar bevorstehenden Landung sprachen. Auch der Aufschub des Falcon 9 v1.2 Starts mit dem Dragon CRS-​10 Raumschiff um einige Tage schien den kolportierten Landetermin 14.02.2017 zu bestätigen. Das Shuttle machte aber keine erkennbaren Anstalten, seinen Arbeitsorbit zu verlassen. Am 25.03.2017 brach OTV-​4 den Flugzeitrekord der Vorgängermission. Vollkommen überraschend setzte die X-​37B dann am 07.05.2017 um 11:47 UTC auf der einst für das Space Shuttle angelegten Runway des KSC auf. Nach 718 Tagen war damit eine Mission zu ihrem Ende gekommen, zu deren Hintergründen kaum etwas bekanntgeworden war. Welche Experimente oder Sensoren bei den bis dahin vier Missionen ins All transportiert waren blieb Verschlußsache. Im Fall von OTV-​4 wurden lediglich ein Hall Thruster Test und das METIS (Materials Exposure and Technology Innovation in Space) Experiment der NASA öffentlich.
12Mai

Jack Fischer am japanischen „Kibō“ Modul

Ein weiteres US Außenbordmanöver — das 200. für Ausbau und Wartung der ISS — unternahmen am 12.05.2017 Peggy Whitson und Jack Fischer. Nach dem Verlassen der „Quest“ Luftschleuse galt es, eine Elektronik-​Box auf dem ExPRESS Logistics Carrier (ELC) auszutauschen. Außerdem brachten sie einen Mikrometeoritenschutz am Kopplungsadapter PMA-​3 (Pressurized Mating Adapter) an. Kleinere Aufgaben betrafen den japanischen Manipulatorarm, wo ein loses Stück Isoliermaterial wieder befestigt, und ein Datenkabel am AMS-​02 (Alpha Magnetic Spectrometer), wo ein Kabel neu angeschlossen wurde. Eigentlich war auch noch die Montage einer HD-​Kamera und von Antennen vorgesehen. Doch die EVA hatte mit Verspätung begonnen, weil beim „Ausschleusen“ ein Kühlwasserleck entdeckt worden war. Bis das Problem geklärt war, hatten die Raumanzüge bereits länger als geplant ihre Ressourcen beansprucht. Daher wurde entschieden, kein Risiko einzugehen und die unkritischen Arbeiten zurückzustellen. So kehrten die beiden Astronauten schon nach 4:13 h statt erwarteter 6:30 h an Bord zurück.
15Mai

