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Mittwoch,

30.09.2009

Eine internationale Besatzung befand sich an Bord des russischen Raumschiffs Sojus TMA-​16, das am 30.09.2009 um 07:15 UTC vom kasachischen Kosmodrom Baikonur ins All startete. Kommandant des Raumschiffs war der russische Berufskosmonaut Maxim Surajew. Die Funktion des Bordingenieurs hatte sein US Kollege Jeffrey Williams inne. Und als zahlender Passagier hatte der Kanadier Guy Laliberté im dritten Sitz Platz genommen. Ursprünglich waren der Russe Wladimir Grusdew, ebenfalls ein Weltraumtouristen-​Kandidat, bzw. Aidyn Aimbetow, kasachischer Kosmonautenanwärter, Kandidaten für die Mission gewesen. Zunächst wurde im Oktober 2008 Grusdew zugunsten von Aimbetow zurückgestellt. Dann wurde am 04.06.2009 jedoch Laliberté als drittes Besatzungsmitglied vorgestellt, obwohl der Flug eines weiteren kasachischen Kosmonauten bereits seit 1999 als vereinbart galt. 2003 waren zwei Kandidaten ausgewählt worden, die beide ihr Training erfolgreich absolvierten. Kasachstan hatte zudem den Flug bereits bezahlt bzw. die Kosten mit der Pacht für das Raketenstartgelände Baikonur verrechnet. Im April 2009 wurde die Vereinbarung auf Initiative Kasachstans jedoch aufgehoben. Damit trug das Land den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise Rechnung (Aimbetow sprang dann im September 2015 kurzfristig für die Sängerin Sarah Brightman ein, die von ihrem Flug zurückgetreten war). Somit flog nun Laliberté, der Gründer des weltbekannten Cirque du Soleil, als vorläufig letzter Weltraumtourist an der Spitze der Sojus-​FG 11A511U-​FG Rakete ins All. Nach einem Routineflug koppelte die Sojus am 02.10.2009 um 08:35 UTC am heckseitigen Dockingadapter des „Swjesda“ Moduls an. Bis zum Öffnen der Luken zur ISS vergingen knapp drei Stunden. Doch dann wurden die Neuankömmlinge herzlich von der Stammbesatzung begrüßt. Nunmehr neun Menschen befanden sich an Bord der Internationalen Raumstation, drei Russen, drei Amerikaner, zwei Kanadier und ein Belgier. Während sich Laliberté seinem touristischen Programm widmete und Vorbereitungen für eine Live-​Übertragung aus dem All zugunsten seines Projekts „One Drop“ traf, wurden Surajew und Williams in ihre Aufgaben an Bord eingewiesen. Denn sie lösten Gennadi Padalka und Michael Barratt ab, die in einer Woche mit ihm zur Erde zurückkehren sollten.
Nach ihrer Landung mit Sojus TMA-​14 am 11.10.2009 fungierte Sojus TMA-​16 weiter als Rettungsraumschiff für die beiden neu angekommenen Stammbesatzungsmitglieder der ISS. Surajew und Williams landeten nach einem knapp halbjährigen Aufenthalt im All am 18.03.2010 um 11:24 UTC an Bord ihres Sojus TMA-​16 Raumschiffs.