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Mittwoch,

04.11.1998

Space Systems/​Loral hatte 1994/95 den Auftrag zum Bau von drei LS-​1300 Satelliten von der PanAmSat Corp. erhalten, deren erster, PanAmSat 6, im August 1997 seine Bahn erreichte. Mit dem Start von PanAmSat 8 am 04.11.1998 wurde dieser Auftrag abgeschlossen. Eine Proton-​K 8K82K mit Block-​DM3 11S861-​01 Bugsierstufe beförderte den Satelliten von Baikonur aus auf eine gesostationäre Transferbahn, von der aus der Satellit mit seinem eigenen R-​4D-​11 Antrieb auf eine Synchronbahn manövrierte. Dabei hätte der Start beinahe noch mit einem Fehlschlag geendet, als das Steuerungssystem des Block-​DM3 bei der zweiten Triebwerkszündung ausfiel. Die PAS 6, PAS 7 und PAS 8 zählten zu den leistungsfähigsten DTH („direct to home“) Satelliten ihrer Zeit. Obwohl die Satelliten auf einer gemeinsamen Basis aufbauten, verfügten sie doch über eine individuelle Transponder-​Konfiguration. PAS 8, der für den Einsatz auf einer Position bei 166° Ost über dem Pazifik vorgesehen war, erhielt je 24 Ku– und C-​Band Transponder mit 100 bzw. 50 W Sendeleistung. Sie deckten Australien, Hawaii, den Nordwesten der kontinentalen USA und Teile des Fernen Ostens Rußlands ab. Schwerpunkt des Einsatzes war die Ausstrahlung direktempfangbarer Fernsehprogramme bzw. deren Einspeisung in Kabelnetze. Eine Reihe von Mitte der 1990er Jahre gebauten Space Systems/​Loral Satelliten litt nach ihrem Start unter technischen Problemen, insbesondere mit den Solarzellenflächen. Das hatte auch zu Startverzögerungen bei den drei von PanAmSat georderten Satelliten geführt. Dennoch mußte auch PAS 6 nach ebensolchen (technisch aber anders gelagerten) Problemen aufgegeben werden. Bei PAS 8 hingegen zeigte sich nach dem Start eine andere Anomalie. Zwei der der drei Ku-​Band Antennen waren bei der Montage nicht korrekt ausgerichtet worden und strahlten nun nicht auf das anvisierte Zielgebiet ab. 12 der 48 Transponder waren damit nicht nutzbar. Am 11.09.1999 geriet der Satellit dann auch noch in eine zunächst unkontrollierbare Trudelbewegung, konnte aber glücklicherweise wieder stabilisiert werden. Der Satellit zählte zu jenen, die Jahre später vom einstigen Konkurrenten Intelsat übernommen wurden. Effektiv zum 01.02.2007 wechselte der Name daher zu Intelsat IS-​8. Ende Dezember 1998 machte der Satellit die zuletzt genutzte Position über 169° Ost frei und wurde auf einen Friedhofsorbit manövriert. Eigentlich hatte die Intelsat gehofft, ihn bis mindestens 1999 im Einsatz halten zu können.