„Hot Fire“ Test der Falcon 9 für den Inmarsat 5 F4 Start

Genau zwei Wochen nach dem letzten Start der Falcon 9 v1.2 hob am 15.05.2017 das nächste Exemplar dieses Typs von Cape Canaveral ab. Mit über sechs Tonnen mußte SpaceX diesmal an die Grenzen der Nutzlastkapazität gehen. Da die Falcon Heavy, auf der Inmarsat den Start seines Inmarsat 5 F4 Satelliten gebucht hatte, auch Jahre nach dem ursprünglich geplanten Erstflugtermin noch nicht zur Verfügung stand, mußten beide Unternehmen nach einer alternativen Lösung suchen. SpaceX wich schließlich auf die Falcon 9 v1.2 aus, die wie schon beim ähnlich schweren EchoStar XXIII in der „expendable“ Version eingesetzt werden sollte. D.h. man entschied sich bewußt gegen die Wiederverwendung der Erststufe, wodurch mehr Treibstoff für den Aufstieg verfügbar war. Und durch den Verzicht auf die vier Landebeine u.a. verringerte sich die Startmasse. Dennoch lag die Startmasse jenseits dessen, was offiziell möglich war. Zumal eine supersynchrone Transferbahn engestrebt wurde. Ein „Hot Fire“ Test am 11.05.2017 bereitete den Weg zum Start des Satelliten. Nach dem Abheben von LC-​39A feuerten die neun Merlin Triebwerke der Falcon Erststufe bis zum Verbrauch des gesamten Treibstoffs. Die Oberstufe setzte ihre Nutzlast dann auf einer Bahn mit einem Apogäum jenseits von 69.000 km ab, was es dem Satelliteneigner Inmarsat erlaubte, Inmarsat 5 F4 alias Global Xpress 4 treibstoffsparend auf einen geostationären Standardorbit zu manövrieren. Mit seinen 89 Ka-​Band Transpondern sollte er die Global Xpress (GX) Konstellation verstärken, die mobilen Anwendern rund um den Globus eine Hochgeschwindigkeits-​Internetanbindung bot. Obwohl das vierte Exemplar 2013 bei Boeing Satellite Systems eigentlich als Reserve bestellt worden war, war der Start angesichts des ständig wachsenden Bedarfs früher als erwartet notwendig geworden. Erfreulicherweise aber nicht, um einen Ausfall zu kompensieren.
16Mai
Den Auftakt zu bis dato größten Serie von Satellitenstarts von Bord der Internationalen Raumstation machten am 16.05.2017 drei CubeSats des QB50 Projekts. Gemeinsam mit Dutzenden anderer waren sie am 18.04.2017 an Bord des Cygnus OA-​7 SS „John Glenn“ Frachtraumschiffs ins All gestartet. Nun wurden um 08:25 UTC aus dem NRCSD (NanoRacks CubeSat Deployer) #11 die Satelliten HAVELSAT (QB50-​TR02), SOMP 2 (QB50-​DE02) und Columbia /​QBUS 4 (QB50-​US04) ausgestoßen. Der türkische HAVELSAT entstammte einem Gemeinschaftsprogramm von İstanbul Teknik Üniversitesi und dem Unternehmen HAVELSAT A.Ş., das zur mNLP (multi-​Needle Langmuir Probe) — einem der drei wissenschaftlichen Instrumente, mit dem die QB50 ausgerüstet waren — noch eine Software Defined Radio (SDR) Nutzlast beisteuerte. SOMP 2 stammte von der TU Dresden und flog mit dem ebenfalls dort entwickelten Sauerstoffsensor FIPEX (Flux-​Φ-​Probe Experiment). Ebenso QBUS 4 „Columbia“ von der Universidad del Turabo in Puerto Rico.
16Mai

IceCube (vorn), SGSat und CXBN 2 (noch nicht getrennt)

Exakt 210 Minuten nach dem Ausstoß der ersten drei Satelliten aus dem NRCSD (NanoRacks CubeSat Deployer) #11 folgten am 16.05.2017 um 11:55 UTC drei weitere CubeSats. Sie hatten allerdings nichts mit dem QB50 Programm zu tun. KySat 3 unternahm einen Wiederholungsflug der 2013 gescheiterten KySat 2 Mission von Kentucky Space, einer Kooperation von Morehead State University und University of Kentucky. Ziel war die Erprobung eines sogenannten Stellar Gyroscope, bei dem über mathematische Algorithmen anhand der Aufnahmen einer 5 MP Stellar-​Kamera die Rotation des Satelliten bestimmt werden sollte. Im Rahmen des NASA ELaNa (Educational Launch of Nanosatellites) Programms gefördert worden war der Start von CXBN 2 der Morehead State University. Dort wollte man die mit der ersten Cosmic X-​Ray Background Mission begonnenen Forschungen zur kosmischen Röntgen-​Hintergrundstrahlung (2050 keV) fortsetzen. Das Detektor-​Array der CXBN 1 Mission (21012) hatte leider nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert. Ein neuer und deutlich kostengünstigerer Detektor sollte nun den Durchbruch bringen. Earth 1 alias IceCube war hingegen am Goddard Space Flight Center der NASA entwickelt worden. Ziel war die Erprobung eines kommerziell verfügbaren 874 GHz Submillimeterwellen-​Empfängers als Basis für zukünftige Radiometer-​Missionen. Beim GSFC sah man das Gerät vor allem als geeignet an, die Verteilung von Eis in der Atmosphäre zu bestimmen.
17Mai
Über den 17.05.2017 hinweg verteilt wurden gleich viermal CubeSats aus dem NRCSD (NanoRacks CubeSat Deployer) #11 ausgestoßen. Den Anfang machten um 01:45 UTC Phoenix (QB50-​TW01), X-​CubeSat (QB50-​FR01) und qbee50-​LTU-​OC (QB50-​SE01). Phoenix stammte von der taiwanesischen National Cheng Kung University. Neben dem INMS (Ion and Neutral Mass Spectrometer) hatte der noch Thermistoren und Sensoren für die solare EUV-​Strahlung an Bord. X-​CubeSat war von Studenten der École polytechnique in Palaiseau nahe Paris gebaut worden. Integriert war das FIPEX (Flux-​Φ-​Probe Experiment) von der TU Dresden. Auch der schwedische qbee50-​LTU-​OC von der Luleå Tekniska Universitet war mit dem FIPEX ausgerüstet.
17Mai
Ob seiner Größe erhielt der ALTAIR 1 alias ALTAIR Pathfinder Satellit am 17.05.2017 um 08:13 UTC einen Solostart aus dem NRCSD (NanoRacks CubeSat Deployer) #11. Im Gegensatz zu früheren 6U CubeSats, die „zweireihig“ 2×3U konstruiert worden waren, hatte das US Unternehmen Millennium Space Systems seinen ALTAIR™ Bus für das 1×6U Format konzipiert. Ziel der Mission war die Erprobung verschiedener technischer Lösung unter Weltraumbedingungen. So wurden die Strahlungsfestigkeit diverser Baugruppen untersucht, kostengünstige Navigationssysteme (darunter Sternen-​Sensoren und Inertialsysteme) getestet und leistungsfähige Computersysteme zur Datenverarbeitung erprobt. Auch konstruktiv (auslegungs– wie fertigungstechnisch) war man neue Wege gegangen, die sich nun in der Praxis bewähren sollten.
17Mai
Knapp viereinhalb Stunden vergingen zwischen dem Start des 1x6U CubeSats ALTAIR 1 und dem ebenso ungewöhnlichen SHARC (Satellite for High Accuracy Radar Calibration) im 1x5U Format. Am 17.05.2017 um 12:40 UTC verließ er den NRCSD (NanoRacks CubeSat Deployer) #11. Seine Aufgabe war die Ausstrahlung von GPS-​gestützten Kalibrierungssignalen für C-​Band Bahnverfolgungsradare. Installiert war auf ihm ferner die EyeStar Kommunikationsnutzlast, die 2014/15 bei zwei GEARSS (Globalstar Experiment And Risk Reduction Satellite) Missionen getestet worden war.
18Mai
Auch am 18.05.2017 überwachte die Besatzung der ISS weiter das Aussetzen von Nanosatelliten mittels des NanoRacks CubeSat Deployers. Den Auftakt machten um 01:00 UTC LINK (Little Intelligent Nanosatellite of KAIST) alias QB50-​KR01 und ZA-​AeroSat alias QB50-​AZ01 aus NRCSD #11. Der südkoreanische LINK (2U) verfügte neben dem INMS (Ion and Neutral Mass Spectrometer) noch über zwei Langmuir-​Sonden und ein Experiment auf Basis von Thermoelementen. Auch ZA-​AeroSat (ebenfalls 2U) von der südafrikanischen Stellenbosch University war mit dem INMS ausgerüstet, vor allem aber als Plattform zur Erprobung einer Reihe von anspruchsvollen technischen Lösungen konzipiert.
18Mai
CSUNSat 1 (California State University Northridge Satellite) wurde am 18.05.2017 um 04:15 UTC aus dem mit dem Manipulatorarm der ISS in Position gebrachten NRCSD (NanoRacks CubeSat Deployer) #11 ausgestoßen. Die CSUNSat Mission war im Rahmen des ELaNa 17 (Educational Launch of Nanosatellites) Programms von der NASA gefördert worden. Technische Unterstützung bot das Jet Propulsion Laboratory. Zentrales Element des Unternehmens war ein neuartiger hybrider Energiespeicher aus einem tieftemperaturfesten LiIon-​Akku und einem Super-​Kondensator. Statusinformationen wurden per Morsecode im Amateurfunkband übermittelt.
In einem merkwürdigen Versuch der Geheimhaltung wurde nach unbestätigten Berichten zeitgleich mit CSUNSat 1 auch der australische Biarri-​Point ausgesetzt. Offiziell war der Start dieses militärischen Technologie-​Demonstrators für den 7. Juli geplant gewesen. Wie sonst nur bei militärischen Satelliten von besonderem strategischen Interesse üblich, veröffentlichte das US Weltraumkommando keine Bahndaten. Allerdings wurde der Satellit offiziell nicht einmal katalogisiert. In dieser Form ein bis dahin einmaliger Vorgang.
18Mai

drei weitere QB50 CubeSats: GR02, FR05 und IL01

Die letzten CubeSats aus dem NRCSD (NanoRacks CubeSat Deployer) #11 wurden am 18.05.2017 um 08:25 UTC ausgestoßen. Alle drei gehörten zur QB50 Konstellation. UPSat (QB50-​GR02) hatte die University of Patras mit Unterstützung der Libre Space Foundation realisiert. Er trug als wissenschaftliche Ausrüstung die mNLP (multi-​Needle Langmuir Probe). SpaceCube (QB50-​FR05) hatten Studenten der Pariser Eliteschule Mines ParisTech zum QB50 Projekt beigesteuert. Der Satellit war mit dem an der TU Dresden entwickelten FIPEX (Flux-​Φ-​Probe Experiment) bestückt. Hoopoe (QB50-​IL01) schließlich stammte vom Space Laboratory des israelischen Herzliya Science Center. Neben der mNLP trug er Thermistoren und ein Magnetometer als Ausrüstung.
Nach diesem Einsatz wurde der NRCSD #11 am 24.05.2017 wieder im japanischen Raumstationsmodul verstaut und im Luftschleusenmodul durch NRCSD #12, den nächsten Mehrfachstarter, ersetzt.
18Mai

Start der Sojus VS17 Mission von Kourou

Nach der Premiere mit Hispasat 36W-​1 im Januar 2017 startete Arianespace am 18.05.2017 einen weiteren Kommunikationssatelliten auf einer Sojus von Kourou. Bis dahin hatte man derartige Starts eigentlich vermieden, da es sich ohnehin schon als schwierig genug erwiesen hatte, passende Nutzlasten für die Ariane-​5ECA zu finden. Um seine Kunden zufriedenzustellen, hatte man nun aber offenbar die selbst auferlegte Zurückhaltung aufgegeben. Auch diese Mission war jedoch ein Opfer der sozialen Unruhen, die im März und April nicht nur den Betrieb des CSG (Centre Spatial Guyanais) lahmlegten. Auch das öffentliche Leben kam nahezu zum Erliegen, Geschäfte blieben geschlossen, der Verkehr ruhte. Angesichts dieser Umstände reiste auch die russische Startmannschaft, die begonnen hatte, die Sojus-​STA mit Fregat-​M auf einen Start im April 2017 vorzubereiten, wieder ab. Nach dem Ende der Streiks wurden die Arbeiten aber rasch wieder aufgenommen, da Arianespace bemüht war, die eingetretenen Verzögerungen bis zum Sommer schrittweise aufzuholen. Pünktlich zum nun festgesetzten Termin hob die Rakete vom ELS Startkomplex in Kourou ab und beförderte ihre Nutzlast, den Kommunikationssatelliten SES 15 auf eine geostationäre Transferbahn. Es war die mittlerweile 40. Nutzlast, die der Flottenbetreiber SES (in diesem Fall die Tochter SES World Skies) von Arianespace starten ließ. Der Satellit basierte auf dem BSS-​702SP Modell von Boeing Satellite Systems. Beim Antrieb des Satelliten setzte Boeing voll auf „elektrische“ Triebwerke, primär vier XIPS-​25. Die Kommunikationsnutzlast von SES 15 umfaßte einen Mix aus Ku– und Ka– und L-​Band Transpondern sowie eine WAAS (Wide Area Augmentation System) Nutzlast zur Aufwertung des GPS Signals insbesondere zur Nutzung in der Luftfahrt. Die Ku-​Band Nutzlast unterteilte sich in großflächige („Wide Beam“) Sendekeulen und High Throughput Satellite (HTS) Anwendungen. Internet-​Gateways wurden im Ka-​Band angebunden. Das WAAS Paket flog als „gehostete“ Nutzlast des US Konzerns Raytheon. Die Zielposition im geostationären Orbit lag bei 129° West, von wo aus Nord– und Mittelamerika, die Pazifikregion bis Hawaii und die Karibik versorgt werden konnten.
23Mai

Jack Fischer bei seiner zweiten EVA

Außerplanmäßig mußten Peggy Whitson und Jack Fischer am 23.05.2017 zu einer weiteren gemeinsamen EVA aufbrechen. Am 20.05.2017 war ein Multiplexer/​Demultiplexer (MDM) ausgefallen, der für die Steuerung der Solarzellenflächen und Kühlradiatoren zuständig war. Dank eingebauter Redundanz beeinträchtigte das zwar vorläufig nicht die Funktion der Systeme. Doch ein Austausch war dringend angeraten. Zumal keine Statusinformationen von EXT-​1 MDM empfangen werden konnten, die Ursache des Ausfalls also unklar war. Auch die External Wireless Communications (EWC) Antenne konnte im Rahmen der EVA noch montiert werden. Innerhalb von 2:46 h waren die Arbeiten abgeschlossen und beide Astronauten wieder in der Luftschleuse des „Quest“ Moduls.
25Mai

die Electron vor ihrem Jungfernflug

Seit Monaten hatte das neuseeländische Start-​Up Unternehmen Rocket Lab den Termin für den Jungfernflug seiner zweistufigen Electron Rakete aufgeschoben. Ursprünglich war ein Start noch vor Ende des Jahres 2016 angekündigt worden. Tatsächlich waren bis dahin aber offenbar weder alle technischen noch organisatorischen Fragen geklärt. Schließlich stand die erste Electron aber doch auf dem Rocket Lab Testgelände auf der Māhia Halbinsel an der Ostküste der neuseeländischen Nordinsel zum Start bereit. Eine echte Nutzlast war für die Mission, die den bezeichnenden Namen „It’s a Test“ erhalten hatte, nicht vorgesehen. Ziel war es, mit der instrumentierten Zweitstufe den Weltraum zu erreichen, idealerweise einen 500 km Erdorbit. Der endlich für den 22.05.2017 angekündigte Start erfolgte am 25.05.2017. Aufgrund der herrschenden meteorologischen Bedingungen mit Gefahr von „triboelectrification“ hatte man sich für einen letzten Aufschub entschieden. Unter dem Schub von neun „Rutherford“ Triebwerken hob die Rakete ab. Später veröffentlichte Videoaufnahmen zeigten, daß die Electron schon unmittelbar danach in ein zunehmendes Rollen um die Längsachse geriet. Zwar gelang noch eine Stufentrennung und auch die Zündung des Oberstufentriebwerks. Doch war die Flugbahn der letzten Stufe erkennbar instabil, so daß kein Orbit erreicht werden konnte. In einer Pressemitteilung sprach Rocket Lab anschließend davon, daß man „den Weltraum erreicht“ hätte. Details blieb das Unternehmen aber schuldig.
25Mai
Nach einwöchiger Unterbrechung der Startaktivitäten von der ISS wurden am 25.05.2017 in drei Salven wieder CubeSats aus einem NanoRacks CubeSat Deployer ausgestoßen. Zum Einsatz kam jetzt NRCSD #12. Den Auftakt machten um 05:25 UTC QBUS 1 „Challenger“ (QB50-​US01), NJUST 1 (QB50-​CN03/​BE03) und UNSW-​EC0 (QB50-​AU02), jeweils CubeSats im 2U Formfaktor. QBUS 1 von der University of Colorado in Boulder hatte das INMS (Ion and Neutral Mass Spectrometer) vom Mullard Space Science Laboratory (MSSL) an Bord. Die Studenten der Nanjin University of Science and Technology hatten in ihren NJUST 1 nicht nur das INMS, sondern auch die GAMALink Kommunikationsnutzlast des portugiesischen Unternehmens TEKEVER integriert. Dieses arbeitete mit seinen chinesischen Partnern an der Entwicklung eines Standards für ad-​hoc Netzwerke zur Inter-​Satelliten-​Kommunikation. UNSW-​EC0 hatte hingegen die University of New South Wales ausgerüstet. Neben dem INMS fanden noch vier weitere Experimente Platz, wobei sich darunter technische Lösungen zur Erprobung verbargen und keine wirklich eigenständigen Experimente.
25Mai

Start von Kosmos 2518

Anderthalb Jahre nach dem Start des ersten Exemplars wurde am 25.05.2017 von Plesetsk der zweite russische Frühwarnsatellit des Systems EKSOiBU (russ. ЕКСОиБУ Abk. von — Единая Kосмическая Cистема Обнаружения и Боевого Управления) gestartet. Als Trägerrakete fand wieder einer Sojus-2.1b 14A14 mit Fregat-​M 14S44 Verwendung. Die Fregat brachte Kosmos 2518 auf einen inklinierten hochelliptischen Orbit ähnlich dem, auf dem zu Sowjetzeiten die US-​K („Oko“) Satelliten operiert hatten. Nur wenige Details der „Tundra“ (Erzeugnis 14F142) Satelliten waren bekanntgeworden. Hersteller waren RKK Energija (Plattform) und ZNII (OAO) „Kometa“ (Nutzlast). Die Fähigkeiten und die genaue Ausrüstung unterlagen der Geheimhaltung. So waren die Satelliten nach unbestätigten Angaben auch mit einer Kommunikationsnutzlast für eine sichere militärische Kommunikation im Falle eines Nuklearkrieges ausgerüstet.
Anläßlich des 80-​jährigen Bestehens des Oblast Archangelsk und des 60. Jahrestags des ersten Satellitenstarts von Plesetsk war die Rakete gleich mit zwei großformatigen Logos auf der Nutzlastverkleidung verziert worden.
25Mai
190 Minuten nach den ersten drei Satelliten folgten am 25.05.2017 um 08:35 UTC Zidingxiang 1 (QB50-​CN02/​BE02), DUTHSat (QB50-​GR01) und nSIGHT 1 (QB50-​AZ02) aus dem NanoRacks CubeSat Deployer. ZidingXiang 1 alias LilacSat 1 stammte vom Harbin Institute of Technology. Neben dem INMS (Ion and Neutral Mass Spectrometer) flog auf dem Satelliten eine von Amateurfunkern aktivierbare Kamera für das thermische Infrarot sowie ein VHF/​UHF APRS Digipeater. DUTHSat war am Space Research Laboratory der Democritus University of Thrace gebaut und mit der mNLP (multi-​Needle Langmuir Probe) der Universitetet i Oslo ausgerüstet worden, hatte aber auch Thermistoren und ein Magnetometer an Bord. nSIGHT 1 schließlich hatte das südafrikanische Raumfahrtunternehmen SCS-​Space beigesteuert. Neben dem FIPEX Sensor (Flux-​Φ-​Probe Experiment) der TU Dresden flog auf dem Satelliten die kompakte Gecko Kamera des Unternehmens, von der man sich Aufnahmen mit etwa 30 m Auflösung versprach.
25Mai

Aussetzen von QBITO, Aalto 2 und SUSat

Weitere drei CubeSats wurden am 25.05.2017 um 11:55 UTC aus dem NRCSD (NanoRacks CubeSat Deployer) #12 Starter auf der ISS ausgestoßen. QBITO (QB50-​ES01) war an der Universidad Politécnica de Madrid entstanden und führte neben dem INMS (Ion and Neutral Mass Spectrometer) noch drei weitere Experimente aus. So sollte die Nutzung von n-​Octadecan als Phasenwechselmaterial praktisch erprobt werden. Ein neuartiger IR-​Detektor des Unternehmens New Infrared Technologies stand ebenfalls zur Erprobung an. Und neu entwickelte Algorithmen zur Lagebestimmung auf Basis von fuzzy logic sollten getestet werden. SUSat (QB50-​AU01) stammte von der University of Adelaide und hatte wie QBITO das INMS an Bord. Aalto 2 (QB50-​FI01) kam von der finnischen Aalto-​yliopisto (Aalto University) und verfügte über die mNLP (multi-​Needle Langmuir Probe). Leider geriet dessen Mission bereits nach vier Tagen in ernste Schwierigkeiten. Zunächst fanden sich in der Telemetrie einige Auffälligkeiten. Schließlich sendete Aalto 2 eine Nachricht, wonach der Bordcomputer einen Neustart ausgelöst hatte. Danach endete die Kommunikation.
25Mai
Einen Solostart bekam der südkoreanische SNUSAT 1b (QB50-​KR03) als Teil des QB50 Projekts. Er wurde am 25.05.2017 um 23:40 UTC aus dem NRCSD (NanoRacks CubeSat Deployer) #12 ausgestoßen. Gebaut von der Seoul National University war er mit dem an der TU Dresden für das multinationale Programm entwickelten FIPEX (Flux-​Φ-​Probe Experiment) bestückt.
26Mai
Am 26.05.2017 um 04:00 UTC verließen drei weitere CubeSats der QB50 Konstellation den NanoRacks CubeSat DeployerNRCSD #12. Der australische i-​INSPIRE 2 (QB50-​AU03) stammte von der University of Sydney. Neben der mNLP (multi-​Needle Langmuir Probe) trug der Satellit noch drei weitere Instrumente: einen Imager auf COTS (commercial off-​the-​shelf) Basis, einen NanoSpec Photonen Spektrografen und einen Geigerzähler. PolyITAN 2-​SAU (QB50-​UA01) war der zweite Satellit, den Studenten der NTUU KPI (Nationale Technische Universität der Ukraine) zusammen mit Amateurfunkern realisiert hatten. Er trug als wissenschaftliche Ausrüstung das FIPEX (Flux-​Φ-​Probe Experiment). Der südkoreanische SNUSAT 1 (QB50-​KR02) war an der Seoul National University gebaut und ebenfalls mit dem FIPEX bestückt worden.
26Mai
Einen Solostart erhielt der kanadische QB50 Beitrag Ex-​Alta 1 (QB50-​CA03). Der 3U CubeSat verließ am 26.05.2017 um 08:55 UTC den NRCSD (NanoRacks CubeSat Deployer) #12. Neben der mNLP (multi-​Needle Langmuir Probe) hatte die Physik Fakultät der University of Alberta auch ein dort entwickeltes digitales Fluxgate-​Magnetometer in den Satelliten integriert.
26Mai

die QB-50 Satelliten CN-04, TR-01 und US-02 (v.l.n.r.)

Mit dem Start von Aoxiang 1 (QB50-​CN04/​BE04), BeEagleSat (QB50-​TR01) und QBUS 2 „Atlantis“ (QB50-​US02) endete am 26.05.2017 um 12:15 UTC eine umfangreiche Startkampagne unter Einsatz der beiden NanoRacks CubeSat Deployer NRCSD #11 und NRCSD #12. Der chinesische Aoxiang 1 war gemeinsam von der Northwestern Polytechnic University und dem Shaanxi Engineering Laboratory gebaut worden. Er trug das INMS (Ion and Neutral Mass Spectrometer) als wissenschaftliche Ausrüstung. BeEagleSat stammte von der İstanbul Teknik Üniversitesi und der Hava Harp Okulu (der türkischen Luftwaffenakademie) und war mit dem mNLP (multi-​Needle Langmuir Probe) sowie einem Röntgenstrahlendetektor ausgerüstet. QBUS 2 der University of Michigan flog mit der dritten vom QB50 Konsortium ausgewählten Wissenschaftsnutzlast, dem FIPEX (Flux-​Φ-​Probe Experiment) der TU Dresden.
Nachdem diese Startkampagne abgeschlossen war, wurde am 30.05.2017 der JEM (Japanese Experiment Module) Airlock (JEMAL) Slide Table (ST) ins japanische Raumstationsmodul zurückgeholt, um den NRCSD #12 von der Multi-​Purpose Experiment Platform (MPEP) demontieren zu können.